Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


In allen landwirtschaftlich genutzten Gebäuden ist auf eine optimierte Beleuchtung zu achten. Fühlen sich die Tiere wohl, steigt die Milchbildung, das Wachstum und die Fruchtbarkeit. Der Einsatz von effizienter LED-Technik empfiehlt sich daher ebenso wie die Steuerung derselben durch Zeitschaltuhren oder Bewegungsmelder in Betriebsräumen. Optimal sind eine Beleuchtungsstärke von 150 Lux sowie eine Lichtfarbe, die zwischen 4.000 und 6.500 K liegt. Außerdem sollten die Leuchtmittel regelmäßig gereinigt werden, um eine möglichst hohe Lichtausbeute zu gewährleisten.
Da z. B. Kühe bis zu 60 Bilder in der Sekunde sehen, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Beleuchtung konstant ist und flimmernde Leuchtmittel ausgetauscht werden. Die Adaption an eine helle bzw. dunkle Umgebung findet bei Kühen sehr langsam statt, weshalb die Ställe gleichmäßig ausgeleuchtet werden sollten.

Zur Fütterung der Tiere können mechanisch statt pneumatisch angetriebene Fördergeräte eingesetzt werden.
Um Lastspitzen zu vermeiden, sollten Trocknungs-/Mahl-/Mischanlagen nicht gleichzeitig mit anderen großen Verbrauchern eingesetzt werden. Um ggf. den Eigenverbrauchsanteil zu erhöhen, sollten die Trocknungs-/Mahl- und Mischarbeiten in Zeiten mit einem Überschuss an vor Ort produzierter Energie verschoben werden.

Bauernhof Kuh 5Der durchschnittliche Energieverbrauch in der Milch-viehhaltung beträgt 443 kWh/Tierplatz und Jahr. Auf die Milchproduktion entfallen für das Melken sowie die Milchkühlung zusammengenommen 66 %. Wichtig ist bei der Milchgewinnung die optimale Auslegung von Melkstand und Pumpenleistung je nach Herdengröße bzw. Milchleistung. Wo möglich, sollten drehzahl-gesteuerte Pumpen, deren Leistungsaufnahme sich an die Milchmenge anpasst, zum Einsatz kommen und Leerläufe vermieden werden.
Zur Kühlung der Milch kann entweder auf eine Direktkühlung mit einer hohen Anschlussleistung und einem vergleichsweise geringen Stromverbrauch oder eine Eiswasserkühlung zurückgegriffen werden. Durch eine Kühlung mit Eiswasser entsteht zwar ein um etwa 15 % erhöhter Stromverbrauch, aber auch die Möglichkeit, diesen Strombezug vom Melkvorgang zu entkoppeln und in Niedertarifzeiten zu verschieben oder den Eigenverbrauch der hofeigenen PV- oder Kleinwindanlage zu erhöhen. Bei der Vorkühlung der Milch mithilfe eines Rohr- oder Plattenkühlers anfallendes Warmwasser kann z. B. als Tränkenwasser oder zur Reinigung eingesetzt werden.
Auch sollte der Milchlagerstandort räumlich vom Kühlkompressor getrennt sein. Gerade beim Neubau bietet sich z. B. die Nordseite des Stalls als optimaler Standort für den Milchlagerraum und für eine ausreichende Luftzirkulation an.

FerkelBei der Schweinezucht fällt ein Stromverbrauch von durchschnittlich 200 kWh/Jahr und Zuchtsau bzw. 40 kWh/Jahr und Schweinemastplatz an. Den größten Anteil am Stromverbrauch hat mit 43 % die Lüftung. Durch eine strömungstechnisch günstige Gestaltung der Zu- und Abluftführung, z. B. mit Luftleitblechen, oder die Dämmung und Abdichtung der Gebäudeteile zur Vermeidung von Störströmungen (bauliche Maßnahmen) können erhebliche Einsparungen erzielt werden. Die richtige Dimensionierung der Lüftungsanlage und der Einsatz von energiesparenden Ventilatoren oder Wärmetauschern sowie eine optimale Steuerung (technische Maßnahmen) erhöhen ebenso wie die regelmäßige Wartung und Reinigung der Lüftungsanlage die Energieeffizienz. Da die Lüftung zu jeder Zeit sichergestellt sein muss, ist eine Notstromlösung erforderlich. Eine klimafreundliche Alternative zu Dieselgeneratoren sind z .B. Photovoltaikanlagen in Verbindung mit einem notstromfähigen Batteriespeicher.
Da Ferkel je nach Alter eine Temperatur von 26 – 35 °C benötigen, empfiehlt sich der Einsatz von regelbaren Strahlungsheizungen mit Reflektoren, kombiniert mit einer Fußbodenheizung und Dämmung der Ferkelboxen. Nicht nur aus ökologischen Erwägungen, sondern zur Erhöhung der betrieblichen Eigenständigkeit, bietet sich die Bereitstellung der Wärme durch Biomasse (Festbrennstoffe oder Biogas) oder Solarthermie und des Stroms durch Erneuerbare Energien (Photovoltaik, Kleinwindkraft oder Kleinwasserkraft) an.

TraktorGenerell sollte beim Neukauf von Elektrogeräten und landwirtschaftlich genutzten Maschinen auf die Energieeffizienz geachtet werden. Mehrkosten amortisieren sich in der Regel durch verringerte Energiekosten. Durch optimale Dimensionierung sowie regelmäßige Wartung und Reinigung der Geräte und Maschinen wird Sorge getragen, den Energiever-brauch nicht unnötig ansteigen zu lassen.

Doch nicht nur im Stall und auf dem Feld lassen sich Strom und Wärme einsparen, auch im Wohnhaus und in Ferienwohnungen gibt es Optimierungspotenzial. Tipps und Tricks zum Energiesparen im Haushalt lesen Sie hier. Wissenswertes zu energieeffizienten Gebäuden finden sie hier.


Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.