Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Jürgen Öhler  Alnatura Hochregallager Lorsch Luftaufnahme 1 Swisslog Juergen Oehler 1Straubing, 17. September 2014 * (jl) * Der Biolebensmittel-Händler Alnatura nahm im Mai 2014, also knapp 15 Monate nach Baubeginn, im südhessischen Lorsch sein neues Hochregallager in Betrieb. Es ist mit 163.480 m³ umbautem Raum das derzeit weltweit größte Hochregallager aus Holz. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Alnatura Produkten und des damit verbundenen starken Wachstums des Unternehmens aus Bickenbach war eine Erweiterung des seit 2009 bestehenden Verteilzentrums erforderlich.

Ökologisch vorbildlich mit Holz gebaut

Das neue Hochregallager umfasst 9.000 m2 Grundfläche, verteilt auf acht Ebenen, die insgesamt 32.000 Palettenplätzen Raum bieten. Jeder der 1.335 Regalsteher hat eine Höhe von 20 Metern. Das reicht für über 2.900 verschiedene Bioprodukte, die von hier ausgeliefert werden.

Lager- und Bürogebäude sind nach ökologischen Kriterien gestaltet worden: Das beim Bau eingesetzte Regal- und Fassadenholz ist gemäß den Richtlinien des PEFC zertifiziertes Fichten- und Lärchenholz aus Deutschland, Österreich und Tschechien. Insgesamt wurden rund 5.000 m³ Holz verarbeitet.

Low-Tech Energiekonzept

Dank guter Dämmung von Dach und Fassade und der Versenkung der Regalanlage 2,50 m tief ins Erdreich kommt der Neubau ohne Heizung und Kühlung aus. Der Strahlungseffekt der ca. 9.000 m² große Fläche der Bodenplatte gleicht die winterlichen und sommerlichen Temperaturschwankungen über die im Erdreich vorherrschenden 10°C aus. Die Bodenplatte des Vorgebäudes der Lagerhalle (nicht das Hochregallager selbst) wird mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe klimatisiert. Eine Geothermie-Anlage beheizt das angeschlossene Bürogebäude. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaik-Anlage installiert. Die weitere Energieversorgung soll mit Strom aus Wasserkraft erfolgen und so einen klimaneutralen Betrieb ermöglichen. Grünareale mit Bäumen und Regenwasser-Versickerungsflächen ergänzen das Konzept.

Gesamtplanung und Umsetzung

Laut dem Alnatura-Projektleiter Alexander Link sei die Errichtung dieses Gebäudes vor fünf Jahren noch nicht möglich gewesen, denn die Schrauben, die eine solch großvolumige Konstruktion tragen, seien erst jüngst entwickelt worden. Die Holzregalkonstruktion wurde in Silobauweise auf tragender Bodenplatte mit Umfassungswänden aus Ortbeton ausgeführt. Das Dachtragwerk besteht aus BSH-Bindern mit Trapezblecheindeckung. Eine Brandschutzanlage mit rund 18.000 Sprinklerköpfen wurde installiert. Insgesamt wurden ca. 20.000 m³ Erde bewegt, ein Teil davon wurde umliegenden Landwirten zur Verfügung gestellt.

Für die Gesamtplanung und Umsetzung wurde die Swisslog AG beauftragt. Für den Holzeinkauf, die Zimmermannsarbeiten und die Konstruktion wurde die mittelständische Firma Kaufmann aus Tirol, beauftragt. Daneben waren noch 14 weitere Gewerke im Einsatz. Das Investitionsvolumen des neuen Verteilzentrums lag bei 15 Millionen Euro.

Alnatura erhält B.A.U.M. Umweltpreis

Der B.A.U.M.-Umweltpreis 2014 in der Kategorie „Kleine und mittelständische Unternehmen“ geht an den Alnatura Geschäftsführer Prof. Dr. Götz E. Rehn. Ganzheitliches Denken und Handeln liegen dem Geschäftsführer am Herzen. Alnatura hat sich durch die konsequente Umsetzung von Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Anbau über Verarbeitung, Logistik und Handel bis hin zum Verbraucher – verdient gemacht. Mit der ungewöhnlichen Holzbauweise ihres neuen Verteilerzentrums hat das Unternehmen neue Maßstäbe in Richtung mehr Nachhaltigkeit in der Logistikbranche gesetzt. Die Preisverleihung findet am 29./30. September 2014 im Rahmen der B.A.U.M.- Jahrestagung in Hamburg statt.


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