Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Die Frage der Entsorgung, bzw. des Recyclings von Photovoltaik-Anlagen wird in den kommenden Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen, da die Lebensdauer (20 - 30 Jahre) von Modulen der ersten Ausbauwelle, ausgelöst durch die Einführung des EEG im Jahre 2000, bald erreicht wird. Durch Recycling können wertvolle und hochreine Materialien zurückgewonnen werden, was einerseits zur Ressourcenschonung beiträgt und andererseits in Zukunft eine Bedeutung für die wirtschaftliche Produktion haben kann. Außerdem können durch ein sachgerechtes Recycling negative Einflüsse für die Umwelt vermieden werden, da z. B. der Eintrag von toxischem Cadmium aus Cadmiumtellurid (CdTe)-Modulen in die Umwelt verhindert wird. Die europäische Richtlinie zur Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten, kurz WEEE (Waste Electrical an Electronic Equipment) behandelt seit 2012 erstmals auch den Umgang mit PV-Modulen am Ende ihrer Lebensdauerdauer (End-of-life-Module) und regelt damit ihre sachgerechte Entsorgung.

Den größten Anteil an der Masse eines Moduls nimmt Glas mit je nach Modultyp 75 bis 95 Prozent ein. Weitere wichtige Bestandteile sind die Halbleiter- und Kontaktmaterialien der Module und abhängig von der Modulart etwa 10 Prozent Massenanteil Aluminium. Der Recyclingprozess besteht im Wesentlichen aus den drei Schritten Schreddern und Brechen, Leichtstofftrennung sowie Metallsortierung.

Bei Siliziummodulen können etwa 95 Prozent des Glases, 70 bis 75 Prozent des Siliziums und bis zu 100 Prozent des Kupfers zurückgewonnen werden. Diese Stoffe können als Sekundärrohstoffe in die Produktion zurückgeführt werden. Der Einsatz von sekundärem Silizium aus der Aufbereitung verringert den Energieverbrauch bei der Produktion der Zellen um den Faktor 3 bis 4 und hat somit erhebliche Auswirkungen auf den ökologischen Nutzen von Siliziummodulen.

Der Rückgewinnungserfolg der Materialien bei CdTe-Modulen beträgt für das Glas etwa 90 Prozent und für Cadmium und Tellurid etwa 95 Prozent. Beim toxischen Cadmium sind eine hohe Rückgewinnung und ein möglichst geschlossener Rohstoffkreislauf wesentlich, um negative Einflüsse auf die Umwelt zu verhindern.

Die Pflichten einer sachgerechten Entsorgung von Modulen liegen laut WEEE-Richtlinie bei den Herstellern und Importeuren. Eingeschlossen ist nicht die Abholung beim Endkunden, wodurch diese für die Demontage der Anlage und die Anlieferung der Module an Sammelstellen z.B. an Werkstoffhöfen zuständig sind.


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok