06a 2016Am Montag, den 07. März 2016, fand im Hotel Asam in Straubing das 23. C.A.R.M.E.N.-Forum statt. Rund 180 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden durch Vorträge und eine Podiumsdiskussion auf den neuesten Stand beim Thema „Bioökonomie – Lösungen für die Zukunft" gebracht. Wie wichtig diese auf dem Weg zur Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen ist und welche Chancen die Bioökonomie ermöglicht, betonte auch der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner.

Ministerialdirigent Georg Windisch begrüßte die Teilnehmer und Ehrengäste und freute sich auf sein erstes C.A.R.M.E.N.-Forum als neuer Vorstandsvorsitzender des Straubinger Vereins. Anschließend lobte Markus Pannermayr, Oberbürgermeister der Stadt Straubing, in seinem Grußwort die Arbeit von C.A.R.M.E.N. und des ganzen Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe. Hier befindet sich auch die Geschäftsstelle des neu eingerichteten Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern. Dieser Rat bringt Vorschläge ein, wie sich Bayern den Herausforderungen der Bioökonomie stellen und neue Entwicklungen vorantreiben kann. Landrat Josef Laumer zitierte in seiner Ansprache den Dalai Lama. Dieser fordert, das Leben und Arbeiten im Einklang mit der Natur zu vollbringen. Die Bioökonomie sei dafür ein erster Schritt und ein guter Weg, um das Thema „Nachhaltigkeit" in den Köpfen der Menschen besser zu verankern, so Laumer. Auch Prof. Dr. Klaus Richter vom Lehrstuhl für Holzwissenschaft der TU München und Mitglied des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern begrüßte die Teilnehmer zum C.A.R.M.E.N. Forum. Nach einer kurzen Vorstellung der Mitglieder des Rates und seiner nächsten Arbeitsschritte betonte Richter, dass auch ein gesellschaftlicher Diskurs nötig ist, um die Bioökonomie weiter zu entwickeln.

Im Anschluss hielt der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, den Eröffnungsvortrag. Er betonte, dass knappe Ressourcen, die wachsende Weltbevölkerung und der fortschreitende Klimawandel neben der Sicherung des globalen Friedens die großen Herausforderungen des 21. Jahrhundert sind. Innovative Lösungen und vielversprechende Strategien dafür bietet die Bioökonomie, denn sie vereint Ökonomie und Ökologie. Mit Hilfe dieser biobasierten Wirtschaftsweise, wird das Ende des Zeitalters von Kohle und Öl eingeläutet. Ohne Dekarbonisierung kann der Klimawandel nicht aufgehalten werden. Mit Hilfe des technologischen Fortschritts stehen allerdings bereits seit einiger Zeit Möglichkeiten zur Verfügung, die fossilen Rohstoffe zu ersetzen und die Bioökonomie Schritt für Schritt den Alltag erobern zu lassen: So sind zum Beispiel Biokunststoffe bereits heute in sämtlichen Bereichen des menschlichen
Lebens zu finden. Mit den Produkten der Bioökonomie entstehen auch neue Absatzmärkte und Entwicklungsperspektiven für die Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft. Auch die nachhaltige Produktion von Agrarrohstoffen und das Thema gesunde Ernährung spielen hierbei eine große Rolle.

Im ersten Themenblock betonte Frau Prof. Dr. Daniel als Vertreterin des Bioökonomierats der Bundesregierung, dass die Bioökonomie das Fundament der Deutschen Wirtschaft werden muss. Anschließend befasste sich Prof. Dr. Markus Vogt von der LMU München mit den ethischen Fragen der Bioökonomie. Die folgende Podiumsdiskussion ging auch auf wichtige Fragen aus Verbraucherperspektive sowie Anforderungen des Umweltschutzes ein.

In den Fachblöcken „Nachhaltige Ressourcenbereitstellung" und „Innovative und effiziente Ressourcennutzung" referierten am Nachmittag Experten der Branche über die Stellung der Land- und Forstwirtschaft in der Bioökonomie und veranschaulichten durch Best Practice Beispiele, welche Möglichkeiten die Bioökonomie bereits heute bietet. Nach den jeweiligen Vorträgen wurden die angesprochenen Themen mit dem Publikum rege diskutiert und auf viele Fragen der Teilnehmer eingegangen.

Insgesamt war das 23. C.A.R.M.E.N.-Forum ein großer Erfolg und die Beteiligten waren sich einig, dass die Bioökonomie wichtige Lösungsansätze für die Zukunft bereithält. Es gilt nun den nächsten Schritt zu tun, wie Staatsminister Helmut Brunner zum Abschluss seiner Rede betonte: „Der Umbau unserer Gesellschaft beginnt schließlich in den Köpfen und Laboren. Dafür braucht es Kommunikation und Dialog!"

Bild:
von links: Landrat des Landkreises Straubing-Bogen Josef Laumer, Oberbürgermeister der Stadt Straubing Markus Pannermayr, Prof. Dr. Markus Vogt, Prof. Dr. Klaus Richter, Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Marion Breithaupt-Endres, Prof. Dr. Hannelore Daniel, C.A.R.M.E.N.-Geschäftsführer Edmund Langer und C.A.R.M.E.N.-Vorstandsvorsitzender Ministerialdirigent Georg Windisch