Der Holzweg ist der richtige Weg, für die gesamte Region und auch für den Landkreis Rottal-Inn. Dies ist das Fazit der Auftaktveranstaltung am Freitag, den 21. Februar 2014 in Arnstorf, mit der der Landkreis seine neue Mitgliedschaft im regionalen Netzwerk Forst und Holz feierte.

Über 100 Teilnehmer, Vertreter der Forst- und Holzbranche, eine Zimmererklasse der Berufsschule Pfarrkirchen sowie zahlreiche Ehrengäste, hatten sich im Schloss Mariakirchen eingefunden, um bei der offiziellen Begrüßung des Landkreises als neuer Teil der Netzwerkregion dabei zu sein. Mit Rottal-Inn umfasst das Netzwerk Forst und Holz, der regionale Partner der Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern, mittlerweile sieben Landkreise in Niederbayern und der Oberpfalz und setzt sich mit seinen 400 Partnern seit 2008 für die vermehrte Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz ein. Seit Mai 2013 ist das Netzwerk unter dem Dach des C.A.R.M.E.N. e.V. in Straubing angesiedelt.

Waldemar Herfellner, Leiter der Stabstelle Kreisentwicklung, leitete durch den Vormittag und freute sich besonders, auch Herrn Christoph Graf, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Regen und Vater der Netzwerk-Idee in der Region, unter den Ehrengästen willkommen heißen zu dürfen.

Michael Fahmüller, Landrat des Landkreises Rottal-Inn, begrüßte die Aufnahme seines Landkreises in die Netzwerkregion und betonte die Notwendigkeit, sich vom Einzelkämpfer zum Netzwerker zu entwickeln. Die Globalisierung sei schon längst im Landkreis und bei den Betrieben angekommen und nur durch vermehrten Zusammenhalt könne man im internationalen und auch dem regionalen Wettbewerb bestehen.

Dass die Branche Forst und Holz besonders im ländlichen Raum von hoher wirtschaftlicher, aber auch sozialer Bedeutung sei, betonte MdL Reserl Sem in Ihrem Grußwort. „Auf unsere Heimat und auf unser Holz dürfen wir mit Recht stolz sein", so die Landtagsabgeordnete.

Die Festrede übernahm Staatsminister Helmut Brunner, der die Netzwerkarbeit in der Region von Anfang an unterstützt hat. Er lobte das Engagement aller beteiligten Partner und erklärte die Notwendigkeit der Vernetzung in der Branche. Schließlich befinde man sich in der holzreichsten Region Bayerns und es gäbe derzeit eine regelrechte Renaissance der Holznutzung. Diese wolle er ihren Facetten unterstützen, sei es als Werk- oder Baustoff oder als klimaneutrale Energiequelle. Forderungen nach vermehrten Flächenstilllegungen erteilte der Minister eine Absage: „Gerade im Privatwald gibt es noch reichlich Holzvorräte, die wir nachhaltig nutzen können, ohne den Wald in seinem Bestand zu gefährden" so Brunner. So wachse in Bayern in nur vierzig Sekunden ein ganzes Einfamilienhaus aus Holz nach. Die Erhöhung der Holznutzung, insbesondere im Baubereich, sei das Gebot der Stunde und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.

Vor allem im Bereich Bauen mit Holz die Nase vorn, hat derzeit noch Österreich. Dort beträgt die Holzbauquote mittlerweile 35 Prozent, in Bayern bisher nur 18 Prozent. Wie die Steigerung der Holzverwendung in den letzten Jahren gelingen konnte, erklärte Erich Gaffal, Clustermanager des Möbel- und Holzbauclusters Oberösterreich. „Auch bei uns entsteht Innovation nur durch Kooperation, also Netzwerken", so Gaffal. Deshalb würden Kooperationen zwischen Betrieben ganz konkret, auch monetär, gefördert. Ein weiterer Weg zu mehr Kooperation sei „überholz", eine berufsbegleitende, interdisziplinäre Ausbildung für Architekten, Tragwerksplaner und Holzbauer, die in Linz und Vorarlberg stattfindet.

Ähnliches ist künftig auch in Mariakirchen geplant, wo das Netzwerk Forst und Holz gemeinsam mit der Technischen Hochschule Deggendorf die Koordinierungsstelle Holzbaukompetenz ins Leben gerufen hat. Professor Josef Steretzeder, Leiter des Campus Schloss Mariakirchen und sowie Schreiner und Holzingenieur, sieht große Chancen für dieses Projekt im Landkreis und der ganzen Netzwerkregion und betonte die Bedeutung des Themas Holz, zum Beispiel in der Ausbildung von Studierenden: „Jeder Bauingenieur muss auch etwas vom Holzbau verstehen!"

Wie vielfältig die Betriebe auch im Landkreis Rottal-Inn künftig von der Netzwerkarbeit für Forst und Holz profitieren können, erläuterten Netzwerkgeschäftsführer Alexander Schulze und Franz Hager, Obermeister der Zimmererinnung Rottal-Inn. Schulze stellte bereits erfolgreich abgeschlossenen Projekte aus anderen Netzwerklandkreisen vor, zum Beispiel Bauwerksbesichtigungen, Exkursionen und eine Holzmesse und verwies auf die vielen Erfahrungen, auf die man nun zurückgreifen könne. Wichtig sei vor allem die gemeinsame Überzeugung: „Wollen allein reicht nicht, nur Überzeugung zählt!" Franz Hager, Sprecher der Betriebe im Landkreis, präsentierte erste konkrete Ideen für künftige Aktivitäten in Rottal-Inn und nannte die vermehrte Verwendung von Holz als Baustoff, gerne auch in Kombination mit anderen Materialien, also oberstes Ziel des gemeinsamen
Engagements.

Waldemar Herfellner bedankte sich herzlich bei den Referenten des Vormittags, bat die Betriebe um Ihre Ideen und Forderungen an das neue Netzwerk und lud alle Teilnehmer zur weiteren Diskussion bei einer bayerischen Brotzeit ein.

Dipl. Kulturwirtin Univ. Anke Wischnewski (25.02.2014)


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