Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Wärmebildaufnahme eines unsanierten BestandsgebäudesEine energetische Sanierung stellt in der Regel einen grundlegenden Eingriff in die Gebäudesubstanz dar, der sich mindernd auf die laufenden Betriebskosten und somit wertsteigernd für die Immobilie auswirkt, aber auch mit Investitionen verbunden ist. Eine energetische Sanierung bietet sich insbesondere dann an, wenn ohnehin Instandhaltungsmaßnahmen am Gebäude notwendig sind. Lediglich 20-30 % der Sanierungsinvestition sind dann für die energetische Qualitätssteigerung verantwortlich, was bei älteren Gebäuden meistens zu einer Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen führt.

Da die Steigerung der Effizienz wesentlich von den eingesetzten Materialien und der professionellen Verarbeitung abhängen, empfiehlt es sich, besonderes Augenmerk auf die Planung der Sanierungsmaßnahmen sowie die Vergabe, Überwachung und Abnahme der Arbeitsaufträge zu richten.

Da bei einer effizienten Sanierung eines Altgebäudes die unterschiedlichsten Parameter betrachtet werden müssen, ist eine professionelle Planung und Ausführung der Sanierungsmaßnahmen unerlässlich. Daher ist es empfehlenswert, sich bereits von Anfang an durch fachkundige Experten beraten zu lassen. Kleine Fehler können schnell zu massiven Problemen, wie Schimmelbildung führen.

Vorab sollten insbesondere folgende Aspekte bedacht werden:

Bewertung der Gebäudesubstanz

Stabilität/Statik

Energetische Qualität der einzelnen Bauteile

Feuchtigkeit

Nutzbarkeit

Abschätzung der zukünftigen Nutzung

veränderter Wohnraumbedarf durch Nachwuchs oder Auszug der Kinder

zukünftiger Bedarf an Barrierefreiheit

mögliche Sanierungseinschränkungen

Denkmalschutz

technische Einschränkungen

Festlegung des zu erreichenden thermischen Standards KfW-Effizienzhaus, Passivhaus etc.
Prüfung von Alternativen insbesondere Sanierung des Bestands statt Abriss und Neubau

Aufbauend auf die Bestandserfassung kann ein fundiertes Sanierungskonzept erstellt werden. Ein solches Sanierungskonzept beinhaltet, basierend auf dem Stand der Technik,

  • eine energetische und wirtschaftliche Bewertung eines Gesamtkonzeptes oder miteinander abgestimmter Teilmaßnahmen unter Einbeziehung der Nutzung erneuerbarer Energieträger.
  • eine Beschreibung von Maßnahmen zur Sanierung der thermischen Gebäudehülle und/oder Anlagentechnik.
  • eine zusammenfassende Empfehlung für die energetische Sanierung inklusive eines zeitlichen Ablaufes bei einer schrittweisen Sanierung.

Sanierungskonzept

Darauf aufbauend kann ein fundiertes Sanierungskonzept erstellt werden.

Ein solches Sanierungskonzept beinhaltet, basierend auf dem Stand der Technik,

-       eine energetische und wirtschaftliche Bewertung eines Gesamtkonzeptes oder miteinander abgestimmter Teilmaßnahmen unter Einbeziehung der Nutzung erneuerbarer Energieträger

-       eine Beschreibung von Maßnahmen zur Sanierung der thermischen Gebäudehülle und/oder Anlagentechnik

-       eine zusammenfassende Empfehlung für die energetische Sanierung inklusive eines zeitlichen Ablaufes bei einer schrittweisen Sanierung Normal 0 21 false false false DE ZH-CN X-NONE

Prinzipiell sollte wenn möglich eine Dämmung an der Außenseite der Außenwände angebracht werden. Dafür steht – ebenso wie beim Neubau – eine Vielzahl von Dämmstoffen zur Verfügung. Bei einer Wärmedämmung an der Außenseite können prinzipiell gleich hohe Standards wie im Neubau erreicht werden. Einzig im Sockelbereich und bei vorstehenden Gebäudeteilen können Neubaustandards schwieriger erreicht werden. Außenwanddämmungen haben gegenüber einer Innendämmung den Vorteil, dass die innenliegende Mauer als Wärmespeicher dienen kann, was sich positiv auf die Temperaturstabilität und die Behaglichkeit auswirkt.

Die am weitesten verbreitete Sanierungsform ist das Wärmedämm-Verbundsystem, wobei ein Dämmstoff auf das Mauerwerk geklebt, gedübelt oder mit Schienen befestigt und verputzt wird. Weitere Möglichkeiten bieten vorgehängte hinterlüftete Fassaden oder die Verfüllung von bereits bestehenden Mauerwerkszwischenräumen mit Dämmstoffen.

Innendämmung

Innendämmungen stellen höhere Anforderungen an die verwendeten Materialien. Sie sind prinzipiell anfälliger für Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung. Daher müssen sie an der Innenseite über eine sorgfältig ausgeführte Dampfbremse verfügen oder aus besonders kapillaraktiven Dämmstoffen bestehen, die Feuchtigkeit auch wieder an den Raum abgeben. Darüber hinaus entstehen bei Innendämmung unweigerlich Wärmebrücken durch Innenwand- und Deckeneinmündungen. Wärmedämmung auf der Innenseite sollte daher nur bei besonders erhaltenswerten und denkmalgeschützten Fassaden in Erwägung gezogen werden.

Wärmebrücken

Bei der Dämmung muss vor allem darauf geachtet werden, Wärmebrücken zu verhindern. Das bedeutet, dass die Dämmung möglichst lückenlos ausgeführt werden soll. Klassische Wärmebrücken, die hohe Wärmeverluste verursachen, sind zum Beispiel auskragend betonierte Balkone. Da bei vorhandenen Wärmebrücken die Oberflächentemperatur der Wand abnimmt und es an diesen Stellen vermehrt zu Kondensatbildung kommt, sind diese besonders schimmelanfällig. Im Falle eines durchbetonierten Balkons kann dieser entweder komplett umdämmt oder abgetrennt und durch eine außenstehende Konstruktion ersetzt werden. Weitere Wärmebrücken stellen beispielsweise ungedämmte integrierte Rolladenkästen, Fensterbänke und -rahmen sowie unsachgemäß ausgeführte technische Anschlüsse und Befestigungselemente dar. Darüber hinaus sind Sockelbereiche der Keller-Außenwände und Auflageflächen der Dachkonstruktion zu beachten.

Luftdichtheit

Zusätzlich muss bei der Detailplanung der thermischen Sanierung eine Luftdichtheitsebene eingeplant werden, um Luftströmungen durch die Gebäudehülle zu verhindern. Diese kann entweder auf der Innen- oder der Außenseite des tragenden Mauerwerks angebracht werden, was meist mit einem luftdichten Putz erreicht wird. Es muss vor allem bei elektrischen Anschlüssen, Dachaufbauten etc. darauf geachtet werden, dass die Luftdichtheitsebene nicht unterbrochen wird. Die Luftdichtheit der Gebäudehülle ist nicht nur notwendig, um unkontrollierte Wärmeverluste zu vermeiden, sondern zugleich, um Feuchteschäden (auch Schimmel) zu verhindern. Sofern Luft unkontrolliert durch Öffnungen in der Außenhülle entweicht, kühlt sich diese auf dem Weg nach außen ab und die in ihr enthaltene Feuchtigkeit kondensiert an den Bauteilen aus, so dass die Lebensbedingungen für Schimmel verbessert werden.


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