Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


IMG 2978Der Ausbau der Windenergie führt in manchen Teilen Bayerns zu heftigen Widerständen von Seiten mancher Bevölkerungsgruppen. Mit der Absicht, vor allem die von Windkraftanlagen ausgehenden Emissionen und Beeinträchtigungen im Regionalkontext zu diskutieren und den Bürgern vor Ort aufzuzeigen, wie diese in Planungs- und Genehmigungsverfahren Berücksichtigung finden, hatte C.A.R.M.E.N. e.V. die unterfränkische Bevölkerung am 11. März 2014 zu einer Podiumsdiskussion nach Bad Neustadt/Saale eingeladen.

Nach einer kurzen Begrüßung und thematischen Hinführung an die Windkraft in Bayern und speziell in Unterfranken durch Julia Günzel und Maria Kopfinger, C.A.R.M.E.N. e.V., hatten die vier Podiumsreferenten Gelegenheit, ihren Bezug und ihre Haltung zur Windkraft in Kurzpräsentationen vorzustellen. 

Den Anfang machte Oliver Weidlich von der Landes- und Regionalplanung Unterfranken. Bereits hierbei wurde die Komplexität der Regionalplanung deutlich, welche der Windkraft substanziell Raum anhand einheitlicher und nachvollziehbarer Kriterien zum Schutz von Mensch, Natur und Landschaft zur Verfügung stellt.

Die zweite Kurzpräsentation von Dr. Herbert Barthel, Energiereferent des BUND Naturschutz in Bayern, legte den Fokus auf das bislang nicht hinreichend ausgeschöpfte Potenzial von Energieeinspar- und Effizienzsteigerungspotenzialen. Erst darauf aufbauend könne und solle ein vernünftig gesteuerter Ausbau der Windkraft stattfinden. Auf Grund der enormen Ausbaupotenziale, der Flächeneffizienz und der niedrigen Gestehungskosten der Offshore-Windkraft plädiert Dr. Barthel für den weiteren Ausbau, auch weil ihr Beitrag zum Ersatz der Atomenergie wesentlich ist.

Marc Sitkewitz, Bezirksgeschäftsstellenleiter des Landesbunds für Vogelschutz in Unterfranken, zeigte eine durchweg befürwortende Haltung hinsichtlich der Windkraft. Aus Verbandssicht sei die Notwendigkeit des Umstiegs auf Erneuerbare Energien klar und unstrittig. Für den Anlagenzubau werden solche Standorte abgelehnt, an denen Lokalpopulationen verschiedener Vogel- oder Fledermausarten gefährdet werden könnten. 

Der Beitrag von Raimund Kamm, dem stellvertretenden Landesvorstand des Bundesverbands Windenergie in Bayern, setzte an der Nutzung der Kernkraft an. Dem Anspruch, diese Technologie zu ersetzen, könne ernsthaft nur die Windkraft gerecht werden. Ihr Ausbau sei somit essentielle Voraussetzung für die Energiewende in Bayern. In einem Leitszenario für die zukünftige Energieversorgung geht der Bundesverband Windenergie davon aus, dass ein Drittel des Stromverbrauchs in 2050 durch die Windkraft, ein weiteres Drittel durch die Photovoltaik und das letzte Drittel je zur Hälfte durch Wasserkraft und Bioenergie IMG 3040bereitgestellt werden könnte.

In der den Eingangsstatements der Podiumsreferenten folgenden Diskussion wurden von Seiten der Teilnehmer engagiert und interessiert Fragen gestellt und Statements abgegeben – sowohl für als auch gegen die Windkraft. Es entstand ein konstruktiver Dialog „auf Augenhöhe“, auch zwischen stark festgefahrenen Positionen – ein erster Schritt in Richtung eines von allen Beteiligten akzeptierten, „menschenverträglichen“ Ausbaus der Windkraft.

Die Vortragsdateien zu den Kurzbeiträgen der einzelnen Referenten können bei C.A.R.M.E.N. e.V. angefragt werden. (Tel.: 09421 960-300, )

 

 

 

 


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