Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


34 2016aAusstellung zur Bioökonomie jetzt auch in Stuttgart

Straubing, 29. November 2016 * jl * Autotüren mit Pflanzenfasern und T-Shirts aus Holz – was für manchen noch nach Science Fiction klingt, hat sich heute längst als praxistauglich erwiesen. Um diese biobasierten Produkte erlebbar zu machen und zu zeigen wie sehr sie unseren Alltag prägen, hat der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner die Ausstellung "Bioökonomie zum Anfassen" initiiert, die im Oktober in seinem Hause präsentiert wurde. Dieses Zeil verfolgt auch die Ausstellung „Bioökonomie zum Anfassen - Produkte aus Nachwachsenden Rohstoffen“, die derzeit in Stuttgart zu sehen ist. Die Ausstellung macht Produkte der Bioökonomie greifbar und will zum Einkauf von biobasierten Produkten anregen.

IMG 5748Ausstellung "Bioökonomie zum Anfassen"

Die Ausstellung „Bioökonomie zum Anfassen – Produkte aus Nachwachsenden Rohstoffen fürs Leben" war im Oktober im Hause des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) in München zu sehen. In der Ausstellung wurden Beispiele der Bioökonomie aus den Bereichen Büro, Bauen, Haushalt und Industrie gezeigt. Mit dabei war die Sonderschau "Das nachwachsende Büro" der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) mit der begleitenden Produktdatenbank sowie die TU München zum Thema Bauen mit Holz. Die Ausstellungseinheit „Biobasierte Produkte im Alltag" wurde maßgeblich von C.A.R.M.E.N. e.V. entwickelt und gestaltet.

IMG 5791Bioökonomie im Dialog und als wirtschaftliche Chance

„Wir wollen mit der Ausstellung ein Bewusstsein für die vielfältigen Einsatzbereiche biobasierter Materialien schaffen, so Helmut Brunners Worte zur Ausstellungseröffnung am 10. Oktober 2016. Nachwachsende Rohstoffe seien heute bereits in vielen Alltagsprodukten enthalten. Angesichts der Endlichkeit fossiler Ressourcen sei die Bioökonomie der Schlüssel für eine nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaftsweise. Dass immer mehr Branchen bei der Wahl ihrer Grundstoffe gezielt auf Nachwachsende Rohstoffe setzen, eröffnet dem Minister zufolge große Chancen für die ländlichen Räume. „Hier warten auf unsere Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft neue Absatzmärkte und Entwicklungsperspektiven“, so Helmut Brunner. 046Nach seiner Einschätzung wird die Dynamik im Bereich Bioökonomie in den nächsten Jahren stark zunehmen, denn: „Ob Energiebilanz, Klimaschutz, Produktionsbedingungen, Gesundheit oder Entsorgung – Produkte aus Nachwachsenden Rohstoffen haben unschlagbare Vorteile.“ Viele biobasierten Produkte überzeugen durch ihren hohen Gebrauchswert sowie durch ihre Umwelt- und Gesundheitsfreundlichkeit. Von einer steigenden Nachfrage nach biobasiert erzeugten Materialien könnten Landwirte, Waldbauern und der ganze ländliche Raum im Freistaat profitieren. Deshalb will der Staatsminister Forschung und Produktentwicklung weiter vorantreiben und den Dialog mit den Verbrauchern intensivieren. Wertvolle Impulse dafür soll der von Helmut Brunner einberufene Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern mit Mitgliedern aus Wirtschaft und Wissenschaft liefern.

Information für Verbraucher: Ausstellung zur Bioökonomie in Stuttgart

IMG 20161123 153021Auch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg hat nun in Kooperation mit C.A.R.M.E.N. e.V. eine Ausstellung mit dem Titel "Bioökonomie zum Anfassen – Produkte aus Nachwachsenden Rohstoffen" ins Leben gerufen. Die Ausstellung befindet sich im Foyer des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am Kernerplatz 10 in Stuttgart. Sie ist montags bis freitags von 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet und endet am 16. Dezember 2016.

Nachwachsende Rohstoffe fänden bereits heute in zahlreichen Alltagsprodukten Verwendung. Einem Stuhl sehe man auf den ersten Blick an, ob er aus Holz ist. Bei einem Bürolocher aus dem Holzbestandteil Lignin oder einer Terrassendiele aus Grasfasern sei dies nicht der Fall. IMG 20161123 152901„Wir möchten die Konsumenten aufklären, welche Vorteile diese Produkte bieten und sie animieren, gezielt auf biobasierte Produkte zurückzugreifen“, erklärte der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk, am Mittwoch, den 23. November, im Rahmen der Ausstellungseröffnung in Stuttgart. Die Verwendung solcher Produkte diene durch den weitgehenden Verzicht auf fossile Rohstoffe bei der Herstellung direkt dem Klimaschutz. Auch seien sie aufgrund ihrer Speicherwirkung von CO2 Kohlenstoffsenken. Darüber hinaus würden sie einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der heimischen Wirtschaft leisten. „Die Bioökonomie ist ein Feld, das wir gemeinsam mit der Industrie und der heimischen Land- und Forstwirtschaft offensiv bearbeiten werden. Wir müssen langfristig weg von Rohstoffen fossilen Ursprungs und hin zu regionaler Wertschöpfung und Klimaschutz“, sagte Peter Hauk. „Was wir haben, sind innovative Betriebe und leistungsfähige Kulturlandschaften, die wertvolle Nachwachsende Rohstoffe liefern. Dass immer mehr Branchen bei der Wahl ihrer Grundprodukte gezielt auf Nachwachsende Rohstoffe setzen, eröffnet für die ländlichen Räume große Chancen. Denn gerade die Erzeugung, Aufbereitung, Verarbeitung und stoffliche Nutzung nachwachsender, biogener Rohstoffe sind seit jeher fest in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft verankert“, betonte der Minister. Ein verstärkter Einsatz biobasierter Produkte sichere Arbeitsplätze vor allem in den ländlichen Räumen. Schon jetzt würden in Europa mit biobasierten Stoffen jährlich über zwei Billionen Euro umgesetzt. Mehr als zwölf Prozent der Beschäftigten würden sich der Bioökonomie zuordnen lassen.

Hintergrundinformation Bioökonomie

Einfach ausgedrückt bedeutet Bioökonomie nachhaltiges Wirtschaften mit biobasierten Rohstoffen. Dies umfasst alle Bereiche, die nachwachsende Ressourcen wie Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen erzeugen, nutzen und/oder damit handeln. Dies beinhaltet auch die Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe. Neue Erkenntnisse in Forschung und Entwicklung, die Orientierung an natürlichen Stoffkreisläufen sowie Kaskaden- und Koppelnutzung können unsere Wirtschaftsweise nachhaltiger gestalten.