Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Anders als etwa bei Photovoltaikanlage spielt die Wahl eines geeigneten Standortes mit zufriedenstellenden Windverhältnisses eine zentrale, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle für den erfolgreichen Betrieb einer Kleinwindkraft. Dabei sind eine umsichtige Positionierung in topographisch günstiger Lage sowie Windmessungen im Vorhinein die Mittel der Wahl, um späteren Enttäuschungen vorzubeugen.

Anlagenstandort

Die Schwankungsbreite der Ertragszahlen bei den Anlagen auf Anhöhen und in hügeligen Gebieten erlaubt keine generalisierbaren Rückschlüsse, jedoch sind in der Umfrage die Anlagen mit den höchsten Ertragswerten ausschließlich in diesen Zonen zu finden. Daraus folgt: Es ist tendenziell von Vorteil, Anhöhen als Anlagenstandort auszuwählen. Allerdings ist auch dies von der Situation vor Ort abhängig. Wenn sich die Anhöhe bspw. in einer hügeligen Landschaft befindet, in der weitere, vorgelagerte Erhebungen die Windströmung aus der Hauptwindrichtung verstellen, kann dadurch der positive Effekt aufgehoben werden. Zum anderen ist es entscheidend, am besten auf der Hügelkuppe oder wenigstens auf jener Hügelflanke zu bauen, die den vorherrschenden Windrichtungen zugewandt ist, um nicht in die auf der Gegenseite entstehende Windabschattungszone zu geraten. Die Anlagenerrichtung in Senken und Tälern ist nach den angegebenen Ertragszahlen in der Regel nicht zu empfehlen.

Standort der Anlage

Die nächste Abbildung zeigt die Volllaststunden der bayerischen Anlagen pro Jahr unterteilt nach den bayerischen Regierungsbezirken. Die Volllaststundenzahl ist ein Gradmesser für die Effektivität einer Anlage. Auffällig ist, dass etwa ein Drittel der von der Umfrage erfassten Anlagen an ihrem jeweiligen Standort weniger als 200 Volllaststunden pro Jahr erzielen, was einer wirtschaftlich nicht empfehlenswerten, unterdurchschnittlichen Anlagenauslastung entspricht. Insgesamt zeigt sich, dass Anlagen technisch an den jeweiligen Standort angepasst werden müssen. Bei Schwachwindgebieten kann dies etwa durch die Wahl einer Anlage mit einer im Verhältnis zur Generatornennleistung größeren Rotorfläche geschehen.

Zusammenhang Standort

Windmessung

Die Windhöffigkeit ist von allen ausschlaggebenden Erfolgsfaktoren eines ertragreichen und wirtschaftlich sinnvollen Anlagenbetriebs der wohl dominanteste. Gleichzeitig ist das Windangebot im höchsten Maße von großräumigen wie auch kleinflächigen Standortgegebenheiten abhängig, so dass pauschale Aussagen über den Windertrag, anders als z. B. über die Sonneneinstrahlungsintensität bei der Photovoltaik, nicht möglich sind. Aus diesem Grunde ist einer sorgfältigen Windmessung im Vorfeld einer Anlageninstallation enorme Wichtigkeit beizumessen.

Wurde eine Windmessung durchgeführt

Dennoch wies die Umfrage nach, dass knapp die Hälfte der Befragten im Kleinwindbereich gänzlich auf eine Messung verzichtet hat. Wo Messungen vorgenommen wurden, lag die Dauer bei mehr als der Hälfte bei nur bis zu sechs Monaten. Kritisch hierbei ist, dass unter anderem jahreszeitliche Schwankungen im Windaufkommen unberücksichtigt geblieben sind.

 Dauer der Windmessung

Wo Messungen durchgeführt wurden, wiesen die schlussendlich erzielten Stromerträge teils erhebliche Abweichungen von den prognostizierten Werten auf, meist lagen letztere deutlich über den realen Erträgen. Es ist allerdings anhand der Daten nicht eindeutig abzuleiten, ob dies auf natürlich auftretende jährliche Schwankungen oder Messungenauigkeiten und Fehlkalkulationen im Vorfeld zurückzuführen ist.

Untenstehende Grafik zeigt Messwerte für sechs exemplarische Landkreise. Es sei jedoch angemerkt, dass sich hieraus keine präzise Vorhersage über die herrschenden Windverhältnisse ableiten lässt, denn zu verschieden sind die individuellen Standortgegebenheiten der kleinräumigen Windbedingungen. Trotz des für die Anlagenwirtschaftlichkeit gemeinhin als kritisch erachteten Schwellwertes von 4 m/s, werden auch solche Standorte mit laut Messergebnis niedrigeren Jahresdurchschnittswindgeschwindigkeiten genutzt. Dies demonstriert erneut die Charakterisierung Bayerns als Schwachwindstandort und zugleich, dass sich zahlreiche Anlagenbetreiber, ungeachtet der limitierenden Windvoraussetzungen, dennoch bewusst für ein Anlagenprojekt entschließen.

Windgeschwindigkeit je Landkreis


Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.