Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


DSC09835 KopieVielfalt der Baustoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen für die Straubinger Bürger und Besucher erlebbar

Straubing, 27. Juli 2018 * Baustoffe und Ausbaumaterialien aus Nachwachsenden Rohstoffen sind ökologisch, ästhetisch und hinsichtlich ihrer technischen und wohngesunden Eigenschaften eine echte Alternative. Glattes Holz fühlt sich warm und geschmeidig an, es sieht schön aus, riecht gut, strahlt Lebendigkeit und Werthaltigkeit aus und altert in Würde. Biobasierte Fußböden, Wandfarben, natürliche Öle und Wachse holen ein Stück Natur in die eigenen vier Wände. Zudem punkten Holz & Co. mit Langlebigkeit, Wohngesundheit und guten bauphysikalischen Eigenschaften.

DSC 8357 KopieDie BAUnatour machte letzte Woche die Vielfalt dieser Materialien für die Straubinger Bürger und Besucher auf dem Theresienplatz sinnlich erlebbar. Bauherren, Sanierer und Modernisierer konnten sich in dem mobilen Showroom sowie beim attraktiven Rahmenprogramm zum Thema Nachhaltiges Bauen kompetent, kostenfrei und neutral informieren.

In der Vorwoche wurde die BAUnatour am Freitag mit zahlreichen Ehrengästen eröffnet. Oberbürgermeister Markus Pannermayr freute sich, dass die Ausstellung bereits zum zweiten Mal in Straubing Station macht, „wo die Nachhaltigkeit zu Hause ist“. Beim Bauen mit Holz oder anderen Nachwachsenden Rohstoffen dürfe nicht das Motto herrschen, „das haben wir noch nie so gemacht“. Bayerns Baustaatssekretär Josef Zellmeier betonte ebenfalls: „Bauen mit Holz muss wieder mehr in die Köpfe der Menschen“. Dabei seien viele Bautechniken nicht neu, sondern altbewährt. Vieles sei „einfach vergessen worden“, was sich bei alten Häusern über Jahrhunderte bewährt habe. Michael Lohr, der Betreuer der Ausstellung, erklärte mit Eifer und Fachwissen, was die Ausstellung Bauherren und Baufirmen vermitteln könne. Am Montag startete das Begleitprogramm mit einem Anwenderworkshop zum Thema Naturfaserdämmstoffe mit dem Schwerpunkt auf dem „Sommerlichen Wärmeschutz durch Hanf- und Jutedämmstoffe“ im Musterbauprojekt bei Reiner Naturbau in Bogen. Nach einer kurzen Vorstellung des nachhaltigen Musterbauprojekts durch Franz Reiner, erfuhren die Besucher durch Dieter Schuller von Thermo Natur aller Hand Wissenswertes über die Dämmstoffe Hanf und Jute. Im Anschluss demonstrierte der Dämmstoff-Experte Gunter Wiesmüller von Reiner Naturbau wie diese Dämmstoffe sachgerecht eingesetzt und mittels entsprechender Werkzeuge verarbeitet werden.

