Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


DSCN9689 hellStraubing, 6. Oktober 2014 * (jl) * Der mehrfunktionale Plusenergie-Gebäudekomplex HOF8 der Klärle GmbH in Schäftersheim ist als eines von drei Projekten für den Sonderpreis „Nachhaltiges Bauen“ 2014 nominiert. Der Plusenergiehof im Taubertal ist ein Musterbeispiel für die innovative und ökologische Gesamtsanierung einer landwirtschaftlichen Hofanlage. Die Wiederverwendung vorhandener oder Nutzung neuer Materialien regionaler Herkunft, das Energiekonzept eines Plusenergiehauses mit Versorgung durch erneuerbare Energien sowie der effiziente Umgang mit Ressourcen sind ökologisch beispielhaft umgesetzt.

Der Sonderpreis "Nachhaltiges Bauen"

Der Sonderpreis „Nachhaltiges Bauen“ zeichnet Gebäude aus, bei deren Planung, Realisierung und Betrieb grundsätzliche Aspekte der Nachhaltigkeit in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft berücksichtigt wurden und die sich gleichzeitig durch innovative Lösungsansätze sowie eine besondere gestalterische Qualität auszeichnen.

Vom 1. April bis zum 15. Juni 2014 konnten Bauherren, Architekten oder Nutzer in Betrieb befindliche Gebäude mit Standort in Deutschland vorstellen. Nach der Auswertung im Sommer entschied am 11. September die Expertenjury unter der Leitung von Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, über die Besten aus 50 Bewerbungen. Der Sonderpreis wird am 28. November zum zweiten Mal im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises vergeben.

„Die Zahl der Einreichungen ist im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen“, sagte Stefan Schulze-Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. „Das zeigt, wie viel sich im Bausektor tut und bestärkt unsere Entscheidung, nachhaltiges Bauen in den Mittelpunkt eines Sonderpreises zu stellen.“ Professor Alexander Rudolphi, Präsident der Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen erläuterte: „Neben institutionellen Bauherren und Architekten kamen die Einreichungen in diesem Jahr vermehrt von privaten Bauherren und Bauherrengemeinschaften. Wir freuen uns darüber, dass nicht nur Neubauten, sondern auch Modernisierungs- und Sanierungsprojekte eingereicht wurden, denn gerade im Bestand steckt Potenzial für nachhaltiges Bauen.“

Beispielhafte Sanierung der Hofanlage

HOF8 in Schäftersheim im Main-Tauber-Kreis ist ein Musterbeispiel für die ökologische Reaktivierung und Revitalisierung von altem Gebäudebestand in schrumpfenden Regionen. Kurz vor dem drohenden Abriss wurde das ehemals landwirtschaftlich genutzte Anwesen innovativ und ökologisch saniert. Somit hat die Hofanlage nach 40 Jahren Leerstand eine nachhaltige Aufwertung erfahren und wurde einer zukunftsfähigen Nutzung zugeführt. 

Ökologische Materialien und effektives Energiekonzept

N-IMG 2563 2Die Gestaltungskonzeption wird bestimmt durch Reduktion und Wiederverwendung vorhandener Materialien und dem Zusammenspiel aus historischer Substanz und zeitgemäßer Architektur und stellt insgesamt einen äußerst gelungenen Beitrag zur nachhaltigen Baukultur dar. Erweiterungsflächen sichern die Zukunftsfähigkeit des Gebäudekomplexes.

Die ökologische Materialwahl kombiniert mit einem effektiven Energiekonzept ermöglichen die Optimierung der Lebenszykluskosten. Es werden ausschließlich erneuerbare Energien genutzt sowie der Standard Plusenergiehaus umgesetzt. Das energetische Konzept beinhaltet Photovoltaikanlagen, Kleinwindkraftanlagen, ein Nahwärmenetz mit Grund- und Luftwasserwärmepumpen, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Ladestationen für Elektrofahrzeuge sowie die Beleuchtung mit LEDs. Ein Natursteinbrunnen konnte erfolgreich wieder ertüchtigt werden und speist nun über eine Grundwasserwärmepumpe die beheizte Nutzfläche mit Wärme. Eine automatisierte Steuerung sorgt für ein behagliches Raumklima, in Abstimmung zwischen Heizungs- und Kühlungskomponenten sowie der Lüftungsanlage.

Nachhaltiges Nutzungskonzept

Der Bauernhof bestand ursprünglich aus einem Gebäudewinkel (Stall, Scheune und Remisengebäude) und einem freistehenden Wohnhaus. Nun sind auf 700 m² Wohn- und Arbeitsraum und 500 m² Scheunenfläche eine Hebammenpraxis, ein Dienstleistungsbüro und Seniorenwohnungen untergebracht. Das generationenübergreifende nachhaltige Nutzungskonzept ermöglicht Begegnung, Kommunikation und Aufenthaltsqualität, nicht nur für die Nutzer der Gebäude.


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