Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Der Windenergie wird in Deutschland ein enormes Potenzial zugeschrieben. Neben der Errichtung von neuen Anlagen soll auch der Ersatz bestehender durch modernere Windkraftanlagen, das sogenannte Repowering, dazu beitragen. Zunehmend gewinnen auch die Offshore-Anlagen, also Windräder auf See, an Bedeutung. Die folgenden Punkte beziehen sich vorrangig auf die Onshore-Windenergie, da gerade von Windrädern im Binnenland eine Vielzahl von Akteuren im näheren Umfeld direkt betroffen ist und deren Akzeptanz daher eine wichtige Voraussetzung für den Zubau neuer Anlagen ist.

 

Die Rotoren von Windenergieanlagen stellen eine Bedrohung für Vögel und Fledermäuse dar.

Zur Minimierung des Bedrohungsrisikos, insbesondere für gefährdete Vogel- und Fledermausarten, werden potenzielle Anlagenstandorte bereits in der Planungsphase genauestens geprüft und u. a. spezielle artenschutzrechtliche Prüfungen zur Ermittlung des Artenbestandes durchgeführt. Zudem übersteigen die Nabenhöhen moderner Anlagen teilweise die Flughöhe der Vögel und Fledermäuse. Hinzu kommt, dass Windenergieanlagen mit spezieller Annährungssensorik ausgerüstet werden können, um zu Zeiten hoher Flugaktivität den Betrieb auszusetzen.

Windenergieanlagen wirken sich nachteilig auf die Attraktivität der Landschaft und den Tourismus aus.

Grundsätzlich werden potenzielle Standorte von Windenergieanlagen unter Berücksichtigung der Belange des Tourismus, der Anwohner und den Vorgaben der Regionalplanung während der Planungsphase geprüft. Es ist anzumerken, dass die objektive Beurteilung der Auswirkungen von Windenergieanlagen auf das Landschaftsbild schwierig ist. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Zustimmung zu Anlagen steigt, wenn bereits Vorerfahrungen existieren. Eine repräsentative Umfrage unter Touristen in der Nordeifel ergab, dass sich 59 % der dortigen Besucher von den Windenergieanlagen in dieser Gegend kaum bis gar nicht gestört fühlen. In der Realität hat sich sogar gerade für die Tourismus-Branche ein neues Geschäftsfeld durch EE-Anlagen aufgetan: So werden in Reiseführern zur Entdeckung Erneuerbarer Energien Freizeitaktivitäten wie das „Windmillclimbing“ angeboten.

Windenergieanlagen erzeugen Dauergeräusche und stellen eine dauerhafte Lärmbelästigung dar.

Die Schallemissionen von Windenergieanlagen unterliegen gesetzlichen Grenzwerten, die im Rahmen der immissionsschutzfachlichen Genehmigung geprüft werden. Überschreitungen sind nicht zulässig. Des Weiteren können möglicherweise dennoch auftretende Schalleinwirkungen auf die Anwohner durch größere Abstände der Anlagen zu Wohngebäuden vermindert werden. Einfluss kann hierauf durch die Regionalplanung bzw. die Flächennutzungspläne der Gemeinden genommen werden.

Der bei der Rotordrehung auftretende Schattenwurf wirkt sich störend auf die Anwohner aus.

Der Schattenwurf wird genehmigungsrechtlich in der Planungsphase geprüft und darf den theoretischen Wert von 30 Minuten pro Tag bzw. 30 Stunden im Jahr nicht überschreiten. Ferner kann der Effekt durch entsprechende Standortauswahl weiter reduziert werden.

Sich an den Rotorblättern bildende Eisbrocken können sich ablösen und Menschen gefährden.

Insbesondere neuere Windkraftanlagen sind mit Eiserkennungsanlagen ausgestattet. Bei Bedarf kann der Betrieb der Anlagen eingestellt werden. Alternativ können die Flügel beheizt werden, um die Eisbildung zu hemmen. Somit spielt der Eiswurf mittlerweile kaum mehr eine Rolle.

Durch den „Disco-Effekt“ kommt es insbesondere im Straßenverkehr zu Ablenkungen.

Bei älteren Anlagenmodellen traten bei Sonnenschein an den Rotoren Reflektionen auf. Aufgrund matter Lackierungen spielt dieser Effekt heute kaum noch eine Rolle.

Durch Flügelbrände nach Blitzeinschlägen sind umliegende Landschaften wie zum Beispiel Wälder gefährdet.

Um Brände an Windenergieanlagen zu vermeiden, werden neben Blitz- und Überspannungsschutz auch Anlagen zur Branderkennung und -bekämpfung wie automatische Löscheinrichtungen sowie Selbstabschaltsysteme eingesetzt. Zusätzlich wird der Anteil brennbarer Stoffe reduziert.

Windenergieanlagen stellen durch den auftretenden Infraschall ein Gesundheitsrisiko dar.

Infraschall kann die Leistungsfähigkeit, das Herz-Kreislaufsystem beeinträchtigen oder auch Benommenheit auslösen. Dies trifft jedoch nur zu, sofern die menschliche Wahrnehmbarkeitsschwelle überschritten wird. Studien belegen, dass diese Schwelle bei Abständen von 250 m zur Anlage weit unterschritten wird. Hinzu kommt, dass moderne und größere Anlagen mit ihrer geringeren Rotationsdrehzahl tendenziell geringere Infraschallemissionen aufweisen.

Während die Anwohner Windenergieanlagen ständig im Blickfeld haben, verbleibt der Gewinn aus dem Anlagenbetrieb bei den Unternehmen.

Dieser Aspekt lässt sich durch regionale Betreibergesellschaften und finanzielle Beteiligung der Anwohner umgehen oder zumindest deutlich abschwächen. Die Kommune erhält unabhängig vom Sitz der Betreibergesellschaft 70 % der anfallenden Gewerbesteuer für die Erträge der Windenergieanlagen. Die regionale Wertschöpfung erhöht sich, wenn die Betreibergesellschaft Ihren Sitz sogar vor Ort hat und die Kommune dadurch die vollständige Gewerbesteuer sowie Gewinne aus der Einkommenssteuer erhält.

Windenergieanlagen können an küstenfernen Standorten nicht wirtschaftlich betrieben werden.

Auch im Binnenland können Windenergieanlagen wirtschaftlich betrieben werden. Vor Errichtung der Anlagen werden potenzielle Standorte genau geprüft und Windmessungen durchgeführt. Leistungsmindernde Faktoren wie Geländeunebenheiten, Bewaldung oder Bebauung können gegebenenfalls durch größere Nabenhöhen und größere Rotorspannweiten kompensiert werden.

 

 

 

 


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