Fachtagung Bild 3 KopieAm Dienstag konnten sich Fachleute und Endverbraucher bei der C.A.R.M.E.N.- Veranstaltung „Bauen mit Nachwachsenden Rohstoffen – Klima schützen, Kosten sparen“ zum praktischen Einsatz von Baustoffen aus Holz und Stroh, Naturdämmstoffen sowie biobasierten Ausbaumaterialien informieren. Julia Lehmann von C.A.R.M.E.N. e.V. erklärte den ökologischen und bauphysikalischen  Zusatznutzen bei der Verwendung von Naturdämmstoffen und stellte einige Dämmstoffe im Kurzporträt vor. Neben den bekannten und marktdominierenden Vertretern wie die Zellulose, zeigte sie auch Exoten wie die Seegrasfaser, die vollkommen unbehandelt als Einblas- oder Schüttdämmstoff eingesetzt werden kann. Aber auch Neuentwicklungen, eine Dämm- und Ausbauplatte aus Typha, (Schilfrohr), zeigen ihr Potenzial gerade in der Sanierung von Fachwerk. Stefan König von Steico sprach über die Möglichkeiten von Holz als Dämmstoff. Für ihn ist der Einsatz von Holzfaser die ökologischste Variante ein Haus zu Dämmen - ob Neubau oder Modernisierung. „Eigentlich ist die Holzfaser der herkömmliche Stoff“, denn „sie dämmt von sich aus, ist schadstofffrei und kann kostenlos entsorgt werden“. Darüber „benötigt deren Herstellung auch weniger CO2“ und das Treibhausgas kann im Produkt über einen langen Zeitraum gespeichert werden. Bastian Schendzielorz von ISO-Stroh sprach über die Neuentwicklungen im Bauen mit Stroh. Neben dem Hausbau mit Strohballen kann auch mit Einblasstroh mittels klassischem Einblasverfahren gearbeitet werden. In der Zukunft wird das industrielle Einbringen des Dämmstoffs im Werk noch eine größere Rolle spielen. Für ihn haben die Grundbaustoffe Holz, Stroh und Lehm absolute Priorität, da man durch diese natürliche Bauweise die Verwendung von möglichen schädlichen Polymerwerkstoffen am Bau vermindert. Axel Müller-Engelhardt von der werkstatt Raum & Farbe zeigte Möglichkeiten der Innenraumgestaltung mit Nachwachsenden Rohstoffen auf. Dabei zeigte er verschiedene Wandanstriche u. A. mit Kalkfarbe sowie Bodenbeläge aus Kork und Holz und wies auf mögliche Verarbeitungsfehler hin. Für ihn ist es wichtig nur wohngesunde Anstrichstoffe anzubieten, die über eine Volldeklaration verfügen, denn nur so kann der Kunde sich über potentielle Allergene im Vorfeld informieren. Christina Patz von der Beratungsstelle Energieeffizienz und Nachhaltigkeit an der Bayerischen Architektenkammer sprach die Probleme der aktuellen Sanierungspraxis an, unter denen nicht nur der Bewohner, sondern auch die Umwelt leidet: Maßnahmen am Gebäude werden oft nicht gut aufeinander abgestimmt, Sanierungsqualität bleibt oft unter aktuellen Standards, Themen wie Innenraumluftqualität und Baustoffwahl bleiben unberücksichtigt. Diese können oft schwere Folgen wie Bauschäden oder eine Dauerbaustelle mit sich führen, die auch zu unerwarteten oder höheren Kosten führen. Vor der Maßnahme sei eine grundlegende Bedarfsermittlung durchzuführen sowie ein Sanierungsfahrplan aufzustellen, der die gesamten Kosten über den Lebenszyklus – also auch Betrieb, Wartung und Entsorgung inkludiert - darstellt. Denn nur so könne die Planung optimiert und eine Kostensicherheit und Qualitätssicherung gewährleistet werden. Letztlich empfiehlt sie den Bauherren sich frühzeitig fachkundige und neutrale Informationen vor Baubeginn bzw. Sanierungsmaßnahme zu besorgen und auch nicht zu vergessen, mögliche Fördermittel frühzeitig zu beantragen. Abschließend zeigte sie anhand einiger aktuelle Sanierungsbeispiele, wie modern, innovativ  und ästhetisch „alte Gebäude“ energieeffizient und nachhaltig aufgewertet werden können. Zum Abschluss des Abends konnten die Besucher bei einem Rundgang mit Dr. Bettina Fink von C.A.R.M.E.N. e.V. durch die SAZ-Ausstellung „Nachwachsende Rohstoffe: Von der Pflanze zur Nutzung“ verschiedene haushaltsnahe Produkte aus Nachwachsenden Rohstoffen kennenlernen.

IMG 0263 KopieNach einem Blick auf die Baustelle des NAWAREUM mit baulicher Erläuterung durch die Experten vom TFZ schloss das Programm am Donnerstag im NAWAREUM Schaufenster im Mitred’n Spezial mit einem Vortrag von Alexander Schulze (Netzwerk Forst und Holz bei C.A.R.M.E.N. e.V.) zum Thema „Holz als Baustoff“. Der Referent erklärte den aktuellen Wissensstand der Ressource Holz als Baustoff. Dabei demonstrierte er die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten mit den Vorteilen dieses nachhaltigen Baustoffs: "er erlaubt auch eine ganz neue Formensprache, eine neue Architektur“, wie zum Beispiel der "Kristall" im geplanten NAWAREUM" und „er ermöglicht neue Bauleistungen, wie eine kurze und belastungsarme Baustelle z. B. durch vorgefertigte, vorgehängten Fassaden". Und nebenbei hat hat man auch "entspanntere Schüler in der Holzklasse", denn laut einer Studie "beruhigt Holz das Herz", was sich auch in dem neuen Trend des "Forestbathing" widerspiegelt. Die Begeisterung, mit der Alexander Schulze über seine Wohn- und Wohlfühlerfahrung im Holzhaus berichtete, steckte auch die lebhaft diskutierenden Besucher an.

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