Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


CdL Herbstagung2Straubing, 16. November 2017* Am Donnerstag den 9. November 2017 trafen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger bei der Herbsttagung des Clubs der Landwirte Straubing und Umgebung, um gemeinsam mit sechs Experten das Thema „Stromspeicherung – wohin mit dem Solarstrom?“ genauer zu betrachten. Die Referenten deckten dabei ein weites Feld von möglichen Szenarien der PV-Nutzung, der Optimierung des Eigenverbrauchs und Speichersystemen über Power-to-Gas und die genossenschaftliche Vermarktung von Strom ab. C.A.R.M.E.N. e.V. stellte verschiedene Betreibermodelle vor.

Der Vorsitzende Stephan Steinberger begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Gasthaus Karpfinger in Aiterhofen. Anschließend stellte Klaus Krinner aus Straßkirchen die Geschichte seines Unternehmens sowie seine Überlegungen zum Netzausbau der geplanten Nord-Süd Stromtrasse vor. Die Trasse könne beispielsweise mit PV-Modulen überbaut werden, da auch bei geringer Einspeisevergütung hohe Hektarerträge möglich sind.

In Deutschland wurden bisher über zwei Millionen PV-Anlagen mit einer Leistung von 41,2 Gigawatt installiert, berichtete Franziska Materne von C.A.R.M.E.N. e.V. Doch bereits 2021 fallen die ersten Anlagen aus der garantierten Einspeisevergütung. Materne zeigte aus diesem Grund verschiedene Betreibermodelle auf. Eigenverbrauch, auch in Kombination mit Stromspeicherung, Direktvermarktung oder direkte Stromlieferungen werden bereits heute erfolgreich betrieben, weitere Betreibermodelle werden folgen, prognostiziert Materne.

Vanessa Sigel, ebenfalls C.A.R.M.E.N. e.V., stellte fest, dass sich landwirtschaftliche Betriebe gut für die Nutzung von Solarstrom eignen, hier seien je nach Betriebsstruktur hohe Eigenverbrauchsquoten möglich. Batteriespeicher könnten diese Eigenverbrauchsquoten nochmals um zehn bis 25 Prozent erhöhen. Sorgfältige Planung unter Einbeziehung aller betrieblichen Faktoren sei für eine effiziente Stromnutzung unabdingbar, schloss Sigel.

Franz-Josef Feilmeier von fenecon berichtete von enormen Preisausschlägen an der Strombörse. In Zukunft werde es keine Festpreise mehr geben. Die Herausforderung bestehe also darin, dass genau so viel Strom erzeugt wie auch verbraucht wird. In diesem Fall könnten Stromspeicher zur Netzstabilisierung genutzt und damit wirtschaftlich betrieben werden.

Die Energiewende könne nicht nur auf Erneuerbare Energien aufgebaut werden, machte Prof. Dr. Raimund Brotsack deutlich. In Seinem Vortrag stellte er die Power-to-Gas Technologie vor. Das „Grüne Erdgas“ könne in den herkömmlichen Gasnetzen gespeichert und verteilt werden. Mit diesem Verfahren könne die Verbindung vom Strom- zum Gasnetz hergestellt werden, so Brotsack. Weiter führte er aus, dass die deutschen Klimaziele nur durch Verbesserungen im Verkehrssektor erreichbar seien, auch hier könne „Grünes Erdgas“ eine mögliche Lösung sein.

Andreas Engel will die Erzeugergemeinschaft für Energie in Bayern zu einer Marke mit Mehrwert machen. Er vermarktet Regionalstrom mit Bayern- und Ökobonus. Die Anlagenbetreiber erhalten einen höhere Vergütung, müssen im Gegenzug jedoch die Kriterien eines Umweltaudits erfüllen. Die Zukunft der Energieerzeugung liegt in einer intelligenten Steuerung, so Engl.