Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Die aus Biomasse gewonnene Energie zählt zu den wichtigsten erneuerbaren Energieträgern für die Wärme- und Strom- sowie die Kraftstofferzeugung in Deutschland. Da die Bioenergienutzung auf eine breite Palette an unterschiedlichen Stoffen zurückgreift und vielfach in der Landwirtschaft stattfindet, gibt es dementsprechend viele Aspekte, die kritisiert werden können. Die im Folgenden dargestellten Argumente sind deshalb als eine kompakte Sammlung der wichtigsten Aspekte anzusehen.

Der Anbau von Pflanzen auf landwirtschaftlichen Flächen schafft Monokulturen und trägt somit zum Verlust der Artenvielfalt bei.

Für die Erzeugung von Energiepflanzen stehen je nach Nutzungsrichtung verschiedenste Pflanzen zur Verfügung. Hierzu zählen diverse Baumarten, Getreidesorten und Blütenpflanzen. Mittels gezielter Fruchtfolge und dem Anlegen von Agroforstsystemen, kann der Erhalt der Artenvielfalt sogar unterstützt werden. Bei Anwendung der guten landwirtschaftlichen Praxis ist zudem der klassische Maisanbau in der Lage, den Erosionsschutz zu steigern. Hierzu wird Mais in ein bestehendes Stoppelfeld gesät, um eine ganzjährige Bodenbedeckung sicher zu stellen.

Die Nutzung von Holzpellets, Hackschnitzeln und Scheitholz erfordert eine erhöhte Entnahme von Holz aus dem Wald, was einer nachhaltigen Forstwirtschaft entgegensteht.

Deutschland, das waldreichste westeuropäische Land, schlägt bereits seit Jahrzehnten weniger Holz als jährlich nachwächst. Trotz der Zunahme der Energieholznutzung liegt die Holzentnahme laut der zweiten Bundeswaldinventur (2005) weit unter der Nachhaltigkeitsgrenze. Enormes Potenzial bietet auch der Privatwald sowohl für die stoffliche als auch die energetische Nutzung. Letzterer werden lediglich die Holzsortimente zugeführt, die für eine stoffliche Nutzung nicht geeignet sind, z.B. Waldrestholz zur Erzeugung von Holzhackschnitzeln. Holzpellets dagegen werden aus Säge- und Hobelspänen gepresst. Bei Entnahme des Schlagabraums, der sich überwiegend aus Kronenmaterial zusammensetzt und sehr nährstoffreich ist, erfolgt die Entnahme in Abhängigkeit des Nährstoffgehalts des Bodens.

Die auf landwirtschaftlichen Flächen angebauten Energiepflanzen konkurrieren mit der Le-bensmittelproduktion. Die Folgen sind Lebensmittelknappheit und Preiserhöhungen.

In Deutschland wird der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche zur Produktion von Bioenergiepflanzen nach wie vor überwogen von Flächen für die Tierfutterproduktion. Lebensmittel wie z.B. Getreide wurden in der EU in den Jahren 2011 und 2012 nur zu 11 % in der Industrie bzw. zur Herstellung von Biokraftstoff verwendet. Hinzu kommt, dass bei der heimischen Öl- oder Ethanolgewinnung wertvolle Eiweißfuttermittel als Nebenprodukt anfallen, so dass die Anbauflächen für Energiepflanzen bis zu einem gewissen Grad zeitgleich für die Tierfutterproduktion genutzt werden. Entschärft wird die Flächenkonkurrenz zudem durch die Tatsache, dass zum einen für die Bioenergieproduktion Flächen in Anspruch genommen werden, die aufgrund der nach wie vor existierenden Überproduktion von Lebensmitteln stillgelegt wurden und zum anderen Reststoffe aus der Lebensmittelproduktion zum Einsatz kommen. Zwar kann der wachsende Bedarf an Energiepflanzen geringfügig zur Preiserhöhung von Lebensmitteln beitragen, jedoch stellt der erhöhte Bedarf nur einen Faktor von vielen im globalen Wirtschaftsgeflecht dar.

Die durch den Anbau von Energiepflanzen umgebrochenen Wiesen und Weiden werden zerstört.

Zwar findet die Umwandlung von Grünland in Ackerfläche zu einem gewissen Grad tatsächlich statt. Generell ist der Grünlandumbruch aber auf die teilweise geringen Erlöse der Grünlandbewirtschaftung wie zum Beispiel in der Milchwirtschaft zurückzuführen. Auf der anderen Seite wird Gras von Grünlandflächen in der Biogasproduktion als ein Teilgebiet der Bioenergienutzung verwertet und kann so die Erhaltung dieser Landschaftsform unterstützen. Des Weiteren ist die Umwandlung von Grünland in Ackerland gesetzlich geregelt, da Wiesen und Weiden dem Erosions- und Klimaschutz dienen.

Biogasanlagen emittieren unangenehme Gerüche und stellen eine Belästigung für das Umfeld dar.

Entstehen durch Biogasanlagen Geruchsbelästigungen, ist dafür meistens eine unsachgemäße Lagerung der Biomasse verantwortlich. Wird der Gärrest nach der Biogasnutzung auf Felder ausgebracht, lässt sich im Vergleich zu Gülle ohne Biogasnutzung sogar eine verminderte Geruchsentwicklung feststellen.

Holzheizungen verstärken die Feinstaubbelastung.

Die durch einen Holzofen bedingte Feinstaubbelastung ist durch das Bundesimmissionsschutzgesetz gesetzlich geregelt und unter einem Grenzwert zu halten. Dieser wird voraussichtlich im Jahr 2015 weiter verschärft. Dementsprechend werden weiterhin verstärkt Anstrengungen unternommen, um Emissionen durch Öfen und Heizkessel zu senken.

Der Einsatz von Biokraftstoffen setzt mehr CO2 frei als eingespart wird.

Da Energiepflanzen als Nachwachsende Rohstoffe bei der Verbrennung oder Vergärung nur so viel CO2 abgeben, wie sie vorher aus der Umwelt aufgenommen haben, hängen die Emissionen von Anbau, Transport und Verarbeitung ab. Die Klimabilanz von heimischen Biokraftstoffen ist deutlich besser als die fossiler Kraftstoffe.


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