Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bietet verschiedene Möglichkeiten der Vermarkung des selbstproduzierten Stroms von Photovoltaikanlagen. Dabei wird nach dem EEG 2017 bei der Direktvermarktung zwischen zwei Formen unterschieden:

  • Direktvermarktung zum Zweck der Inanspruchnahme der Marktprämie nach § 20 EEG 2017
  • Sonstige Direktvermarktung nach § 21a EEG 2017

Darüber hinaus kann eine Strombelieferung außerhalb der Direktvermarktung erfolgen, wenn diese über eine eigene bzw. private/nicht öffentliche Stromleitung erfolgt.

 

Direktvermarktung nach dem Marktprämienmodell § 20 EEG 2017

Der Anlagenbetreiber liefert seinen Strom an einen Abnehmer (z.B. einen Stromhändler) und erzielt hierfür eine Vergütung. Zusätzlich zum Marktpreis erhält der Anlagenbesitzer vom Netzbetreiber eine Marktprämie, die nach den Vorschriften des EEG berechnet wird. Die Marktprämie ist die Differenz aus dem anzulegenden Wert und dem durchschnittlichen Börsenstrompreis. Hierfür wird eine monatliche rückwirkende Berechnung eingesetzt. Die aus dem alten EEG bekannte Managementprämie für Bestandsanlagen ist nun in dem anzulegenden Wert eingepreist und wird dementsprechend auch für Neuanlagen gezahlt. Hierdurch lassen sich, je nach Höhe der Servicepauschale eines in Anspruch genommenen Direktvermarkters, höhere Erlöse erzielen als bei der klassischen EEG-Einspeisevergütung.
Anlagen mit einer Größe ab 100 kW bekommen seit 2016 keine EEG-Einspeisevergütung mehr gezahlt. Um die Marktprämie als Förderung zu erhalten muss der Strom nach § 20 EEG 2017 direkt vermarktet werden. Für Anlagen unter 100 kW ist die Direktvermarktung optional. Entscheidet sich der Anlagenbetreiber freiwillig dafür kann mit der Frist von einem Monat von der Einspeisevergütung zum Marktprämienmodell und zurück gewechselt werden. Die grüne Eigenschaft des Stroms geht genauso wie bei der Inanspruchnahme der EEG-Einspeisevergütung verloren. Zudem müssen Anlagen in der Direktvermarktung eine Fernsteuerbarkeit vorweisen.

Direktvermarktung Marktprämienmodell

Mieterstrom

Eine besondere Form der Direktvermarktung stellt der sogenannte Mieterstrom dar, ohne Nutzung des öffentlichen Stromnetzes. Das Mitte 2017 in Kraft getretene Mieterstromgesetz erleichtert es, Bewohnern von Mietshäusern günstig grünen Strom direkt von der Erzeugungsanlage auf dem Grundstück anzubieten. Der Betreiber der Anlage erhält dabei einen geringen Mieterstromzuschlag für jede von den Mietern verbrauchte Kilowattstunde. So kann der erzeugte Strom vergleichsweise günstig an die Mieter weitergeben werden. Die Höhe des Zuschlages richtet sich unter anderem nach der Größe der Anlage. Die Pflichten eines EVU‘s bestehen für den Anbieter des Mieterstroms ebenfalls. Der angebotene Mieterstromtarif muss dabei mindestens 10% unter dem im jeweiligen Netzgebiet geltenden Grundversorgungstarif liegen. Die EEG-Umlage ist in voller Höhe fällig.
Auch die Kombination der Direktlieferung mit der EEG-Einspeisevergütung oder der Direktvermarktung des Überschussstroms ist möglich.

 

Regionalnachweise

Soll der Strom als Regionalstrom höherwertig vermarktet werden, ohne auf die EEG-Vergütung oder Marktprämie zu verzichten, gibt es die Möglichkeit über Nachweise vom Umweltbundesamt, um dem Strom diese Eigenschaften zuzuschreiben.
Seit 2019 gibt es das Regionalnachweisregister. Die Regionalnachweise werden dabei ausschließlich für Strom ausgestellt, der über das Marktprämienmodell gefördert wird. Der Anlagenbetreiber kann sich für jede erzeugte Kilowattstunde Strom einen Regionalnachweis ausstellen lassen. Liegt die Anlage in einem Umkreis von 50 km um den Stromkunden kann der Nachweis für diese Stromlieferung entwertet werden. Damit kann der Stromlieferant zukünftig den Strom einer bestimmten Anlage bilanziell einem Kunden regional zuweisen.

 

 


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