„Holz ist messbar gut für die Gesundheit!“   erfuhren die Teilnehmer des Vortragsabends „Holz und Gesundheit – Gesundes Lehren und Lernen in einer Holzklasse“ am vergangenen Donnerstag, den 25. Oktober, in Straubing. Schuldirektor Klaus Thöringer aus Haus im Ennstal in Österreich stellte die Ergebnisse einer an seiner Schule durchgeführten Studie des Joanneum Research, Graz vor. In dieser wurde die gesundheitliche Wirkung von verschieden eingerichteten Klassenzimmern auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Kinder untersucht und deutliche gesundheitliche Vorteile von sogenannten Holzklassen gegenüber Standardklassen gemessen. Eingeladen zu dem Vortragsabend hatten das Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald und die Bayerische Forstverwaltung im Landkreis Straubing-Bogen. proHolz Bayern unterstützte die Organisation des Abends. Klaus Stögbauer, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Straubing begrüßte den Referenten aus Österreich und die Teilnehmer, überwiegend Angehörige der Holzbranche, aber auch Vertreter von Schulen und interessierte Privatpersonen.

Im Jahr 2008, im Rahmen der Generalsanierung der Hauptschule, habe man sich entschlossen zwei der acht Klassenzimmer in Holz einzurichten, begann Klaus Thöringer seinen Vortrag. Wände, Decken, Böden, Teile der Möbel und sogar die Lampen der sogenannten Holzklassen bestehen aus verschiedenen Holzarten aus der Steiermark. „Die Steiermark ist das holzreichste Bundesland Österreichs, da bot sich die Verwendung von Holz geradezu an“, begründete Thöringer die Entscheidung für den nachwachsenden Rohstoff.
In Anlehnung an die ebenfalls in Österreich durchgeführte Zirbenholz-Studie einige Jahre zuvor reifte der Entschluss, die Einflüsse der neuen Holzklassenzimmer auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Schüler untersuchen zu lassen. Beauftragt mit der Studie wurde das renommierte Institut für nichtinvasive Diagnostik des Joanneum Research Graz.
Und ebenso wie bei der Zirbenholz-Untersuchung konnte auch in Haus im Ennstal die positive Wirkung von Holz auf die Gesundheit eindeutig nachgewiesen werden. Und es wurde deutlich: Nicht nur die seltene Zirbe, sondern alle Holzarten wirken sich als Bau- und Einrichtungsmaterial  positiv auf die Gesundheit der Menschen aus!
Der Direktor fasste die wichtigsten Untersuchungsergebnisse an seiner Schule zusammen: Messungen mit dem Herzmessgeräte „Heartman“ zeigten, dass Schüler in Holzklassen bis zu 8.600 Herzschläge pro Tag sparen! Dies sein ein deutliches Plus für die Herzgesundheit. Zudem sei auch die Herzerholung deutlich besser, ähnlich wie in Ferienzeiten. Speziell entwickelte Fragebögen belegten darüber hinaus weniger Stress und eine verbesserte Schlafqualität der Schüler. Zudem nahmen im Gegenteil zu den Schülern in den Standardklassen die Konzentrationsfehler und auch das soziale Konfliktpotential deutlich ab. „Auch Eltern und Lehrerkollegen bemerken die positive Wirkung der Holzumgebung auf die Schüler deutlich“, bestätigte Direktor Thöringer.
„Ein zweiter Teil der Studie, der momentan ausgewertet wird, soll die Ergebnisse der ersten Messungen verifizieren und beschäftigt sich mit dem Raumklima, dem Licht und der Akustik in den Holzklassen.“ erläuterte Thöringer. Zudem zöge die Studie mittlerweile auch weitere Kreise. „Es ist nicht bei den zwei Holzklassen geblieben. Mittlerweile haben zahlreiche Aktionen rund ums Thema Wald und Holz Einzug ins Schulleben gehalten und im Ort werden mehr und mehr private und öffentliche Gebäude in Holzbauweise errichtet.“, so der Schuleiter Zudem gäbe es fast täglich Anfragen von anderen Schulen und Gemeinden, wie solch ein Projekt zu verwirklichen sei.

Viele Fragen im Anschluss an den Vortrag bestätigten das rege Interesse der Teilnehmer. Zudem entspann sich eine Diskussion, moderiert von Klaus Stögbauer, wie es auch im Bayerischen Wald  gelingen könne, noch mehr Holz, speziell im Baubereich, zu verwenden. Ein wichtiger Schritt sei es, neue Forschungsergebnisse zum Thema Holz wie die aus der österreichischen Studie weiterzutragen und den Entscheidern nahe zu bringen, so Alexander Schulze. 


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