Ca. 40 Personen konnte der Netzwerk Geschäftsführer Alexander Schulze in Nawareum 048Bayerns derzeit größter Holzbau Baustelle in Straubing begrüßen. Mit dem dortigen NAWAREUM baut der Freistaat ein Gebäude, das Geschichte, Gegenwart und Zukunft der nachwachsenden Rohstoffe nicht nur modern präsentiert sondern dabei auch selbst wesentlicher Teil der Ausstellung ist. Nawareum 011Dementsprechend komplex sind die Anforderungen, die an das Gebäude gestellt werden. Beim Baustellenbesuch für Netzwerkpartner und interessierte Architekten, ...

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wurde Schulze von den wichtigsten am Bau beteiligten Personen und Institutionen unterstützt.

Norbert Sterl, Leiter Hochbau am Bauamt Passau, erläuterte den Baufachleuten: Unter enormen Zeitdruck wird hier ein Gebäude geplant und realisiert, das höchsten Qualitätsstandards und optimalen energetischen Standards genügen muss und dabei selbst zum Exponat wird. Es präsentiert die moderne Holzbauweise ebenso wie die Klimatisierung und die technische Ausrüstung.

Für den Kurator Lutz Engelskirchen ist es ein besonderer Glücksfall, dass die Planung des Gebäudes und die Planung der Ausstellung gleichzeitig erfolgen mussten bzw. konnten. So schafft man es, besonders schlüssig die „Erfolgsgeschichte der nachwachsenden Rohstoffe“ zu erzählen, die eine Geschichte ist, weg vom fossilen Kohlenstoff, hin zu gegenwärtig wachsendem Kohlenstoff. Dabei bleiben die Macher der Ausstellung nicht beim Benennen von Problemen sondern zeigen Handlungsalternativen, bieten Gelegenheit zur  Selbsterforschung und erklären die weltumspannende Handlungsmotivation.

Der Architekt Robert Jany (Dömges Architekten, Regensburg) wünscht sich zu Beginn seiner Ausführungen mehr Bereitschaft der Bauherren, mit Holz zu bauen. Er und seine Kollegen aus der Architektenschaft stünden als neutrale Berater bereit, über die sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten von Holz zu informieren. Für das NAWAREUM hat sich Jany besondere Holzbaufinessen ausgedacht: Schon von außen wird man von Holz empfangen: Rundholzstämme direkt aus dem Wald, nur entrindet, tragen das Vordach. Die Bayerischen Staatsforsten spendeten die notwendigen 80 Stämme der Baumarten: Lärche, Douglasie, Fichte, Kiefer und Tanne aus dem Staatswald bei Bodenmais. Im Inneren beeindruckt viel sichtbares Holz und ein Erschließungsmodul über drei Stockwerke, das zentraler Teil der Ausstellung ist und an einen überdimensionalen Diamanten erinnert. Die Akustik Brettstapel-Decken wurden von einem Netzwerkpartner aus dem Landkreis Straubing geliefert und sind als Holz-Beton-Verbund Decken ausgebildet.

Um trotz der weiten Spannweiten bis zu 17 Metern möglichst frei Räume zu erhalten, haben die Statik Fachplaner der Seeberger, Friedl Planungsgesellschaft mittragende Außenwand Elemente entwickelt und setzen bei den Decken Unterzügen auf Buchen Furnier Schichtholzträger. Der Statiker Alexander Diewald konnte noch auf einen weiteren Vorteil der Planung in Holzbauweise hinweisen: Durch das relativ geringe Gewicht kommt der Bau mit einer nur 25 Zentimeter dicken Bodenplatte unter dem Keller aus. Besonders der "Diamant aus Holz" in der Mitte des Gebäudes stellte die Experten in Holzbaustatik vor neue Herausforderungen.

Den abschließenden Rundgang durch das Gebäude dehnten die Experten und Gäste des Netzwerks Forst und Holz bis in die Dunkelheit aus. Zu spannend waren die Detailfragen, die zwischen Architekten, Zimmereibetrieben, Fachplanern, zukünftigen Nutzern und dem Bauamt als Vertreter des Freistaates bei so einem Bau zu besprechen waren.