Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


DSC 9927Straubing, 28. Januar 2019 * Am 26. Januar lud die Hanfinitiative Bayern n.e.V. zum 1. Bayerischen Hanfbauerntag nach Hallbergmoos ein. C.A.R.M.E.N. e.V. war als Kooperationspartner mit dabei. Ca. 180 Personen informierten sich zu den Themen Anbau, Ernte und Vermarktung von Hanf. Für den 16. Februar 2019 ist ein weiteres Vernetzungstreffen, ebenfalls in Hallbergmoos, geplant.

Nach der Begrüßung durch die Gastgeberin Uta Stechl, Erich Hambach von Boarischer Hanf und Nadine Pöschl von C.A.R.M.E.N. e.V. begann ein informationsreicher Tag. Als erstes berichtete Landwirt Heinrich Hobelsberger über die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Hanfanbau und verwies interessierte Bauern auf den Internetauftritt der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), dort fänden sich alle wichtigen Informationen. Über die Sortenwahl und die Saatgutverfügbarkeit bei Hanf informierte Frank Plinke von der Hahn & Karl Saatenhandel GmbH. Einen Überblick über verschiedene Ernteverfahren gaben Dr. Jürgen Paulitz vom Ingenieurbüro für Naturfasertechnologien sowie Florian Gessner von Case IH. Dabei legte Paulitz den Schwerpunkt auf die Fasernutzung. „In Zukunft werden nur Betriebe wirtschaftlich sein, die die ganze Pflanze nutzen können“, so Paulitz. Gessner fokussierte sich hingegen auf die Kornnutzung. Durch das von ihm vorgestellte Axial Flow Druschwerkzeug sei eine schonende Kornernte möglich. Beschädigungen an den Körnern seien unbedingt zu vermeiden, da das Erntegut sonst schnell verderben kann.

In den Nachmittagsblock startete Hans Hiermeier von der NEW eco-tec Verfahrenstechnik GmbH. Er stellte einen modular aufgebauten Bandtrockner zur Hanftrocknung vor. Wichtig sei, so Hiermeier, das Erntegut auf maximal 45 °C zu erwärmen, um das Produkt nicht zu beschädigen. Wie der Hanf wirtschaftlich rentabel sein kann, zeigte anschließend Uta Stechl in einer Beispielrechnung. Einen spannenden Einblick zu Hanf im Baubereich gab Wolf Jordan von Wolf Jordan & Co aus Belgien. Er zeigte die Möglichkeiten von Hempcrete, einem Gemisch aus Kalk, Hanfspelzen (ein Nebenprodukt der Fasergewinnung) und Wasser, auf. Besonders überzeugend seien das Wärmespeichervermögen und die feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften. Gerhard Krawinkler, ein Biolandwirt aus Österreich, referierte zum Thema „Nutzhanf in der modernen Landwirtschaft“. Hanf sei eine Bereicherung für jeden Betrieb, so Krawinkler. Anschließend berichtete Erich Hambach über die Entwicklungen der Bayerischen Hanfinitiative und die Vermarktungsmöglichkeiten von bayerischem Hanf. In einem weiteren Vortrag widmete sich Uta Stechl dem Hanf als Nahrungsmittel. Laut Stechl gehöre der Hanf aufgrund seiner zahlreichen Inhaltsstoffe auf jeden Speiseplan. Thorsten Hetfeld zeigte anschließend Potenziale und Einsatzmöglichkeiten von Hanf in der Medizin auf.

Abschließend wies Uta Stechl nachmals auf den geplanten Hanfbauern Vernetzungstag am 16. Februar 2019, der ebenfalls in Hallbergmoos stattfindet, hin. Ziel der Veranstaltung ist es, Landwirte mit Interesse am Hanfanbau zusammenzubringen und so den Einstieg zu erleichtern. An diesem Tag können sich sowohl regionale als auch thematische Gruppen zusammenschließen und ihre Ideen und Erfahrungen austauschen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.


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