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Neuer Förderaufruf des BMEL

biotuete carmenStraubing, 5. Oktober 2018 * Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat einen neuen Förderaufruf veröffentlicht. Ziel des Aufrufs „Biobasierte Kunststoffverpackungen für Lebensmittel“ ist die Entwicklung neuer Verpackungslösungen für Nahrungsmittel. Dabei sind Forschungs- und Entwicklungs-Projekte aus verschiedenen Bereichen förderfähig: Produktentwicklung, recyclinggerechtes Design, migrationsarme Additive für biogene Verpackungen oder die Erforschung der Diffusionseigenschaften von relevanten organischen Substanzen. Förderfähig sind sowohl Konzeptentwicklungen, als auch industrielle Projekte mit dem Ziel der wirtschaftlichen Verwertung.

Als Basis für den Aufruf dienen Ergebnisse einer vom BMEL im Jahr 2016 veranlassten Studie des ifeu-Instituts, des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) und des Consultingbüros narocon. Die Wissenschaftler beschäftigten sich mit dem Potenzial von biobasierten Kunststoffen, welches sich durch, im Vergleich zu fossilen Kunststoffen, andere Barriere-Eigenschaften ergibt. Zusätzlich wurden Fragen bezüglich der Marktsituation, den Umweltwirkungen und den rechtlichen Rahmenbedingungen beantwortet.

In der Studie konnte gezeigt werden, dass etablierte und innovative Biokunststoffe eine vergleichbare oder geringere Sauerstoffdurchlässigkeit aufweisen, jedoch eine höhere Wasserdampfdurchlässigkeit besitzen als fossile Äquivalente. Je nach Anwendungsbereich kann die Wasserdampfdurchlässigkeit Vor- oder Nachteile mit sich bringen, kann jedoch durch Blends und Additive ausgeglichen werden. Eine Ausnahme stellt z.B. PEF dar, welches als Alternative für PET für Getränkeflaschen verwendet werden kann. Neben besseren Barriere-Eigenschaften bei Sauerstoff, Kohlendioxid und Wasserdampf, weist es eine höhere mechanische Stabilität auf.

Einen weiteren Bereich stellt die Migration von Mineralölrückständen aus Altpapierkartonverpackungen in Lebensmittel dar. Fossilbasierte Innenbeutel können diesen Übergang nur wenige Stunden oder Tage eindämmen. Die Verfasser der Studie sehen bei diesen Anwendungen Potenziale für Folien aus Celluloseestern wie CA oder Beschichtungen aus stärkebasierten Polyestern. Nach Verbesserungen bei der Wasserdampfdurchlässigkeit könnten sich diese Materialen auch für trockene Produkte eigen.

Um den Marktanteil von biobasierten Kunststoffen bei den Lebensmittelverpackungen zu erhöhen hat das BMEL daher den Förderaufruf „Biobasierte Kunststoffverpackungen für Lebensmittel“ veröffentlicht. Projektskizzen für Konzeptentwicklungen können bis zum 31. Januar 2019 und für industrielle Verbundforschungsprojekte bis zum 31. März 2019 bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) eingereicht werden. Die FNR ist Projektträger des BMEL. Grundlage des Aufrufs ist das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“.

Den vollständigen Förderaufruf finden Sie hier.


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