holzernteDie Forstwirtschaftliche Vereinigung Niederbayern e.V. (FVN) informiert: Obwohl auf den internationalen Schnittholzmärkten die seit mehreren Monaten erwartete Auftragsbelebung ausblieb und die Schnittholzpreise stagnieren, herrscht aktuell eine intensive Nachfrage nach Sägerundholz, sowohl bei örtlich angesiedelten kleineren Sägewerken, als auch bei hiesigen Großsägewerken. Auch die in den letzten Jahren zurückgegangene Nachfrage nach Langholz, hat sich aufgrund des Anstiegs im Bauholzsektor in letzter Zeit stark belebt und Langholz ist ein gefragtes Sortiment.

„Wir Waldbesitzer sollten die Gunst der Stunde nutzen, solange die Nachfrage nach Rundholz so hoch ist und wir sollten uns vergegenwärtigen, dass die Holzpreise nicht in den Himmel wachsen können. Das Holz wird derzeit sehr schnell abgefahren und die erzielbaren Durchschnittspreise sind mit Blick auf die langjährige Preisentwicklung sehr gut", so der erste Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung (FVN) Georg Huber. „Kann die Nachfrage der Sägebetriebe nicht vor Ort gedeckt werden, wird der Fernbezug von Rundholz aus weiter entfernt gelegenen Gebieten, meist mit LKW aber auch mittels Waggon und Schiff, weiter anhalten.
Diese Holzeinfuhren ins waldreiche Niederbayern lassen sich nicht mehr von heute auf morgen umdisponieren, denn die Sägewerke müssen diese Fernbezugsmengen aufgrund vertraglicher Verpflichtungen abnehmen. Wenn eine größere Kalamität, wie ein Sturm oder größere Borkenkäferanfälle eintreten und direkt vor den Werkstoren entsprechend viel Schadholz angeboten wird, hat der heimische Waldbesitzer das Nachsehen. „Eine stetige Belieferung der heimischen großen und kleineren Sägwerke nutzt uns Waldbesitzern daher langfristig, weil wir als verlässliche und unersetzbare Partner wahrgenommen werden und in dieser Partnerschaft unsere Interessen als Waldbauern natürlich auch gewichtiger wahrgenommen werden", so Huber. „Regelmäßiges Holzmachen im Zuge von Durchforstungen und Waldpflege dient der Stabilität und der Qualität unserer Wälder und bringt aktuell gutes Geld. Unterlassene Durchforstungen und Waldpflege führen zu anfälligen und instabilen Beständen, die schlecht gegen Windwurf und Schadinsekten gerüstet sind. Große Schadholzmengen zur Unzeit mit niedrigen Preisen sind die Folgen."
Für den Privat- und Kommunalwald konnte die Forstwirtschaftliche Vereinigung aktuell ein sehr ansprechendes Preisniveau mit mehreren Großabnehmern vereinbaren, das sich im langjährigen Vergleich auf einem hohen Niveau bewegt.
Für Waldbesitzer, die nicht mehr selbst ihre Bäume einschlagen wollen oder können, organisieren die Waldbesitzervereinigungen zusammen mit erfahrenen und qualitätsorientierten Forstunternehmern die Durchforstungs- und Waldverjüngungsmaßnahmen.
Die Vermarktung sollten die Waldbesitzer durch die örtliche Waldbesitzervereinigung oder Forstbetriebsgemeinschaft durchführen lassen. Diesen Zusammenschlüssen von Waldbesitzern stehen ausgebildete und anerkannte Forstfachleute und erfahrene Waldbesitzer vor, daher wird ausschließlich im Interesse der Waldbesitzer gearbeitet. Eine sorgfältige und den Wald schonende Arbeitsweise garantiert jedem Waldbesitzer, dass das Holz seiner Bäume bestmöglich in Wert gesetzt wird und der Wald durch die überlegte Art und Weise der Holznutzung an Stabilität und Qualität gewinnt. „Wir können zusammen mit unseren Forstunternehmern eine zeitnahe Auftragsausführung zu fairen Preisen bei hoher Arbeitsqualität für Waldbestand und Boden auch im Sommer zusagen", so Huber.
„Jeder Waldbesitzer kann sich von seinem staatlichen Revierleiter oder seiner Revierleiterin fachkundig, neutral und zudem kostenfrei beraten lassen, ob Durchforstungen oder Waldverjüngungsmaßnahmen in seinen Waldbeständen sinnvoll und notwendig für die weitere Waldentwicklung sind", so Dr. Stefan Schaffner, Förster und staatlicher Berater der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen. „Damit sich ein stabiler, gesunder und gegenüber dem Klimawandel vitaler Wald entwickeln kann, brauchen die einzelnen Bäume ausreichend Platz und Raum zum Wachsen". Stehen die Bäume zu dicht nebeneinander, werden sie instabil und anfällig; Durchforstungen sind dann waldbaulich notwendig. In älteren Waldbeständen muss an die nächste Waldgeneration gedacht werden, der Baumnachwuchs braucht Licht zum Wachsen. „Holzernte bringt gutes Geld und schafft fachgerecht und waldbaulich planvoll ausgeführt die Voraussetzungen für den stabilen Zukunftswald" stimmen Huber und Schaffner überein. Gerade für die Verjüngung der Wälder und den Aufbau klimatoleranter, stabiler Wälder bietet die neue Waldbauförderrichtlinie des Bayerischen Forstministeriums beste Voraussetzungen, die zum Beipspiel den Aufwand bei der Pflanzung oder der natürlichen Verjüngung des Waldes finanziell fördert.
„Jetzt ins Holz zu gehen und die waldbaulichen Weichen für den eigenen Wald zu stellen, ist ein weiser Rat", ist sich Huber sicher. Waldbesitzer erreichen ihren zuständigen staatlichen Förster über die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die auch über die waldbaulichen Fördermöglichkeiten informieren und den Kontakt zur zuständigen Waldbesitzervereinigung herstellen können.

Text:
Forstwirtschaftliche Vereinigung Niederbayern e.V.