Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Mit der EEG-Novelle 2017 wurde die Freiflächenausschreibungsverordnung (FFAV) durch ein neues Ausschreibungsverfahren abgelöst. Die Ausschreibungen werden von der Bundesnetzagentur durchgeführt. Freiflächenanlagen werden dabei gemeinsam mit Dachanlagen betrachtet. Es gibt für unterschiedliche Technologien verschiedene Ausschreibungsrunden. Photovoltaikanlagen müssen in die Ausschreibung, wenn sie eine Leistung von über 750 kWp aufweisen und Zahlungen im Sinne des EEG erhalten werden wollen. Für PV-Anlagen sind folgende Ausschreibungsarten relevant:

  • Ausschreibungen und Sonderausschreibungen nur für Photovoltaikanlagen,
  • technologieoffene Ausschreibungen, bei der Photovoltaikanlagen mit Onshore-Windkraftanlagen konkurrieren müssen und
  • Innovationsausschreibungen, welche erstmals 2020 durchgeführt werden.

Die Ausschreibungsvolumina für die Jahre 2020 bis 2022 sind im § 28 EEG 2017 festgelegt:

Für Sonderausschreibungen im Bereich PV gelten folgende Termine:

  • 2020: insg. 1,4 GW (März: 300 MW, Juli: 300 MW, September: 400 MW, Dezember: 400 MW)
  • 2021: insg. 1,6 GW (März., Juli, September, Dezember: je 400 MW)

Für die regulären PV-Ausschreibungen gilt:

  • 2020: insg. 400 MW (Februar: 100 MW, Juni: 150 MW, Oktober: 150 MW)
  • 2021: insg. 350 MW (Februar: 150 MW, Juni: 100 MW, Oktober: 100 MW)
  • 2022: insg. 600 MW (Februar, Juni, Oktober: je 200 MW)

Die technologieoffenen Ausschreibungen sind wie folgt definiert:

  • 2020: insg. 400 MW (April, November: je 200 MW)
  • 2021: insg. 400 MW (April, November: je 200 MW)
  • 2022: Das restliche Ausschreibungsvolumen, welches bei Innovationsausschreibungen nicht genutzt worden ist bestimmt dieses Ausschreibungsvolumen

Innovationsausschreibungen:

  • 2020: September: 650 MW
  • 2021: September: 500 MW

Freiflächen sind in aller Regel auf 10 MW begrenzt, Dachflächen sind nur bezüglich der Gebäudegröße limitiert. Es gilt das „Pay-as-bid“-Verfahren, das heißt bei einem Gebot, welches einen Zuschlag erhält, wird der jeweilige Gebotswert über 20 Jahre gewährt. Ein vorgegebener Gebotshöchstwert darf nicht überschritten werden. Es ist bezüglich der Baugenehmigung ein Aufstellungsbeschluss, ein Offenlegungsbeschluss oder ein Bebauungsplan der Gemeinde vorzulegen. Die Formulare der Bundesnetzagentur sind zu nutzen, korrekt auszufüllen und fristgerecht einzureichen, ansonsten wird das Gebot ausgeschlossen. Bei der Teilnahme an einer Gebotsrunde ist eine Gebühr zu entrichten und eine Erstsicherheit zu leisten. Bei einem erfolgreichen Gebot ist des Weiteren eine Zweitsicherheit innerhalb zehn Werktage nötig. Danach hat man zwei Jahre Zeit die PV-Anlage Inbetrieb zu nehmen, ansonsten verfällt die Zweitsicherheit. Bei erfolglosem Gebot werden die Erstsicherheit und ein Teil der Gebühr wieder erstattet. Die Sicherheiten können auch als Bürgschaften hinterlegt werden. Die jeweiligen Verfahren werden auf der Seite der Bundesnetzagentur näher erläutert.

Die geeigneten Flächenkulissen sind denen von PV-Anlagen bis 750 kWp sehr ähnlich, aber noch erweitert um freigegebene Flächen des Bundes oder der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sowie optional auf Ackerflächen oder Grünlandflächen im benachteiligten Gebiet. Davon ausgenommen sind Natura 2000-Gebiete und gesetzlich geschützte Biotope. Ob Acker- oder Grünland im benachteiligten Gebiet für Ausschreibungen erlaubt werden ist Ländersache. Bayern hat sich dafür entschieden beide Flächentypen dafür zu öffnen. Es sind im benachteiligten Gebieten auf Acker- und Grünlandflächen 70 Zuschläge pro Jahr möglich. Die benachteiligten Gebiete, wie sie für die Ausschreibungen relevant sind, sind im Energie-Atlas Bayern dargestellt.


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