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14 2018Straubing, 28. März 2019 * Im Rahmen der laufenden Studie „Flächenanalyse Windenergie an Land“ hat das Umweltbundesamt (UBA) ein Positionspapier zu den Auswirkungen von Mindestabständen zwischen Windenergieanlagen und Siedlungen veröffentlicht. Die Publikation kommt zum Ergebnis, dass pauschale Abstandsregeln den Ausbau der Windenergie ins Stocken bringen. Stattdessen empfehlen die Autoren eine standortspezifische Prüfung der Gesundheits- und Umweltschutzbelange.

In den vergangenen beiden Dekaden habe sich die Windenergie an Land zu einer wichtigen Erneuerbaren Energiequelle entwickelt. Rund 92,2 Terrawattstunden leisteten die Windenergieanlagen an Land im vergangenen Jahr und lieferten damit, laut UBA, den zweitgrößten Betrag im Stromsektor. Damit sei die Windenergie von hoher Bedeutung für das Erreichen des Ausbauziels der Bundesregierung von 65 Prozent Anteil an Erneuerbaren Energien im Stromsektor bis 2030.

Der schnelle Ausbau der Windenergie habe in der Vergangenheit immer wieder zu Gegenbewegungen geführt. Befürworter von Mindestabständen zwischen den Windenergieanlagen und Wohngebieten versprechen sich dadurch eine stärkere Akzeptanz innerhalb der Gemeinden. Eine unabhängige Analyse bestehender umweltpsychologischer Studien durch Hübner & Pohl (2015) konnte jedoch nachweisen, dass zwischen Akzeptanz und Abstand kein unmittelbarer Zusammenhang bestehe.

Darüber hinaus zeige die laufende Studie, dass generelle Siedlungsabstände die Kapazitäten für den Ausbau der Windenergie enorm einschränken. Bei 1.200 Metern Mindestabständen sinke das Leistungspotenzial auf nur 30 bis 50 Gigawatt von derzeit 80 Gigawatt. Ein Erreichen der Klimaschutzziele unter diesen Vorgaben sei damit langfristig nicht möglich. Zusätzlich bergen pauschale Mindestabstände, laut UBA, das Risiko, den Nutzungsdruck auf bisher unzerschnittene Landschaftsräume und Wälder zu erhöhen.

Stattdessen empfiehlt das Positionspapier, bei der Planung die standortspezifischen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Umweltbundesamtes.


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