Für Bauholz in tragender Funktion gilt seit 2012 die CE-Kennzeichnungspflicht. Kürzlich nahmen vier Sägewerke aus der Region an einer Schulung zum Thema in Egglham im Landkreis Rottal-Inn teil und investierten damit in die Zukunft ihrer Unternehmen.

An den Fachkenntnissen fehlt es zumeist nicht, aber um selber das rechtlich verpflichtende CE-Kennzeichen anbringen zu dürfen, müssen die Holzbetriebe diese Kenntnisse nachweisen, ein Betriebstagebuch führen und von offizieller Stelle zertifiziert sein. In seinem Netzwerkgebiet, sieben Landkreisen in Niederbayern und der Oberpfalz, führt das Netzwerk Forst und Holz mit Gutachter Hannes Dietl, Kurse zur Erlangung dieser Zertifizierung durch. Ort des letzten Termins war die Zimmerei Brunthaler in Egglham, wo sich zwölf Vertreter von vier Sägewerken und einer Zimmerei zu der Fortbildung eingefunden hatten.

Im theoretischen Teil der eintägigen Schulung ging Experte Hannes Dietl auf die Wuchsbedingungen im Wald, deren Einfluss auf die Festigkeitseigenschaften des Schnittholzes sowie die Grenzwerte und Sortierungen der verschiedenen Kanthölzer, Bretter und Bohlen ein. Zudem erläuterte er die Historie der DIN Sortierung und die gesetzlichen Voraussetzungen und Bedingungen der aktuellen DIN EN 14081. Ein weiterer wichtiger theoretischer Aspekt waren die Dokumentationspflicht sowie die richtige Kennzeichnung und korrekte Ausstellung der Begleitpapiere bei CE-Aufträgen. Im anschließenden praktischen Schulungsteil in der Abbundhalle des Gastgebers wurden das Sortieren der verschiedenen Holzprodukte und die Kontrolle der gesetzlich vorgeschriebenen Dimensionen praktisch geübt.

Alle Teilnehmer zeigten sich begeistert von der Weiterbildung und ließen sich im Anschluss von Hannes Dietl das für die Erlangung der Zertifizierung benötigte Produktionskontrollhandbuch erstellen. Auf Wunsch bietet Dietl auch weitere Unterstützung und Vorbereitung bis hin zur Abnahme durch eine zertifizierende Stelle, zum Beispiel der Holzforschung München, an. Danach können die Betriebe dann selbst die CE-Kennzeichnung anbringen und somit die hohe Qualität ihrer Holzprodukte dokumentieren.

Dipl. Kulturwirtin Univ. Anke Wischnewski (01.04.2014)


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