Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


IMG 2879Vielseitiges Handwerkerseminar an der HwK in Augsburg

Straubing, 28. Januar 20145* (jl) * Am Freitag, den 16. Januar 2015 veranstaltete C.A.R.M.E.N. e.V. in Kooperation mit der Handwerkskammer für Schwaben im Berufs- und Technologiezentrum (BTZ) der HwK Schwaben in Augsburg das Seminar „Nachhaltig und energieeffizient Bauen und Heizen". Im Seminar wurden die Nachwachsenden Rohstoffe als eine wesentliche Grundlage des nachhaltigen Bauens, Sanierens und der Energiegewinnung vorgestellt und mit den interessierten Teilnehmern vom Energieberater, Architekten, Holztechniker über den Waldbesitzer bis zum Haustechniker ausführlich diskutiert.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Andrei Leporda von der Handwerkskammer für Schwaben gab Julia Lehmann von C.A.R.M.E.N. e.V. einen Überblick über die aktuellen Naturdämmstoffe, die sich als eine gesunde und ökologische Alternative zu konventionellen Baustoffen anbieten. Der Vortrag zeigte Einsatzmöglichkeiten in Dach-, Wand- und Fassadendämmung von bekannten Holzfaser- und Zellulosedämmstoffen über die Dämmung mit Hanf bis zu den Exoten wie Schafwolle und Seegrasdämmung in Neubau und Sanierung. Zudem wurden die bauphysikalischen Besonderheiten der Naturdämmstoffe, aber auch die Grenzen ihres Einsatzes erläutert, sowie Umwelt- und Gütezeichen in der Baubranche vorgestellt.

Im Anschluss daran referierte Stefan König (THERMO NATUR GmbH) als Holztechniker und Baubiologe zu den Vorzügen im Dämmen mit Hanf und Jute in Dach, Wand und Fassade. Neben dem etablierten Hanfdämmstoff, der im Rahmen eines von der DBU geförderten Projektes auch mit einer biobasierten Stützfaser (PLA) entwickelt wurde, wird bei THERMO NATUR nun auch der Upcycling-Gedanke im Sinne der Material- und Energieeinsparung lebendig. Nun erhalten ausgemusterte Jutesäcke, in denen ehemals Kaffee- oder Kakaobohnen transportiert wurden, ein zweites Leben. Statt Deponierung oder thermischer Verwertung werden die gewonnen Jutefasern weiter zu hochwertigen Dämmstoffen verarbeitet. Im Vortrag wurden ausführlich Anwendungsbeispiele im Rahmen einer Dachsanierung, bei Dämmung der obersten Geschossdecke, im Innen- und Außenwandbereich sowie Möglichkeiten des Einsatzes des vorgehängten Fassadensystems (Holz-Trägersystem mit Wärmedämmung) besprochen.

Lothar Zieglmeier von der Pavatex GmbH ging zunächst auf die Holznutzung in Deutschland ein, sprach die Veränderungen durch den Klimawandel sowie die sich ergebende Nutzungskonkurrenz des Rohstoffs Holz an und betonte, dass aus klimapolitischen Gründen und im Sinne der Nachhaltigkeit eine kaskadische Nutzung von Holz absoluten Vorrang haben muss. Unabdingbar wäre demnach in Zukunft die Dämmung der Gebäudehülle mit Nachwachsenden Rohstoffen, sei es bei Neubauplanung oder im Sanierungsfall. Ergänzend dazu stellte er im Nachhinein verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Holzfaserdämmung ausführlich vor: Dämmen im Altbau, Behebung von Hagelschäden im Dach, Fassadendämmung mit Putz und Holzschalung. Abschließend erklärte er auch einige Detaillösungen an Fenstern und Türen und wies hier auf baufachliche Mängel hin.

Weiterer Seminarinhalt war das Planen und Bauen mit Holz, wobei Günter Wolff (Staudenschreiner GmbH) als Schreiner, Zimmerer und Energieberater von seinen Erfahrungen im Planungs- und Bauablauf berichtete. Besonderen Wert lege er dabei auf die Harmonisierung der Planung seiner ökologischen Holzhäuser und den Bedürfnissen und Erwartungen seitens der Fachplaner, regionalen Partnern und letztlich der Bauherren.

In den abschließenden Vorträgen von Bernhard Pex (C.A.R.M.E.N. e.V.) wurde auf die energetische Nutzung von Biomasse, sei es in Form von Pellets, Scheitholz oder Hackschnitzeln, als Brennstoff eingegangen, die gleichermaßen erneuerbar und nachhaltig sein kann. Gerade im Gebäudebestand ergeben sich angesichts des jahrelangen Modernisierungsstaus in deutschen Heizungskellern hohe Einsparpotenziale was den Energieverbrauch angeht. Laut Schätzung des BDH sind gut 70 % der aktuell betriebenen Heizungsanlagen mehr als 20 Jahre alt und entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik, sind also unzureichend effizient. Bernhard Pex ging auf einige technische Details der verschiedenen Heizsysteme von der Feuerungstechnik bis zur Lagerung der Biomasse ein. Ergänzend dazu wurden auch die Vor- und Nachteile einer Wärmepumpe vorgestellt und alternativ das Konzept der Nahwärmenetze vorgestellt.

Im Anschluss konnten die Teilnehmer die Heizungs- und Biomasseausstellung vor Ort besichtigen.


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