Herausragende und vorbildhafte Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz. Dies ist die Voraussetzung, um vom regionalen Netzwerk Forst und Holz zum Holzbotschafter ernannt zu werden. Diese Ehre wurde im August Herrn Martin Six zuteil, der in Sankt Englmar im Landkreis Straubing-Bogen den beliebten Waldwipfelweg geschaffen hat und betreibt.

Alexander Schulze, Geschäftsführer des Netzwerks, Klaus Stögbauer, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Straubing und Karl Hornberger, Betriebesprecher des Netzwerks im Landkreis Straubing-Bogen, statteten Martin Six und seinem Waldwipfelweg einen Besuch ab, um die Urkunde und die zughörige Plakette, eine Baumscheibe aus Nussbaum, persönlich zu überreichen. Vor Ort ließen sie sich von Martin Six die Entwicklung und die Besonderheiten seines Waldwipfelweges und der weiteren Attraktionen zeigen und beschreiben.

Seit seiner Eröffnung im Mai 2008 ist der Waldwipfelweg in Sankt Englmar ein bei Einheimischen und Urlaubsgästen beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie. In luftiger Höhe von bis zu 30 Meter führt ein Pfad aus einheimischem Lärchenholz zwischen den Baumgipfeln hindurch und lässt die Besucher den Lebensraum Wald einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben. Aussichtsplattformen bieten eine schöne Aussicht über die Höhen des Bayerischen Waldes, das Donautal und den Gäuboden. Aber auch das Wissen über den Wald kommt nicht zu kurz: Mittlerweile ergänzt ein Naturerlebnispfad das Angebot. Dazu kommen eine Gastronomie, der „Pfad der optischen Phänomene" und das „Haus am Kopf", das großen und vor allem kleinen Besuchern ganz neue Perspektiven bietet.

Weniger aufgrund seiner Unterhaltsamkeit, sondern wegen der dort vorbildlichen Holzverwendung, wurde nun der Erbauer und Betreiber des Waldwipfelweges Sankt Englmar, Herr Martin Six, vom regionalen Netzwerk Forst und Holz im C.A.R.M.E.N. e.V. als Holzbotschafter ausgezeichnet. Mit dieser Anerkennung werden seit 2014 Personen geehrt, die sich in besonderer Weise um die sinnvolle Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz verdient gemacht haben und dadurch auch andere zur vermehrten Nutzung des klimafreundlichen und nachwachsenden Rohstoffs anregen.

Martin Six, selbst Waldbesitzer und schon als Kind mit seinem Vater im Wald unterwegs, war nach seinem Dienstende bei der Bundeswehr auf der Suche nach neuen Perspektiven. Infolge eines Besuches bei einem ähnlichen Objekt in Österreich im Jahr 2005, wurde die Idee geboren, auch im Bayerischen Wald einen Waldwipfelweg zu bauen. Hintergrund war der Gedanke, dass viele Besucher der Region nicht einfach nur wandern wollen, sondern darüber hinaus ein besonderes Naturerlebnis suchen. Am Landratsamt Straubing-Bogen wurden das Bauvorhaben positiv aufgenommen und nach der Überwindung einiger Hindernisse und kleinen Planänderungen am ursprünglich geplanten Standort in Sankt Englmar errichtet und im Mai 2008 eröffnet. Damit war der Waldwipfelweg, der damals 400 Meter lang und durch einen Kiosk und einem kleinen Naturerlebnispfad ergänzt wurde, der erste Waldwipfelweg in Bayern und zudem als erster bundesweit barrierefrei. Besonders in der Ferienzeit möchten viele den Wald aus der Vogelperspektive erleben, Einheimische ebenso wie Urlauber aus ganz Bayern und dem Rest der Republik. Diese werden von mittlerweile 40 in Teil- und Vollzeit angestellten Mitarbeitern betreut und versorgt.

Auch Alexander Schulze, Klaus Stögbauer und Karl Hornberger zeigten sich begeistert von dem Projekt. Besonders positiv fiel ihnen auf: Sowohl bei dem Weg selbst, als auch bei den zugehörigen Gebäuden, legte Betreiber Martin Six besonderen Wert auf die Verwendung von Holz aus der Region und traditionelle handwerkliche Verarbeitung. So wurde selbst im Außenbereich das Holz nicht lasiert, sondern nur geölt, was den Besuchern klar zeigt, wie haltbar der heimische Rohstoff von Natur aus ist. Zudem würden die wichtigsten Baumarten des Bayerischen Waldes und Ihre Verwendung besonders anschaulich dargestellt und könnten die Besucher so zur vermehrten Verwendung von Holz in den eigenen vier Wänden anregen, lobten die Experten vom regionalen Netzwerk.

Genau dies sein auch sein Ziel gewesen, betonte Martin Six und freute sich sichtlich über Urkunde und Plakette, die die Ernennung zum Holzbotschafter dokumentieren und künftig auch für die zahlreichen Besucher des Waldwipfelweges zu sehen sein werden.

Dipl. Kulturwirtin Univ. Anke Wischnewski (28.08.2014)