saegewerkAnlässlich des aktuellen Aktionsjahres Waldnaturschutz, veranstaltete das regionale Netzwerk Forst und Holz beim C.A.R.M.E.N. e.V. für Studierende der Technischen Hochschule Deggendorf eine Exkursion rund ums Holz. Ziel war es, diese für den Baustoff Holz, seine Herkunft, Verarbeitung und Verwendungsmöglichkeiten zu sensibilisieren. Auf dem Programm standen eine Waldbegehung, die Besichtigung eines Sägewerks und ein Vortrag über Holz als genormtes Bauprodukt.

Erste Station der Fahrt Ende Juni war der Klosterwald Metten. Dort begrüßte Walter Schubach, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Deggendorf, Professor Josef Steretzeder mit zehn seiner Studierenden, angehende Master im Bauingenieurwesen. Schubach erläuterte anhand eindrucksvoller Zahlen die Bedeutung der Branche Forst und Holz in Bayern. So sind 37 Prozent der Gesamtfläche Bayerns bewaldet. Dieses Gebiet ist zu 56 Prozent in privater Hand und wird von insgesamt mehr als 700.000 Waldbesitzern bewirtschaftet. Wie dies genau von statten geht, zeigten danach bei einer ausführlichen Waldbegehung der zuständige Förster Christian Kilger und sein Praktikant, Forststudent Florian Hofinger. An verschiedenen vorbereiteten Stationen erklärten die beiden Experten die Grundzüge der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, bei der niemals mehr Holz geerntet wird, als nachwächst und bei der der Wald als Ganzes erhalten bleibt.
waldbegehung

Nach einer abschließenden Fragerunde am Waldrand, ging es weiter zur zweiten Station der Fahrt, zur Holzwerke Weinzierl GmbH bei Vilshofen. Nach der Begrüßung und einem kurzen Abriss über die Geschichte der Firma, führte Juniorchef Johann Weinzierl die Studierenden durch sein Unternehmen. Bei dem ausführlichen Rundgang konnten diese erleben, wie die im Wald geernteten Stämme angeliefert, nach Qualität sortiert und zu hochwertigen Bauprodukten verarbeitet werden. Besonders von den Dimensionen der Holzmengen und Maschinen sowie dem sorgfältigen Umgang mit dem wertvollen Rohstoff Holz zeigten sich die jungen Leute beeindruckt. Nach einem abschließenden Blick in die Pellets-Produktion und das Heizwerk, stand eine kurze Pause bei einer vom Gastgeber spendierten Brotzeit an.

Danach ergänzte Hannes Dietl, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger „deutsche Sägewerksindustrie" und „inländisches Rund- und Schnittholz", die vorangegangenen Führungen durch seinen Vortrag „Vom Wald zum genormten Bauprodukt". In der Praxis spielt insbesondere die Unterscheidung in Bauprodukte ohne und mit statischer Beanspruchung eine Rolle. Für letztere gilt seit Anfang 2012 ohne Ausnahme die CE-Norm EN 14081, eine europaweit identische Sortiervorschrift. „Diese garantiert dem Nutzer gleichbleibende Qualität und ein sicheres Bauprodukt, wichtig zu wissen für Bauingenieure", so Dietl.

Nach dem Vortrag und der anschließenden Diskussion ging es zurück zur Hochschule. Das rege Interesse der Studierenden am Roh- und Baustoff Holz freute alle Beteiligten. Weitere gemeinsame Veranstaltungen der Technischen Hochschule Deggendorf mit dem Netzwerk Forst und Holz beim C.A.R.M.E.N. e.V. und seinen Partnern sind in Planung.


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok