Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Auch die funkgestützte Kommunikation kann durch Windenergieanlagen negativ beeinflusst werden. Entsprechende Abstände zu Richtfunkstrecken betragen üblicherweise 100 Meter zu beiden Seiten des Funkkorridors, die Positionen der Funkstationen sind entweder über die Netzagentur oder für militärische Einrichtungen bei den Wehrbereichsverwaltungen einzuholen. Im Sinne der Rücksichtnahme sind Abstimmungen mit Mobilfunkanbietern ratsam, damit die ebenfalls häufig an exponierten Standorten befindlichen Funkmasten nicht in ihrer Wirkung eingeschränkt werden. Teilweise bietet es sich demgegenüber sogar an, Windräder als günstige Masten für Funkeinrichtungen zur Verfügung zu stellen beispielsweise durch langfristige Pachtverträge, was den Mobilfunkanbietern Baukosten erspart und Anlagenbetreibern zusätzliche Einnahmequellen eröffnet.

Windenergieanlagen bilden durch ihre Bewegtheit einen Quell potenzieller Ablenkungen für Verkehrsteilnehmer und gefährden somit deren Sicherheit. Darüber hinaus bergen Rotorblätter das Risiko eines Eiswurfs, welcher die Fahrbahnbeschaffenheit verändern, die Sicht behindern oder Verkehrsteilnehmer treffen kann, sofern keine Vorkehrungen in Form beheizbarer Rotorflügel oder Eiserkennungsanlagen getroffen werden. Aus diesen Gründen sind Windenergieanlagen angehalten, die Anbauverbots- und Anbaubeschränkungsgebiete entlang öffentlicher Straßen zu meiden, i.d.R. in Abständen zwischen 30 Metern ab Fahrbahnrand bei Kreisstraßen bis hin zu 100 Metern bei Autobahnen. Des Weiteren sind auch dort, wo keine derartigen Gebiete deklariert sind, wie bspw. in der Nähe von Gemeindestraßen, die Belange der Verkehrssicherheit im Zuge der Bauvorhaben sorgfältig abzuwägen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit seinem Netzwerk aus Wetterradaren, bodennahen Wetterwarten und vier Windprofiler-Radarstationen kommt als Träger öffentlicher Belange seiner bedeutenden gesellschaftlichen Funktion nach, indem er Veränderungen des Wetter prognostiziert und rechtzeitig vor deren Gefahren wie Stürmen, Hochwassern und Waldbrandrisiken warnt. Gleichzeitig spielen die Messungen eine immens wichtige Rolle in der Bestimmung großräumlicher Windverhältnisse, die wichtige Richtwerte zur Lokalisierung und Planung günstiger Windenergiestandorte liefern, sowie bei der Integration des je nach Wetterbedingung beträchtlich fluktuierenden Windstromaufkommens in das deutsche Stromnetz helfen. Da großflächige bauliche Strukturen in der Nähe von Messstationen zu Störungen der Messergebnisse führen können, sind auch Windenergieanlagen innerhalb des relevanten Radius hinsichtlich ihrer möglichen Effekte auf die meteorologischen Erhebungen zu untersuchen. Dabei können sich im Umkreis von bis zu 15 Kilometern zu den Messeinrichtungen Abstandsregelungen oder Höhenbeschränkungen als notwendig erweisen, je nach Standorttopographie, Größe der Windenergieanlage und funktionalen Erfordernissen der Messtechnik.

Infolge ihrer Höhe und Ausdehnung sind Windenergieanlagen grundsätzlich imstande, den Luftverkehr zu gefährden. Daraus folgen formelle und materielle Anforderungen an Windenergieanlagen, die im Luftverkehrsgesetz (LuftVG) geregelt werden, so z. B. die Wahrung von Mindestabständen und Kennzeichnungspflichten (Hindernisbefeuerung).


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