Was ist neu an Energieausweis und Co.? Das war das Thema eines Infoabends am Dienstag, den 24. Juni 2014, im Campus Schloss Mariakirchen bei Arnstorf. Über 90 Teilnehmer waren der Einladung des Netzwerks Forst und Holz und des C.A.R.M.E.N. e.V. gefolgt und erfuhren viel Wissenswertes zur seit Anfang Mai gültigen neuen Energieeinsparverordnung, kurz EnEV 2014.

Die EnEV ist die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie vom 19. Mai 2010. Zweck der Verordnung ist die Einsparung von Energie in Gebäuden mit dem Ziel, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Seit der letzten Auflage der EnEV im Jahr 2009 haben sich zahlreiche Neuerungen für die Praxis ergeben. Grund genug für die Veranstalter, einen Infoabend mit Fachvorträgen zum Thema anzubieten.

Alexander Schulze, Geschäftsführer des Netzwerks Forst und Holz, begrüßte die Teilnehmer, Planer, Architekten, Handwerker, Hausbesitzer und weitere Interessierte und übergab das Wort an den ersten Referenten des Abends.
Christoph Zettinig vom C.A.R.M.E.N. e.V., dem Centralen- Agrar-Rohstoff-Marketing- und Energie-Netzwerk mit Sitz in Straubing, schilderte in seinem Vortrag „Die EnEV 2014 – neue Anforderungen für Nutzer, Bauherren und Planer" Hintergrund und Entwicklung der Verordnung und erläuterte deren Geltungsbereiche und Anforderungen.
Es folgte der Beitrag „Energieausweis – etabliertes Instrument oder Drohkulisse" von Heribert Ellinger, Inhaber des Ingenieurbüros Ellinger in Roßbach und Vorstand in der Energieagentur Chiemgau-Inn-Salzach (CIS). Der zweite Referent ging vor allem auf das Thema Energieausweis sowie auf Bedenken gegen die Verordnung ein.

Als wichtigste Veränderungen der neuen EnEV gegenüber der Vorgängerverordnung betrachteten die beiden Experten folgende Punkte: Bei Neubauten gelten ab 2016 verschärfte Anforderungen an Primärenergiebedarf (+ 25 Prozent) und Wärmeschutz (+ 20 Prozent). Die Vorgaben für Sanierungen im Bestand bleiben gleich. Mit EnEV easy steht für Wohngebäude künftig ein vereinfachtes Verfahren zur Verfügung. Was Heizkessel angeht, besteht für vor 1985 eingebaute Geräte eine erweiterte Austauschpflicht. Und auch in nicht behördlichen Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr, wie etwa Einkaufszentren und kleinen öffentlichen Gebäuden müssen die Nutzer seit Anfang Mai einen Energieausweis einsehen können.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Referenten und Peter Hofer, Kreisbaumeister am Landratsamt Rottal-Inn und Professor Josef Steretzeder, dem Leiter der Campus Schloss Mariakirchen der Technischen Hochschule Deggendorf, wurden die wichtigsten Aspekte des Themas nochmals aufgegriffen und diskutiert. Zudem gab es auch aus dem Publikum viele Fragen. Einige Teilnehmer der Veranstaltung befürchten einen durch die neue EnEV erhöhten Zeit- und Personalaufwand, sowohl für Durchführung der Maßnahmen als auch deren Kontrolle, was laut den Experten nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

Am Ende war man sich trotzdem einig, dass trotz der stark verzögerten Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie, sie stammt immerhin aus dem Jahr 2010, und so manchen unbequemen neuen Verpflichtungen, die neue Energieeinsparverordnung insgesamt doch positiv zu bewerten ist. Die EnEV 2014 sei ein wichtiger Schritt hin zu weniger Energieverbrauch und mehr Klimaschutz, jedoch sicherlich noch nicht das Ende des Weges.

Dipl. Kulturwirtin Univ. Anke Wischnewski (26.06.2014)


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