Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


011Straubing, 10. März 2016 * (je) * Am 24.02.2016 fand in Bamberg ein C.A.R.M.E.N. e.V. Fachgespräch zum Thema „Nachhaltige Beschaffung in der öffentlichen Verwaltung“ in Kooperation mit der Klimaallianz Bamberg statt. Die Veranstaltung richtete sich an Entscheidungsträger und Interessierte in Städten, Gemeinden, Landkreisen sowie öffentlichen Einrichtungen. Mehr als 50 Teilnehmer informierten sich über verschiedene Bereiche der Nachhaltigen Beschaffung und zeigten in der an die Vorträge anschließenden Fragerunde reges Interesse an den vorgestellten Themen.

Nachhaltigkeit und Alternativen auf Basis Nachwachsender Rohstoffe

Julia Lehmann (C.A.R.M.E.N. e.V., Abteilung Stoffliche Nutzung) übernahm die Begrüßung und ging in ihrem Einleitungsvortrag auf die Bedeutung der Nachhaltigkeit ein. In einer anschaulichen Grafik widmete sie sich dem enormen Anstieg des Verbrauchs fossiler Rohstoffe von Beginn der Industrialisierung bis heute und wies auf die Vielfalt von Produkten aus Nachwachsenden Rohstoffen als mögliche Alternativen hin, die auch im Bereich der Beschaffung eingesetzt werden können.

Rechtliche Grundlagen und Neuerungen

Fr. Höß (Auftragsberatungszentrum München) erläuterte die rechtlichen Grundlagen der Nachhaltigen Beschaffung in der Verwaltung sowie anstehende Neuerungen. Hier wird die neue EU-Vergaberichtlinie, die ab 18.04.2016 in Kraft tritt Änderungen hinsichtlich der Nutzung von Umweltzeichen bringen. Durften diese bislang bei EU-weiten Ausschreibungen nicht in die Leistungsbeschreibung aufgenommen werden, sondern mussten deren Kriterien aufgeführt werden, kann der Auftraggeber nun die Vorlage von Gütezeichen fordern.

Nachhaltiger Büroalltag

Welche Gütezeichen hier in Frage kommen und welche Bedingungen diese Umweltzeichen erfüllen müssen, erläuterte Jutta Einfeldt (C.A.R.M.E.N. e.V., Abteilung Stoffliche Nutzung). Anhand von Beispielen zeigte sie auf, wie man mehr Nachhaltigkeit in den Büroalltag bringen kann. Dass nachhaltige Beschaffung nicht unbedingt teurer sein muss, zeigt ein Auszug einer Studie des Öko-Instituts „Umwelt- und Kostenentlastung durch eine umweltverträgliche Beschaffung“. Diese kommt bei der Untersuchung von 15 Produktgruppen zu dem Ergebnis, dass die Nutzung der jeweils umweltfreundlichsten aktuellen Produkte im Vergleich zu konventionellen, marktüblichen Produkten bei 10 Produktgruppen unter Berücksichtigung der Lebenszykluskosten Kosten sparen und darüber hinaus auch CO2 einsparen kann.

Energieeffizientes Büro macht sich bezahlt

Kathrin Kolb (C.A.R.M.E.N. e.V., Energie vor Ort) beleuchtete den Büroalltag aus dem Blickwinkel der Energieeffizienz. Sie ging auf die Labels ein, die energieeffiziente Produkte auszeichnen und zeigte anhand eines Vergleichs dass die Mehrausgaben bei der Anschaffung einer LED im Vergleich zu einer Glühbirne aufgrund der geringeren Verbrauchskosten der LED bereits nach weniger als einem Jahr kompensiert sind. Zudem wies sie darauf hin, dass bei der Anschaffung von IT-Geräten enorme Kosten eingespart werden können, wenn die Ausstattung bedarfsgerecht und nicht überdimensioniert ausfällt. Weiteres Einsparpotenzial über die gesamte Nutzungsdauer des Produkts ergibt sich, wenn man auf das Gerät mit dem geringsten Energieverbrauch umsteigt, auch wenn dies in den Anschaffungskosten teurer ist. Anhand von Bespielen appellierte sie an jeden einzelnen, sein Nutzerverhalten hinsichtlich des Gebrauchs von Bürogeräten, Internetnutzung, Heizen und Lüften zu überdenken und Mitarbeiter in dieser Hinsicht zu motivieren.

Nachhaltig unterwegs

Hubert Maierhofer (C.A.R.M.E.N. e.V., Abteilung Biogas & Mobilität) ging in seinem Vortrag auf das Thema Mobilität ein. Er erläuterte, welche Alternativen zum Auto gewählt werden können, ob Fahrrad, E-Bike oder Öffentlicher Nahverkehr. Auch das Thema Car-Sharing wird immer beliebter und stellt eine gute Alternative zum eigenen Auto dar. Mittlerweile gibt es auch Car-Sharing-Anbieter, die Elektro-Autos anbieten. Zudem widmete sich der Vortrag den verschiedenen alternativen Antriebssystemen (Elektro-, Hybrid- und Biomethanbetriebene Motoren) sowie der Untersuchung von deren Anschaffungs- und Nutzungskosten.

Weitere Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel. 09421/960-300, Fax: -333, E-Mail: (www.carmen-ev.de).