Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Die Erneuerbaren Energien stellen eine Abkehr vom bisherigen Modell der Energieerzeugung in zentralen Großkraftwerken dar. Sie erlauben lokale Stromerzeugung an einer Vielzahl von  Orten und orientieren sich dabei an regionalen Gegebenheiten. Gleichermaßen übertragen sie die unternehmerische Initiative von Großunternehmen auf ein breites Spektrum kleinerer Investoren, darunter zahlreiche Privatpersonen – etwa 50 % aller Erzeugungsanlagen für regenerative Energien befinden sich in der Hand von Privatleuten (Trend:research 2011: Marktakteure Erneuerbarer-Energie-Anlagen in der Stromerzeugung, Stand 2010). Dies wirkt sich selbstverständlich auch auf die Wahrnehmung und damit die Akzeptanz für die Erneuerbaren aus.

Zum einen entsteht am Energiemarkt eine Wettbewerbssituation zwischen den etablierten Energieerzeugungsunternehmen und ihren neuen Konkurrenten, die auch auf politischer Ebene ausgetragen wird. Zum anderen genießen die Erneuerbaren Energien zumindest verbal einen großen Rückhalt in der Bevölkerung, jedoch sind nur 11 % der Bevölkerung auch tatsächlich selber in deren Erzeugung involviert. In dieser Hinsicht liegt gleichsam ein Scheinkonsens vor, der immer dann auf die Probe gestellt wird, wenn neue Projekte im Lebensumfeld von Menschen realisiert werden sollen und dabei tiefliegende Zweifel und Vorbehalte akut zu Tage treten. Die Einwände, welche in solchen Situationen gegen die Erneuerbaren Energien vorgebracht werden, sind so unterschiedlich wie die Personen, die sie artikulieren. Sie reichen von nüchterner Kritik bis zu emotional aufgeladenen Polemiken. Des Weiteren verfügt jede der eingesetzten Energieerzeugungstechnologien über ein charakteristischen Themenprofil, was sich in der Diversität der Debatten niederschlägt. Eine Auswahl der möglichen Konfliktfelder zeigt die Grafik.

 Konfliktpotenziale Erneuerbarer Energien

 Vielen Bedenken bezüglich Erneuerbaren Energien liegt die Sorge um technische Problemstellungen oder den Schutz von Umwelt und Gesundheit zugrunde. Diese intersubjektiven Kriterien sind mess- und prüfbar und können durch eine sachliche Debatte, an deren Ende geeignete technische oder planerische Lösungen stehen, wirksam ausgeräumt werden. Deutlich schwieriger hingegen gestaltet sich der Diskurs zu subjektiven Wertvorstellungen wie beispielsweise in Bezug auf die unverwechselbare Ästhetik eines bestimmten Landschaftsbildes. Diese teils tief verwurzelten Anschauungen können im Rahmen angemessener Partizipationsverfahren kaum verändert werden. Stattdessen zielen Verfahren hierbei darauf ab, eine wenigstens passive Form von Akzeptanz zu generieren, indem durch gezieltes Akzeptanzmanagement anhand stichhaltiger Argumente ein individueller Abwägungsprozess über die Vor- und Nachteile Erneuerbarer Energien angeregt wird. Falls deren Vorteile in den Augen der Betroffenen überwiegen, werden sie dadurch eher geneigt sein, die Erneuerbare Energien trotz möglicherweise fortbestehender, subjektiver Vorbehalte in ihrem Umfeld zu tolerieren. Die Einzigartigkeit der sozialen Konstellationen, unter denen derartige Debatten ausgetragen werden, macht es allerdings nahezu unmöglich, eine allgemeingültige Musterlösung zu definieren. Stattdessen zeichnet sich ein gelungenes Akzeptanzmanagement sowohl durch einen vorbeugenden, als auch flexiblen Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel aus, der sich an den Bedingungen der jeweiligen Situation und eingebundenen Persönlichkeiten orientiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok