Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


18 12 19 EIHA Banner 200x120Straubing, 1. Februar 2019 * 2018 wurden Anbaurekorde für Industriehanf in Europa, Kanada und China erreicht. Auch die USA schließen sich dem Trend an und haben im vergangenen Jahr mit dem Hanfanbau begonnen. Der größte Nachfragezuwachs ist bei Lebensmitteln, Lebensmittelzusatzstoffen und Pharmazeutika zu verzeichnen. Auch in der Automobil- und Bauindustrie finden Hanffasern zunehmend Einsatz. Die Umsätze im Bereich Industriehanf haben neue Dimensionen erreicht, zahlreiche Unternehmen werden an der Börse gehandelt. Um alle Akteure dieser wachsenden Branche zusammenzubringen, findet am 5. und 6. Juni 2019 in Köln die EIHA Hemp Conference statt. C.A.R.M.E.N. e.V. ist als Partner mit dabei.

Industriehanf in Europa

Viele Jahre war die Anbaufläche von Hanf in Europa rückläufig, lediglich in Frankreich war der Anbau relativ konstant. Die Wiedereinführung begann 1990 in Großbritannien, die Niederlande, Deutschland und schließlich ganz Europa folgten einige Jahre später. In den 1990er Jahren konnte ein erstes Hoch des Hanfanbaus erreicht werden, damals wurden ca. 20.000 ha angebaut. 2011 sank die Fläche auf der industrieller Hanf angebaut wurde jedoch wieder auf 8.000 ha. Seitdem wurde die Anbaufläche jährlich gesteigert. 2015 wurde auf 26.000 ha, 2016 auf 33.000 ha und schließlich 2017 auf 47.000 ha Industriehanf angebaut.

Hanflebensmittel

Diese enorme Steigerung ist vor allem auf die hohe Nachfrage im Lebensmittelbereich zurückzuführen. Hanfsamen sind mittlerweile auch in den Discountern angekommen – pur, in Müsli, in Schokolade und vielen anderen Produkten. Die Samen können wie Soja zu Getränken und Joghurt weiterverarbeitet werden. Bei der Ölpressung fällt ein proteinreicher Presskuchen an, der für die Herstellung von Proteinen für Sportler verwendet wird. Laut Einschätzung des nova-Instituts scheint ein Ende der Nachfrage nicht in Sicht.

Cannabidiol (CBD)

Seit seiner Markteinführung ist mit dem nicht-psychotropen Cannabidiol (CBD) ein weiterer Treiber hinzugekommen. CBD wirkt in niedrigen Dosen beruhigend und fokussierend, in hohen Dosen ist es jedoch auch für die Medizin interessant. Der Wirkstoff wird aus den Blättern und Blüten des Industriehanfs gewonnen und wird Beispielsweise in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. Die Nachfrage nach CBD ist hoch, aufgrund von sehr unterschiedlichen nationalen Vorschriften, kann diese derzeit jedoch nicht ausreichend gedeckt werden. Konzentriertes Cannabidiol als Nahrungsergänzungsmittel wurde im Januar 2019 als Novel Food eingestuft und muss daher erst den Zulassungsprozess durchlaufen.

Pharmazeutische Produkte

Tetrahydrocannabinol (THC), das ebenfalls in Blättern und Blüten enthalten ist, ist in nahezu allen europäischen Ländern als Medikament zugelassen. Für diese Zwecke wird Hanf von der Pharmaindustrie in Gewächshäusern kommerziell angebaut. Für die Landwirtschaft ergeben sich daher hier keine nennenswerten Potenziale. Experten gehen davon aus, dass sich für Deutschland in den nächsten zehn Jahren ein Umsatz von bis zu 6 Milliarden €/Jahr ergeben kann.

Fasern und Schäben

Hanffasern werden in großen Mengen im Leichtbau für die Automobilindustrie (z.B. Türinnenverkleidungen), in Biokompositen, in Dämmstoffen und für dünne, reißfeste Papiere (z.B. Zigaretten- und Bibelpapier) genutzt. Der innere Teil der Hanfstängel, die Schäben, werden im Baubereich und als Tiereinstreu eingesetzt. Diese Anwendungen sind etabliert. Das Marktvolumen verzeichnet daher nur moderates Wachstum.

Weltweite Entwicklungen

Auch in Kanada und China steigt die Anbaufläche von Industriehanf. Außerdem wird seit 2018 auch in den USA Hanf angebaut. In Canada ist das starke Wachstum der Anbaufläche, von 34.000 ha im Jahr 2016, auf 56.000 ha im Jahr 2017, auf eine sehr dynamische Hanf-Nahrungsmittelindustrie zurückzuführen. In China, dem Mutterland des Hanfs, wird er insbesondere in der Textilindustrie eingesetzt. So soll die Baumwollindustrie entlastet oder später sogar ganz ersetzt werden. Im Nordosten Chinas gibt es Programme zur Förderung von enzymatisch aufgeschlossenen Hanffasern für Textilien. Die chinesische Anbaufläche ist von 40.000 ha im Jahr 2016 auf 47.000 ha im Jahr 2017 gestiegen.

Kanada, China und die Europäische Union haben im Jahr 2018 insgesamt 150.000 ha Hanf legal angebaut. Nach Expertenmeinung könnte der Hanfanbau in den nächsten Jahrzehnten 1. Millionen Hektar überschreiten und Hanf wieder zu einer wichtigen Kulturpflanze werden. Nach Angaben der European Industrial Hemp Association (EIHA) ist der Hanfsektor, insbesondere das Geschäft mit Hanfextrakten, in den letzten Jahren stark gewachsen. So erreichten Hanfprodukte in den USA 2016 einen Marktwert von 688 Millionen Dollar und übertrafen 2017 ein geschätztes globales Volumen von 1 Milliarde Euro. Nach Schätzungen der EIHA liegt der europäische Marktwert bei rund 120 Millionen Euro. Zusammen mit der Hanfindustrie in China (Textilien, Lebensmittel, Kosmetik, CBD) und anderen Ländern schätzt das nova-Institut den Gesamtmarktwert der Hanfprodukte in der Welt im Jahr 2018 auf rund 1,5 Milliarden Euro (ohne den Pharmabereich).

Treffpunkt der weltweiten Hanfindustrie

Auch in diesem Jahr findet in Köln die „EIHA Hemp Conference“, die vom nova-Institut in Zusammenarbeit mit der European Industrial Hemp Association (EIHA) organisiert wird, statt. Am 5. und 6. Juni 2019 werden 400 Teilnehmer aus 50 Ländern aus allen Bereichen der industriellen Hanfnutzung erwartet. Neben zahlreichen Vorträgen und Vernetzungsmöglichkeiten haben die Teilnehmer zum zweiten Mal die Möglichkeit das „Hanfprodukt des Jahres 2019“ zu wählen.

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Weite Informationen finden Sie hier.


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