Waldkirchen (02.08.2016) * Forst und Holz als Motor der Region. TeilnehmerFRGBei der Landkreiskonferenz Freyung-Grafenau präsentierte das Netzwerk Forst und Holz, wie die Branchenpartner für eine positive und vorurteilsfreie Wahrnehmung des Holzes eintreten. Die Betriebe der Holzbranche, vom Waldbesitzer bis zum Zimmermann sowie holzerfahrene Architekten, sehen im Holz einen Bau- und Werkstoff, der im besten Sinne nachhaltig ist: Holzverwendung ist ökologisch richtig und wichtig, ist als Arbeitgeber im ländlichen Raum unverzichtbar und entfaltet ökonomische Effekte in der Region. Darauf verwies auch Dr. Jürgen Bauer von der Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern in seinem Gastvortrag.

Gerhard Wimmer, Netzwerksprecher Forst und Holz und Inhaber der Wimmer Wohnkollektionen und Alexander Schulze, Netzwerk-Geschäftsführer, begrüßten in Waldkirchen Landrat Sebastian Gruber und Betriebe der Holzbranche aus den Landkreisen Freyung-Grafenau, Cham und Passau.
Landrat Gruber betonte

die Bedeutung des Holzes nicht nur als prägendes Landschaftselement für einen der waldreichsten Landkreise Bayerns, sondern hob auch dessen Rolle als regionalen Fixpunkt hervor. Bäume, Wald und Holz seien im besten Wortsinn bodenständig. Betriebe der Holzbranche bieten der Jugend Ausbildungsstellen und tragen so zu einer Zukunftssicherung der ländlichen Räume bei. Gruber ermunterte die Branchenpartner, außer der Fortsetzung der erfolgreichen Sacharbeit, eine tragfähige Finanzierungsstruktur über 2018 hinaus zu erarbeiten. Als Zukunftsthema machte er die Frage nach einer regional verankerten Baukultur auf der Basis von Holz aus.
Der Geschäftsführer der Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern mit Sitz Freising, Dr. Jürgen Bauer, verwies auf die hohe Bedeutung von Forst und Holz im bayerischen Branchen-Mix. Der Sektor Forst-Holz-Papier sei der viertgrößte Arbeitgeber Bayerns und habe mit 38 Mrd. Euro Umsatz die drittgrößte Umsatzsumme aller Branchen. Bauer belegte anhand der aktuellen Clusterstudie 2016 die positive Entwicklung der Holzbranche in den vergangenen acht Jahren und untermauerte die Vorreiterrolle Niederbayerns: Der Holzbauanteil in Bayern stieg in ganz Bayern von zwölf auf zwanzig Prozent. Dieser Wert wurde in allen Landkreisen des Bayerwaldes bereits übertroffen, teilweise um das Doppelte. In Niederbayern arbeiten mittlerweile über 19.000 Menschen in der Holzbranche. Und nur hier ist es gelungen, deren Zahl in den letzten Jahren noch zu steigern. Für Bauer ein Indiz für die erfolgreiche Vernetzung der Branche durch das Netzwerk Forst und Holz.
Wie die Netzwerkpartner das Holz im Wettbewerb der Baustoffe in Szene setzen und wie die Bran-chenbetriebe von der Netzwerkarbeit profitieren, führten Alexander Schulze und Gerhard Wimmer aus. Die Vielfalt der Aktionen reicht von Einzelberatungen für Kommunen über Exkursionen für Ent-scheider bis zu Fachschulungen für Partnerbetriebe. Leitgedanken sind die Steigerung der regionalen Wertschöpfung und das Schaffen eines positiven Umfeldes pro Holz. Besonderen Wert legen die Netzwerker auf eine neutrale Information über die Vorteile der Holzverwendung ohne Firmen-Werbung. Ein Diskreditieren der Alternativbaustoffe sei tabu. Wimmer und Schulze rufen alle Holzbetriebe der Region auf, sich ins Netzwerk einzubringen. Durch Zeit, Know-How und einen finanziellen Beitrag sichern sie langfristig das Netzwerk Forst und Holz und festigen den aktuellen Trend zum Holz.
In der abschließenden Diskussion brachten die Partner zum Ausdruck, wie sehr ihnen an der Zusam-menarbeit mit der Politik gelegen ist. Klimaschutz und der Erhalt der Kleinstbetriebe seien politische Ziele, die jenseits der unternehmerischen Verantwortung nur gemeinsam erreicht werden können. Michael Segl, der zweite Bürgermeister der Gemeinde Neuschönau (ebenfalls Netzwerkpartner) lud dazu ein, beim Holzfest vom 19. bis 21. August zusammen mit seiner Gemeinde für Holz zu werben.