Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Aus den vergleichsweise hohen Gestehungskosten des Stroms aus Kleinwindkraftanlagen und den im Gegenzug zu niedrigen, da nicht kostendeckenden EEG-Vergütungssätzen resultiert für Kleinwindbetreiber die Notwendigkeit, den erzeugten Strom im möglichst hohen Maße im eigenen Haus oder Betrieb zu verbrauchen. Neben den im vorigen Kapitel erläuterten Winderträgen und dieser Nutzungsweise des Stroms im Eigenverbrauch sind jedoch noch weitere finanzielle Einflußgrößen für den wirtschaftlichen Anlagenerfolg entscheidend.

Stromnutzung durch Eigenverbrauch

Knapp 60 % der befragten Kleinwindkraftbetreiber nutzen ihren selbstproduzierten Strom sowohl für den Eigenverbrauch und als auch zur Netzeinspeisung. Immer mehr Betreiber streben das Ziel an, ihren erzeugten Strom komplett selber zu verbrauchen. Rund 30 % der Teilnehmer haben eine 100-prozentige Verwendung für den Eigenverbrauch angegeben.

Da die EEG-Vergütung von Kleinwindkraftanlagen niedriger als der Strompreis ist, ist es sinnvoll die Bezugskosten für Strom über Eigenverbrauch einzusparen. Der durch Eigenverbrauch erzielbare Mehrerlös führt zu einem wirtschaftlicheren Betrieb der Anlage. Die Voraussetzung, um einen Eigenverbrauch von 100 % zu erreichen, ist die Wahl einer Windanlagennennleistung maximal in Höhe der Grundlastabnahme in Haus, Hof oder Betrieb. Windanlagen mit höherer Nennleistung speisen über den Eigenverbrauch hinausgehende Überschüsse in das Netz.Nutzungsart

Anlagenwirtschaftlichkeit

Die Anlagenwirtschaftlichkeit wird neben der Windhöffigkeit und der Anlagenauslegung, die über die Volllaststundenzahl und Stromerträge entscheiden, maßgeblich von den Anlagenkosten bestimmt.

Hierbei verursachen die anfänglichen Investitionskosten das Gros der finanziellen Belastung. Bei der vorliegenden Umfrage lagen die Investitionen bei 28 % der Anlagen bei bis zu 10.000 Euro, weitere 40 % der Befragten gaben Anlagenanschaffungskosten in der Größenordnung zwischen 10.000 und 20.000 Euro an, darüber hinaus hatten jeweils 12 % zwischen 20.000 und 30.000 bzw. zwischen 30.000 und 40.000 Euro investiert. Zwei Umfrageteilnehmer mit Anlagenkosten über 50.000 Euro stachen aus diesem Spektrum hervor, hierbei handelte es sich jedoch um relativ alte Anlagen, die noch zu Zeiten des Stromeinspeisungsgesetzes, dem Vorläufer des aktuellen EEG, als Großwindkraftanlagen in Betrieb gegangen waren. Damit gehören deren Betreiber zu den Pionieren der Windkraft in Bayern.

Die Umfrage sollte zudem ermitteln, welche laufenden Kosten mit einer Kleinwindanlage üblicherweise einhergehen. Im Ergebnis veranschlagen 68 % der Betreiber Betriebskosten unter 250 Euro pro Jahr, 27 % zwischen 250 und 500 Euro pro Jahr und nur 4 % 750 – 1000 Euro pro Jahr. Erklärbar werden die größtenteils niedrigen Betriebskosten durch den Umstand, dass die Anlagenwartung als primärer Betriebskostenfaktoren von rund 68 % der Betreiber privat durchgeführt wird, während nur 12 % hierfür einen professionellen Wartungsservice in Anspruch nehmen. Bei den übrigen 20 % der Befragten war nicht eindeutig ersichtlich, ob sie entweder keine Angabe zu der Frage gemacht oder sich entschieden hatten, auf eine reguläre Wartung ihrer Anlagen zu verzichten.

Abseits der Wartung werden noch weitere reguläre Betriebskostenpunkte durch Versicherungen hervorgerufen, wohingegen Pachtkosten bei keinem der Befragten auftraten und die Anlagen demnach auf eigenen Flächen betrieben werden. Unter den Versicherungskosten hatten lediglich 36 % der Betreiber eine Betreiberhaftpflichtversicherung abgeschlossen, um den Betreiber vor Schadensersatzansprüchen Dritter absichert. Kleinwindkraftanlagen-Elektronikversicherungen, die den Ersatz kostspieliger elektronischer Komponenten wie Generator, Steuerungselektronik und Sensorik gewährleisten, werden von 16 % der Betreiber in Anspruch genommen. Eine Ertragsausfallversicherung, die in Fällen länger anhaltender Standzeiten ohne Stromertrag eine vorher vereinbarte und vertraglich festgehaltene Summe für den entgangenen Strom vergütet, liegt lediglich bei 4 % der Umfrageteilnehmer vor.


Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.