Das Informationsforum mit dem Motto - Holz von Haus aus nachhaltig - der Netzwerkpartner Forst und Holz im Rahmen der Klima Tage Pfarrkirchen brachte es so auf den Punkt: Holz fachgerecht verwendet ist dauerhaft, im besten Sinne nachhaltig und leistet sogar einen positiven Beitrag zur Gesundheit seiner Nutzer.

Denn dass Holz dem Klima nutzt ist mittlerweile Allgemeinwissen. Dass es aber auch die Gesundheit und das individuelle Wohlempfinden seiner Nutzer sogar steigern kann, das hat nun die Zusammenschau der TU München von weltweiten Forschungsvorhaben zu diesem Themenkreis gezeigt.

Die Referenten des Abends spannten den Bogen von der Wissenschaft über die Tradition bis zur Gegenwart und Zukunft des Holzbaus.
Professor Steretzeder von der TH Deggendorf machte es zu Beginn des Forums deutlich: Holz muss in Zusammenhang mit dem Wald gesehen und beurteilt werden. Für ihn ist der Wald „die Mutter des Holzes“ und alle Wohlfahrtswirkungen, die der Wald der Gesellschaft bereitstellt, werden durch die Nutzung des Holzes als Werkstoff dauerhaft gesichert. Steretzeder verwies auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit Ökonomie, Ökologie und das Sozialwesen. Kein Werkstoff sonst liefert mit seiner Nutzung so einen Blumenstrauß an gesellschaftlich wichtigen aber auch individuell vorteilhaften Wohlfahrtsleistungen.Im zweiten Vortrag des Abends informierte die Architektin Eva Bodemer von der TU München über die Gesundheitswirkungen von Holz. Über 42 Studien wurden zusammengetragen und ihre Aussagen zum Holz aber auch zur Art der Untersuchung aufgelistet. Frau Bodemer führte aus, dass von den Forschungsarbeiten keine einzige auf mögliche negative Wirkungen des Holzes hindeutet. Leider musste sie aber auch feststellen, dass das Thema Holz und Gesundheit in der Lehre derzeit keine Rolle spielt und auch beim Anwender wenig bekannt sei. Dazu kommt der, energiepolitisch zu begrüßende Trend zur energiesparenden und oft luftdichten Bauweise. Dies könne Schadstoffe in Räumen, egal welcher Herkunft, sogar aufkonzentrieren. Ein oft beurteilter Indikator in diesem Zusammenhang sind flüchtige Kohlenwasserstoffe (VOC). Die Forscher rechnen künftig mit einer Klassifizierung ähnlich der bei ABC Klassifizierung des Energieverbrauchs. Inwieweit dabei die Forderungen der Wissenschaft, VOC je nach Herkunft unterschiedlich zu bewerten Eingang findet, ist noch nicht entschieden.Bodemer zitiert aus einer Vielzahl von Studien, welche gesundheitlichen Wirkungen Holz bei den Nutzern entfalten kann. Dabei überrascht besonders der Befund zum Krankheitsverlauf von Demenzerkrankungen: Ein hoher Holzanteil steigert die Interaktion bei Patienten und kann so zu einem abgemildertem Krankheitsverlauf führen.Die Forscher üben aber auch Kritik. Nicht am Holz sondern an der ihrer Ansicht nach geringen Vergleichbarkeit der Studien. Daher arbeiten die wissenschaftlichen Leiter der Studie, Professor Richter und Professor Winter (beide TU München), an der interdisziplinären Fortsetzung der Forschungsarbeit. Zusammen mit Medizinern, Psychologen und Holzforschern wollen Sie weltweit erstmals die Gesundheitswirkungen des Holzes vollumfänglich untersuchen.In vier Fokus Beiträgen richteten anschließend die Netzwerkpartner, die Firmen Moser Hager, Brunthaler und Haas, den Blick auf die Geschichte und Zukunft des Holzbaus in der Region. Moser zeigte anhand der Pfarrkirche Pfarrkirchen wie Dauerhaft Holz sein kann. Der Dachstuhl aus dem 15. Jahrhundert ist völlig chemiefrei und ohne Eisennägel oder Schrauben errichtet. In dieser Tradition versteht sich der moderne Holzbau und ist rechtlich sogar zum Verzicht auf Chemie verpflichtet. Franz Hager lenkte den Blick auf einen Milchviehstall, der erst vor kurzem errichtet wurde. Auch Tiere profitieren von den positiven Holzeigenschaften. In der Landwirtschaft spielt das Bauen mit Holz traditionell eine große Rolle und hier verbessert Holz die Arbeitsbedingungen der Landwirte und steigert gleichzeitig das Tierwohl.
Von den Firmen Brunthaler und Haas wurde gezeigt, wie modernes Bauen mit Holz ökologische Ansprüche mit modernster Steuerungstechnik im Wohnhaus kombiniert. Brunthaler demonstriert die Verbindung von Massivholz mit einem Grasdach und Klimawänden. Haas präsentiert wie Hightech, von der Ladestation für ein Elektroauto bis hin zu einer computergesteuerten Wärmepumpe, in einem Energiesparhaus integriert werden kann. Beide Vorzeigegebäude eint, dass sie einen Energiestandard vorweisen können, der vom Rest der Bauwirtschaft noch kritisch gesehen wird.