Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


52 2014„Was ist neu bei Energieausweis und Co.?“ Diese Frage scheint immer noch viele zu beschäftigen, so dass das Fachgespräch am 20. Januar 2015 im Forchheimer Landratsamt ausgebucht war. Eingeladen von C.A.R.M.E.N. e.V. und dem Landratsamt Forchheim hatten sich über 75 Personen  eingefunden, um den qualifizierten Fachvorträgen zu lauschen. Begrüßt von Landrat Dr. Hermann Ulm referierten Expertinnen und Experten von C.A.R.M.E.N. e.V., dem Landratsamt und der Gesellschaft für Energieberatung und –management (GEM) Gräfenberg.

Zunächst stellte Stefan Kreidenweis von C.A.R.M.E.N. e.V. die Anforderungen und Änderungen der Energieeinsparvorordnung (EnEV) vor, die sich aus der letzten Novelle vom 01. Mai 2014 ergeben haben. Insbesondere sind hier die verschärften Anforderungen an die energetische Qualität, die ab dem 01. Januar. 2016 wirksam werden, von Bedeutung. Beispielsweise werden die Höchstwerte des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) für Wohngebäudebauteile pauschal um 25 % reduziert. Bei Nicht-Wohngebäuden sinken die zulässigen Transmissionswärmeverluste um 20 %. Des Weiteren sind Heizkessel, die ihr 30. Lebensjahr erreicht haben, auszutauschen, sofern es keine Niedertemperaturkessel oder Geräte mit Brennwerttechnologie sind. Auch Geräte unter 4 kW oder über 400 kW Wärmeabgabe sind ausgenommen. Ebenso Kessel in Ein- oder Zweifamilienhäusern, sofern der Eigentümer am 01. Februar 2002 im Gebäude gewohnt hat.

Wann ein Energieausweis erstellt werden muss, und welche Pflichten Gebäudeeigentümer dann erfüllen müssen, berichtete Kunigunda Neubauer von der GEM mbH aus Gräfenberg. So müssen Energieausweise ausgestellt und ausgehändigt werden, sofern eine Immobilie neu vermietet oder verkauft wird. Auch in Immobilienanzeigen müssen die Gebäudekennwerte veröffentlicht werden. Der Gebäudeeigentümer erhält dafür wirtschaftliche Modernisierungsempfehlungen, bei guten Anbietern mit einer Einschätzung der Amortisationsdauer. Kommen Immobilienbesitzer oder Makler den Pflichten nicht nach, drohen Geldbußen bis zu 15.000 € für jeden Verstoß.

Die Erläuterungen von Julia Lehmann (C.A.R.M.E.N. e.V.) zu Besonderheiten von Dämmstoffen aus überwiegend heimischen Nachwachsenden Rohstoffen und deren Sonderstellung in der EnEV wurden interessiert aufgenommen. Diese bieten besseres Raumklima, speichern CO2 und genießen reduzierte Anforderungen an den Wärmeleitwert, sofern die Dämmstoffdicke aus technischen Gründen begrenzt ist, beispielsweise bei Wandverkleidungen oder einer Zwischensparrendämmung im Dach.

Zur Abrundung der Thematik erhielten die Teilnehmer durch Christine Galster (Landratsamt) einen Überblick über die zahlreichen und umfänglichen Fördermöglichkeiten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA). Bei der KfW stehen Zuschüsse und zinsgünstige Kreditprogramme mit finanzieller Unterstützung bis zu 25 % der Investitionen bereit, wenn Energieeffizienzmaßnahmen im Wohngebäudebestand umgesetzt werden. Oder bis zu 10 % bei Neubauprojekten. Auch Kreditprogramme mit Tilgungszuschuss zum Einsatz von Erneuerbaren Energien stellt die KfW bereit. Alternativ bietet das BAFA Zuschüsse zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärmebereitstellung an. Ebenso förderfähig sind hier Kosten einer Energieberatung vor Ort.

Nach der gelungenen Veranstaltung bedankten sich die Kooperationspartner bei allen Teilnehmern und Gästen mit der Ankündigung, für weitere Fragen auch in Zukunft gerne zur Verfügung zu stehen.

Weitere Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel. 09421/960-300, Fax: -333, E-Mail: