Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


In der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind Mindestanforderungen für den Jahres-Primärenergiebedarf und die thermische Qualität eines zu errichtenden Gebäudes festgelegt. Der Jahres-Primärenergiebedarf eines zu errichtenden Gebäudes darf den Primärenergiebedarf und seit 01.01.2016 den Transmissionswärmeverlust der Außenhülle eines Referenzgebäudes gleicher Geometrie, Gebäudenutzfläche und Ausrichtung nicht überschreiten. Bei der Sanierung von Gebäuden ist die Verbesserung der energetischen Qualität bauteilspezifisch vorgegeben.

 

KfW-Effizienzhaus-Standards

 Die KfW-Förderbank, die die Energieeffizienz bei der Errichtung neuer Gebäude fördert, hat über die Mindestanforderungen der EnEV hinausgehende Energieeffizienzstandards für Gebäude definiert. Nachfolgende Tabelle gibt für die jeweilige Stufe die zulässigen Höchstwerte des Jahres-Primärenergiebedarfs und des Transmissionswärmeverlustes relativ zum EnEV-Referenzgebäude sowie deren Gültigkeit im Neubau- oder Sanierungsfall an.

  Jahres-Primärenergiebedarf (QP) Transmissionswärmeverlust (H’T) Neubau Sanierung
KfW-Effizienzhaus 40 max. 40 % max. 55 % x  
KfW-Effizienzhaus 55 max. 55 % max. 70 % x x
KfW-Effizienzhaus 70 max. 70 % max. 85 %   x
KfW-Effizienzhaus 85 max. 85 % max. 100%   x
KfW-Effizienzhaus 100 max. 100 % max. 115 %   x
KfW-Effizienzhaus 115 max. 115% max. 130%   x
KfW-Effizienzhaus Denkmal* max.160 % max. 175%   x

 * Zielwert bei denkmalgeschützten Gebäuden. Hiervon kann unter bestimmten Umständen abgewichen werden.

Der Bau und die Sanierung von Gebäuden können, sofern Sie die Kriterien der KfW einhalten,  über diese gefördert werden. Die folgenden Energiestandards definieren unabhängige Effizienzkriterien. I.d.R. werden dabei KfW-Effizienzhaus-Standards erreicht.

Passivhausstandard

Das Passivhaus Institut in Darmstadt definiert wesentliche Bedingungen und Kriterien für Passivhäuser, auf deren Basis Qualitätszertifikate für Passivhäuser verliehen werden. Diese Zertifikate gibt es für Wohn- und Nichtwohngebäude.

Ein Passivhaus (mittlerweile Passivhaus Classic) zeichnet sich im Wesentlichen dadurch aus, dass die Heizlast 10 W/m² bzw. der Jahres-Heizwärmebedarf 15 kWh/m²a nicht überschreiten darf und so möglicherweise auf eine klassische Zentralheizungsanlage verzichtet werden kann. Dies wird erreicht, indem hochwertige Wärmedämmung (U-Wert von max. 0,15 W/(m²K)) und Fenster (U-Wert von max. 0,8 W/(m²K)) wärmebrückenfrei verbaut werden und zudem die Gebäudehülle eine geringe Luftdurchlässigkeit aufweist (Luftwechsel <0,6 1/h), um mittels Lüftungsanlage mindestens 75 % der Wärme aus der Abluft zurückgewinnen zu können.

In Erweiterung zum ursprünglichen Standard Passivhaus Classic wird beim Passivhaus Plus zusätzlich durch Erneuerbare Energieträger (z. B. Photovoltaik) so viel Energie am Gebäude erzeugt, dass die Jahresenergiebilanz ausgeglichen wird. Bei einem Passivhaus Premium wird in Summe mehr Energie erzeugt als vor Ort verbraucht wird, das Gebäude wird damit zum Energielieferanten.

Sonnenhaus

SonnenhausSonnenhäuser zeichnen sich dadurch aus, dass mindestens 50 % des Wärmebedarfs durch Solarthermie gedeckt werden. Um dies zu erreichen, sind Sonnenhäuser mit großflächigen solartechnischen Anlagen, großen Pufferspeichern (mehrere Kubikmeter) und einer guten Wärmedämmung versehen. Die noch zusätzlich notwendige Wärmeerzeugung erfolgt ausschließlich über regenerative Energiequellen (z. B. mit Holz).

 

Null- und Plusenergiehaus

Allgemein wird von Nullenergiehäusern gesprochen, wenn diese über die Jahresbilanz rechnerisch von externer Energieerzeugung unabhängig sind. Dies bedeutet, dass mittels Sonnenenergie, Windkraft und/oder Geothermie der gesamte Eigenbedarf an Energie (Strom und Wärme) bilanziell gedeckt wird. Energiegewinnung und Energiebedarf liegen dabei nicht zwangsläufig im selben Zeitraum. Häufig wird im Sommer viel Strom gewonnen und ins öffentliche Netz eingespeist, während im Winter Energie für die Heizung zugekauft werden muss.

Ein Plusenergiehaus produziert – in Erweiterung zum Nullenergiehaus – in der Jahresbilanz mehr Energie als in ihm benötigt wird. Dies wird insbesondere durch besonders effiziente Bau- und Anlagentechnik und durch die verstärkte Gewinnung regenerativer Energien erreicht.

Der Primärenergiebedarf zur Errichtung des Gebäudes wird bei diesen Kalkulationen nicht berücksichtigt. Dieser kann durch Holzbauweisen und den Einsatz von Nachwachsenden Rohstoffen reduziert werden.


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