Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Für die Sicherstellung einer zuverlässigen und wirtschaftlichen Energieversorgung, reicht der Ausbau von Erneuerbare-Energien-Anlagen alleine nicht aus. Da vor allem die Wind- und Solarenergie sehr witterungsabhängig sind, die Speichertechnologie noch nicht ausreichend entwickelt ist und Maßnahmen zur optimierten Netzauslastung bisher nur teilweise angewendet werden, bildet der Netzausbau derzeit einen wichtigen Aspekt der Energiewende.

Betroffen sind dadurch jedoch vielfach Flächen, die sich in Privatbesitz befinden oder von Anwohnern als zu wertvoll für eine Verbauung mit Stromleitungen angesehen werden. Diese und weitere Argumente wie die Furcht vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen dazu, dass der Netzausbau nicht nur positiv bewertet, sondern auch kritisch diskutiert wird.

Verschiedene Vogelarten halten sich von den umliegenden Gebieten der Freileitungen fern und das Brutverhalten wird gestört. Bei Kontakt mit den Leitungen kann es zum Tod der Vögel kommen.

Zum Schutz gefährdeter Vogelarten, werden potenzielle Stromtrassen in der Planungsphase genau überprüft. Die Wirkungen auf Flora und Fauna werden im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen, unter Berücksichtigung von Naturlandschaften wie Natura 2000-Flächen, beurteilt.

Der Bau von Freileitungen ist sehr flächenintensiv und beansprucht ebenso Waldgebiete.

Um den Flächenbedarf so gering wie möglich zu halten, werden soweit wie möglich vorhandene Korridore, wie z. B. Bahntrassen genutzt. Alternativ können aber auch Erdkabel verlegt werden. Diese Option fällt im Vergleich zu konventionellen Stromleitungen jedoch kostenintensiver aus.

Die Freileitungen beeinträchtigen das Landschaftsbild und führen zu Wertminderungen von umliegenden Grundstücken.

Die Auswahl der Trassen erfolgt grundsätzlich unter Hinzuziehung von Fachexperten und unter Berücksichtigung der DIN EN 50341. In dieser werden die Abstandsregelungen zu baulichen Anlagen, Infrastruktureinrichtungen und anderen Objekten geregelt. Zudem können die Entwürfe zur Bedarfsermittlung sowie des Netzentwicklungsplans von jedem Interessierten eingesehen und kommentiert werden. Daneben werden im Zuge der Festlegung von konkreten Trassenverläufen und des späteren Planfeststellungsverfahrens neben der allgemeinen Öffentlichkeit auch den Einwohnern im Einzugsbereich der Trassen, den Trägern öffentlicher Belange sowie Umweltverbänden unter anderem mittels Anhörungsverfahrens die Möglichkeit geboten, ihre Meinung zu den Plänen zu äußern.

Erdkabel führen zur Austrocknung des Bodens, so dass betroffene Flächen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden können.

Je nach Auslastung der Erdkabel können Erwärmungen des Bodens auftreten. Um dies zu vermeiden, können Maßnahmen zur Reduktion dieses Effektes ergriffen werden, wie die Nutzung von thermisch stabilisierten Materialien und die Einrichtung von Kühlanlagen.

Infolge hoher Feldstärken kommt es zu Geräuschbelästigungen.

Zur Minderung der Umwelteinwirkungen durch Geräuschentwicklungen legt die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm Grenzwerte fest, die im Genehmigungsverfahren einer Stromleitung beurteilt werden, so dass im Falle einer Geräuschbelästigung Sicherheitsabstände eingehalten werden. Mittels technischer Anpassungen wie der Verwendung von Bündelleitern wird versucht, die Belastung weiter zu vermindern.

Freileitungen erzeugen niederfrequente elektrische und magnetische Wechselfelder, die sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken.

Die gesundheitlichen Auswirkungen von elektrischen und magnetischen Feldern konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Um jedoch potenziell schädigende Effekte auszuschließen, unterliegen die Feldstärken gesetzlich festgelegten Grenzwerten. Zudem lässt die Feldstärke mit zunehmender Entfernung zur Stromleitung nach. Diesem Umstand wird durch Einhaltung von Mindestabständen zwischen Stromleitung und Wohngebieten Rechnung getragen.


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