Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


eiha logoStraubing, 18. September 2014 * (jl) * C.A.R.M.E.N. e.V. ist seit diesem Monat Mitglied beim Europäischen Industriehanf Verband -"European Industrial Hemp Association“ (kurz EIHA). Der Industrieverband mit Sitz in Hürth wurde am 14. September 2000 gegründet. In der EIHA sind heute primär Hanf verarbeitende Unternehmen (ordentliche Mitglieder) vertreten. Weiterhin gehören dem Verband über 100 assoziierte Mitglieder an, v. a. Verbände, nationale Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen, die im Bereich Hanf oder andere Naturfasern arbeiten.

Oberstes Ziel von EIHA ist es, Anbau, Weiterverarbeitung und Verwendung von in der EU zugelassenen Hanfsorten zu unterstützen. Zudem werden Informationen rund um das Thema Industriehanf gesammelt und aufbereitet.

C.A.R.M.E.N. beobachtet seit einiger Zeit ein zunehmendes Interesse der Industrie an (heimischen) Naturfasern – v. a. im Bereich Naturfaserverbundwerkstoffe. Die Zusammenarbeit mit EIHA ist daher ein konsequenter Schritt, um das Beratungsangebot von C.A.R.M.E.N. im Bereich Naturfasern zu auszubauen.

Verbot und Wiederentdeckung von Hanf

Nach jahrelangem Anbauverbot durch die Genfer Opiumkonferenz 1925 kam in den 90er Jahren durch die Zulassung von THC-armen Nutzhanf-Sorten wieder Bewegung in die gesetzliche Lage. In Folge kann seit 1996 auch in Deutschland und der EU wieder legal Faserhanf angebaut werden, was zu einem Wachstum von Anbauflächen führte. Nach einem Rekord von 40.000 ha Ende der 90er Jahre liegt die Hanfanbaufläche in der EU derzeit nur mehr bei rund 15.000 ha (Deutschland: ca. 500 ha). Grund hierfür ist jedoch nicht mangelnde Nachfrage seitens der Industrie, denn Dank seiner überlegenen Eigenschaften konnte Hanf in vielen Bereichen der Wirtschaft Fuß fassen (s. u.). Vielmehr liegt es daran, dass Hanf gegenüber anderen Kulturen, allen voran Getreide und Energiepflanzen, nur eingeschränkt konkurrenzfähig ist.

Verwendung von Hanf heute

Heute kann man auf ein breites Sortiment unterschiedlichster aus Hanf hergestellter Produkte zurückgreifen. Das heutige Hauptanwendungsgebiet der Hanffasern ist die Papier- und Zellstoffherstellung (z. B. für Zigarettenpapiere oder technische Filtermaterialien). In der Dämmstoffindustrie haben sich die Hanffasern mittlerweile etabliert. Eine untergeordnete Rolle spielen die Herstellung von Agro- und Geotextilien (z. B. Anzuchtvliese).

Besonders interessant ist die Verarbeitung von Hanfasern zu Verbundwerkstoffen - sogenannten Naturfasercomposites oder kurz NFK. NFK werden aufgrund ihrer guten mechanischen Eigenschaften und gleichzeitig geringen Gewichts größtenteils im Automobilbau eingesetzt aber auch zunehmend in z. B. Sport- oder Elektronikartikeln.

Auch Heimtextilien und Bekleidung werden zum Teil heute noch aus Hanf hergestellt. Aus Samen gepresstes Hanföl findet in der Küche Verwendung. Sogar die Samenreste aus der Ölgewinnung, der sogenannte Presskuchen, kann in der Futtermittelherstellung verarbeitet werden. Die Schäben, die aus den Resten der verholzten Pflanzenteile gewonnen werden, können als Tiereinstreu verwendet werden. Blätter und Blüten der Hanfpflanze können heute zu ätherischen Hanfölen veredelt und als Geschmacksstoffe in Lebensmitteln oder als Geruchsstoff in Waschmitteln eingesetzt werden.


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok