Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Die Nutzung von tiefer Geothermie ist auf das Vorhandensein von hohen Temperaturen und Fördermengen angewiesen. Da im Bereich der petrothermalen Geothermie noch Forschungsbedarf besteht, beschränkt sich die tiefe Geothermie in Deutschland zurzeit auf hydrothermale Nutzungen. In Deutschland gibt es dafür drei geeignete Gebiete: das Norddeutsche Becken, den Oberrheingraben und das Süddeutsche Molassebecken, welches zum größten Teil in Bayern liegt. Aufgrund des größeren Eingriffes ist für eine hydrothermale Nutzung auch der Planungsaufwand größer. Neben Probebohrungen und geowissenschaftlichen Analysen sind unter anderem auch ökologische Bilanzierungen und Risikoanalysen nötig (BMU 2011). Eine Planungshilfe für Projekte zur Nutzung tiefer Geothermie ist der Bayerische Geothermieatlas.

BMU (2011): Tiefe Geothermie. Nutzungsmöglichkeiten in Deutschland, online: http://www.tiger-geothermie.de/wp-content/uploads/2013/09/Tiefe-Geothermie_Nutzungsm%C3%B6glichkeiten_BMU_2011.pdf (letzter Abruf 02.09.2019).

Das technische Potential für die geothermische Stromerzeugung und ihren Beitrag zur Vollversorgung aus Erneuerbaren Energien wird mit etwa 300.000 TWh als sehr hoch eingeschätzt. Dennoch besteht derzeit noch Forschungs- und Entwicklungsbedarf und es wird empfohlen, das Potential über einen langen Zeitraum zu erschließen, um Nachhaltigkeitskriterien erfüllen zu können (Paschen, Oertel, Grünwald 2003: Möglichkeiten geothermischer Stromerzeugung in Deutschland). Das Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam beschäftigt sich derzeit mit der Stromerzeugung aus Erdwärme und untersucht das Potenzial der Geothermie. Dazu betreibt das GFZ das Geothermielabor Groß Schönebeck, in dem neben der petrothermalen auch die hydrothermale Geothermie weiter erforscht wird. Für Bayern wird das Potenzial der hydrothermalen Geothermie zur Wärmeerzeugung auf etwa 1.800 MW geschätzt. Im Bereich der Stromerzeugung liegt das Potential bei etwa 300 MW; werden die petrothermalen Technologien hinzugerechnet kann es auf 3.000 MW erhöht werden (BStMWIVT 2011: Bayerisches Energiekonzept „Energie innovativ“).


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