Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Haus der Berge außenStraubing, 08. Februar 2015 * (jl) * Der Holzbaupreis Bayern 2014 zeigt mal wieder besonders eindrucksvoll, welches gestalterische Potenzial im Bauen mit Holz steckt. Das Bayerische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hatte den Preis zusammen mit dem Landesbeirat Holz Bayern e.V. und der Initiative proHolz Bayern bereits zum neunten Mal ausgelobt. Laut Staatsminister Helmut Brunner belegt der Teilnahmerekord von 248 eingereichten Projekten, dass der Rohstoff Holz den unterschiedlichsten Anforderungen der Bauherren sprichwörtlich „bestens gewachsen“ ist.

Mit den diesjährigen Verleihungen zeigt der Holzbau seine vielen Gesichter. Ob ein neuer Ausstellungsraum einer Schnitzschule, ein Informations- und Bildungszentrum im Nationalpark, ein Ziegenstall oder ein Bauwagen für die Kinder eines Waldkindergartens - die Lösungen mit Holz sind gleichermaßen kreativ wie innovativ. Aufgrund positiver Entwicklungen der Technik in den letzten Jahren bieten sich Bauherren und Architekten sowohl bei Neubau als auch bei Sanierung älterer Gebäude völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Fünf besonders gelungene Objekte hat Staatsminister Helmut Brunner im Rahmen der BAU 2015 in München jetzt mit dem Bayerischen Holzbaupreis ausgezeichnet: Jeweils 3 000 € Siegerprämie gab es für die Modernisierung des 150 Jahre alten „Haus des Briefträgers“ in Vorderfirmiansreut (Lkr. Freyung-Grafenau), den Ausstellungspavillon der Schnitzschule in Oberammergau (Lkr. Garmisch-Partenkirchen) sowie das Informations- und Bildungszentrum „Haus der Berge“ in Berchtesgaden. Bei der vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz errichteten und im Mai 2013 eröffneten Einrichtung, die aus einem Informationszentrum, einer Bildungsstätte sowie einem Außen- und Erlebnisgelände auf einem Areal von 17.000 m2 Fläche besteht, hob die Jury insbesondere das Thema des "materialgerechten Bauens" heraus: Fels, Eis und Wald sowie die geologischen Formen des Hochgebirges finden sich – in Architektur und Baumaterialien übersetzt – in und an den Gebäuden in ausgewogener und konstruktiv sorgfältig durchgearbeiteter Kombination wieder. Daher ist das „Haus der Berge“ ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Holz gleichermaßen zeitlos wie modern eingesetzt werden kann und als gleichberechtigter Partner zu anderen Baumaterialien fungiert. Bei der Verwirklichung des Projekts, das neben dem Freistaat Bayern auch die EU, Sponsoren und Förderer finanzierten, lagen die Schwerpunkte auf einem nachhaltigen Energiekonzept, Barrierefreiheit und kurzen Wegen. Die Fassade entstand vorwiegend aus regionalen Materialien – ihre natürliche Verwitterung soll den Grundgedanken des Nationalparks "Natur Natur sein lassen" widerspiegeln.

Ziegenstall kühnleinMit Sonderpreisen von je 500 Euro wurden für die kreative Neuinterpretation traditioneller Nutzbauten ein Ziegenstall in Seubersdorf (Lkr. Neumarkt i. d. OPf.) und ein Hühnerhaus in Kneiting (Lkr. Regensburg) ausgezeichnet. Beide Objekte sind wunderbare Beispiele dafür, dass auch Zweckbauten für die Landwirtschaft gut und mit ästhetischem Anspruch in die Landschaft integriert sein können. Der Ziegenstall von Kühnlein Architektur zeigt, wie man ohne aufwändige Planung und Ausführung mit einer klugen Neuinterpretation des traditionellen Blockbaus einfache Bauaufgaben auch jenseits des Baumarktschicks umsetzen kann. Mit  gestapelten Fichtenkanthölzern nur eines Querschnitts demonstriert der Stall schöne, schlichte Einfachheit. Neben den Prämierungen erhielten sechs weitere Projekte eine Anerkennung.

In der Dokumentation finden Sie alle elf prämierten Bauwerke mit detaillierten Beschreibungen und Bildern.


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