Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


IMG 1632Vielfältiges C.A.R.M.E.N.- Fachgespräch „Innovativ mit Bionik! – Werkstoffe aus Biomasse“

Straubing, 12. November 2014 * (jl) * C.A.R.M.E.N. e.V. veranstaltete am 10.11.2014 am Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing zusammen mit dem Technologie Campus Freyung der Technischen Hochschule Deggendorf ein Fachgespräch zum Thema Bionik. Im Schulungs- und Ausstellungszentrum (SAZ) des KoNaRo wurde die Bionik als Problemlösungsstrategie in der Produktentwicklung vorgestellt und gleichzeitig praktische Umsetzungsmöglichkeiten der Bionik vermittelt. Da Nachwachsende Rohstoffe hierbei intelligente und nachhaltige Lösungen liefern können, wurde ausführlich über den Einsatz von Biomasse in Verbundwerkstoffen und Biokunststoffen informiert. Über 30 interessierte Teilnehmer aus den Branchen Kunststoffe, Werkstoffe, Design, Holzbau und kommunale Vertreter trugen zu einer regen Diskussion bei.

 Bionik als Problemlösungsstrategie

Nach einer kurzen Begrüßung durch C.A.R.M.E.N. e.V. stellte Kirsten Wommer die Arbeitsgruppe Bionik der TH Deggendorf und das INTERREG Bayern-Österreich Projekt "ImB-Innovativ mit Bionik!" vor. Das Hauptziel des grenzüberschreitenden Projekts ist, Unternehmen verschiedener Branchen für die Methodik der Bionik nicht nur zu begeistern, sondern ihnen gezielt zu vermitteln, wie Bionik als die Verbindung von Biologie und Technik Teil einer Innovationsstrategie im Unternehmen sein kann. Der Vortrag „Bionik als Problemlösungsstrategie in der Produktentwicklung“ regte an, das unheimlich große Potenzial der Natur als Vorbild – an Formen und Materialien, Prozessen und Funktionen in der Tier- und Pflanzenwelt, Funktionsweisen von Ökosystemen sowie Mechanismen in der Evolution – zur Lösung von technischen Fragestellungen zu nutzen. Die Vielfalt an möglichen Anwendungsfeldern der Bionik von funktionalen Oberflächen, Materialien, Strukturen und Leichtbau über Architektur und Design bis hin zu Fluiddynamik und Aerodynamik wurde an Beispielen erläutert. Bionik als Kreativitätstechnik bietet einen interdisziplinären Denkansatz, der dabei hilft über konventionelle Disziplinen hinauszugehen und neue Wege in Forschung und Entwicklung zu gehen.

Welt der biobasierten Werkstoffe

Der Vortrag von Dr. Bettina Fink von C.A.R.M.E.N. e.V. beleuchtete die Welt der biobasierten Werkstoffe mit dem Fokus auf den Biokunststoffen und den biobasierten Verbundwerkstoffen und zeigte auch ihre Stärken und Schwächen. Für die Herstellung werden u.a. die stoffliche Ressource Holz, Pflanzenöle, Stärke, Zucker oder Naturfasern genutzt. Neben aktuellen Anwendungen der Biokunststoffe im Verpackungsbereich wurden auch neue Anwendungen der biobasierten Werkstoffe im Bereich Automobil, Sport- und Freizeit sowie in der Elektronik gezeigt. Die hohen Anforderungen, die aktuell an den „grünen“ Kunststoff gestellt werden, sind berechtigt und zugleich vielschichtig - von biologisch abbaubar, recycling- bzw. kreislauffähig, wirtschaftlich konkurrenzfähig bis hin zum Nachweis der besseren Ökobilanz -jedoch können sie jetzt zu Beginn der Technologieentwicklung nicht immer zur vollständigen Zufriedenheit gelöst werden.

Einsatz von NawaRo im Automobil

Andrea Fagner vom Automobilzulieferer Dräxlmaier berichtete über den erfolgreichen Einsatz von Naturfasern in Verbundwerkstoffen im Fahrzeuginterieur. Für das Elektroauto BMW i3 wurde erstmalig sichtbare Naturfaser in der Türverkleidung eingesetzt. Im Vergleich zu den BMW 7-er Baureihen weist das Trägersystem des BMW i3 auch die beste CO2-Bilanz auf. Die Entwicklung der Trägersysteme zeigt, dass das Gewicht durch immer dünneren und leichteren Materialeinsatz im Dekor und Naturfaser-Verbund-System sukzessive reduziert wurde. Der Trend geht weiter in Richtung Gewichtreduktion im Fahrzeuginnenbereich bei gleichbleibenden technischen Eigenschaften, was hohe Ansprüche an die Materialentwicklung mit sich bringt und Innovationen fordert. In Zukunft sollen auch vermehrt Biokunststoffe sowie Oberflächen auf Basis Nachwachsender Rohstoffe eingesetzt werden; allerdings nur, wenn der Preis stimmt.

Bionik als Kreativitätstechnik

In einem abschließenden kurzen Workshop konnten die Fachgesprächs-Teilnehmer kreativ werden und sich einer technischen Aufgabenstellung mithilfe bionischer Prinzipien und somit der Natur als Ideengeber nähern. Im Anschluss an die Veranstaltung bot sich den Teilnehmern die Gelegenheit sich bei einem Fingerfood-Buffet kennenzulernen und auszutauschen sowie sich die Dauerausstellung im SAZ „Nachwachsende Rohstoffe -Von der Pflanze zur Nutzung“ anzuschauen.

Die Teilnehmer der Veranstaltung können sich die Vorträge der Referenten sowie die Programmübersicht nach Eingabe der Kenndaten unter diesem Link herunterladen.


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