Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


19 01 29 Figure 8 Shares of the produced bio based polymers in different market segments in 2018 and 2023

Straubing, 14. Februar 2019 * Der neue Markt- und Trendreport „Bio-based Building Blocks and Polymers – Global Capacities, Production and Trends 2018-2023“ des nova-Instituts ist erschienen. Er zeigt Kapazitäten und erstmals auch Produktionsdaten für alle biobasierten Polymere. Im Jahr 2018 betrug die Gesamtproduktionsmenge 7,5 Millionen Tonnen, das entspricht 2 Prozent der Produktionsmengen petrochemischer Polymere. Das Potenzial biobasierter Rohstoffe wäre höher, wird aber durch niedrige Ölpreise und fehlende politische Unterstützung gebremst, so die Autoren.

Die Produktion von biobasierten Polymeren wurde in den letzten Jahren professionalisiert und differenziert. Für nahezu jede Anwendung ist eine biobasierte Alternative verfügbar. Die Verfasser des Berichts prognostizieren daher eine kumulierte jährliche Wachstumsrate von ca. 4 Prozent bis 2023, was nahezu dem der petrochemischen Polymere und Kunststoffe entspricht. Der Anteil am gesamten Polymer- und Kunststoffmarkt bleibt daher konstant bei etwa 2 Prozent.

Eine Steigerung der Produktionskapazitäten war insbesondere bei Polymilchsäure (PLA) in Thailand sowie Polytrimethylenterephthalat (PTT) und Stärkeblends in den USA zu beobachten. Insbesondere für PLA- und Stärkegemische wird bis 2023 weiteres Wachstum prognostiziert. Die Produktion von PLA wird nach Expertenbericht bis 2023 um 60 Prozent im Vergleich zu 2018 steigen. Ergänzend kommen für Europa biobasierte Polyamide, Polyethylen (PE) sowie erstmals auch Polypropylen (PP) und Polybutylenadipat-terephthalat (PBAT) hinzu. Polyethylenfuranoat (PEF), ein Hoffnungsträger der Branche, wird im betrachteten Zeitraum wahrscheinlich keine kommerziellen Kapazitäten erreiche.

Das Marktumfeld bleibt weiter eine Herausforderung. Zwei Vorteile von biobasierten Polymeren werden von der Politik bisher nicht honoriert. Zum einen ersetzen sie fossile Rohstoffe in der Produktionskette, was für eine nachhaltige und klimafreundliche Kunststoffindustrie unerlässlich ist. Zum anderen sind ca. ein Viertel der biobasierten Polymerprodukte biologisch abbaubar und könnten daher eine Lösung für Kunststoffe sein, die nicht gesammelt werden können. Sie bauen sich ab und lassen daher kein Mikroplastik zurück.

Die wichtigsten Markttreiber im Jahr 2018 waren Marken, die ihren Kunden umweltfreundliche Lösungen anbieten wollen sowie kritische Verbraucher, die aktiv nach Alternativen zu fossilbasierten Rohstoffen suchen. Der größte Anteil der biobasierten Polymere geht in Konsumgüter (28 Prozent), dicht gefolgt vom Bausektor (21 Prozent) und dem Automobil- und Transportsektor (19 Prozent). Bis 2023 wird sich die Verteilung der Anteile laut Prognosen nur geringfügig ändern.

Laut Bericht des nova-Instituts, könnte eine Förderung von biobasierten Polymeren, ähnlich der bei Biokraftstoffen, ein Wachstum von 10 bis 20 Prozent bewirken. Einen ähnlichen Effekt könnte ein deutlicher Anstieg des Ölpreises haben. Basierend auf der bereits vorhandenen technischen Reife von biobasierten Polymeren, könnten dann erhebliche Marktanteile gewonnen werden.

Hier finden Sie den kostenpflichtigen Bericht „Bio-based Building Blocks an Polymers – Global Capacities, Production and Trends 2018-2023” zum Download sowie eine Kurzzusammenfassung mit Grafiken.


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