Wirtschaft und Kultur müssen keine Gegensätze sein, sondern können, ganz im Gegenteil, Hand in Hand gehen und voneinander profitieren. Dies erfuhren die Teilnehmer eines Vortragsabends zum Thema Kulturförderung am 18. September in Blaibach.

Um die 50 Teilnehmer, Unternehmer, Kulturschaffende und weitere Interessenten, waren der Einladung des Netzwerks Forst und Holz Bayerischer Wald und der WWK Firmenberatung bAV Vilsmeier gefolgt und ließen sich im stilvollen Ambiente des Schlossgasthofes Blaibach über die vielfältigen Möglichkeiten der Kooperation zwischen Unternehmen und Künstlern sowie kulturellen Initiativen informieren.

Von Professor Michael Roßnagl, ausgebildeter Opernsänger sowie Kulturmanager und mittlerweile Geschäftsführer der Ernst von Siemens Musikstiftung, erfuhren die Teilnehmer, welche verschiedenen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur es gibt. Diese reichen vom einfachen Spenden, also dem Mäzenatentum, über das Sponsoring bis hin zur Gründung einer Stiftung. Außer im Fall von Spenden, denen keine  Gegenleistungen gegenüber stehen, dürfe und müsse  der Unternehmer durchaus mit einer Gegenleistung für sein Engagement rechnen, nicht zuletzt wegen der steuerlichen Absetzbarkeit seiner Beiträge. Dies könne zum Beispiel durch Nennung des Firmennamens auf Veranstaltungsplakaten und Broschüren erfolgen. Ein noch weitergehender Schritt sei die Gründung einer Stiftung. Diese habe einen besonders guten Ruf und wirke dauerhaft, oft sogar über das Bestehen des Unternehmens hinaus. In jedem Fall aber verbessere jegliche Form des kulturellen Engagements das Image des Unternehmens, stärke die Kundenbindung und erhöhe die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Betrieb. Und: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“, schloss Roßnagl mit einem Zitat von Pablo Picasso.

Der zweite Referent, Professor Thoms E. Bauer, international erfolgreicher Opernsänger und Initiator des Kulturwald-Festivals, ging in seinem Vortrag speziell auf die Situation im Bayerischen Wald ein. In der Region gäbe es bereits viele tolle kulturelle Initiativen und der Bayerische Wald könne eine echte Kulturregion von internationaler Bedeutung werden. Wichtig sei es, restliche Berührungsängste abzubauen und unabhängig von der Kunst- oder Musikrichtung auf Qualität zu setzen. „Ohne kulturelle kann es auch keine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung geben“, so Bauer und verwies auf zahlreiche altbewährte und neue Initiativen wo sich Engagement lohne, sowohl für kleine als auch für mittelständische und große Unternehmen. „Und Unterstützung muss nicht unbedingt immer nur in Form von Geld erfolgen, es gibt auch Firmen die kulturelle Initiativen durch vergünstigte Dienstleistungen unterstützen, oder aber größere Kontingente an Eintrittskarten für Konzerte für ihre Mitarbeiter ordern“, berichtete Bauer von seinen praktischen Erfahrungen.  

Zahlreiche  Fragen zur Umsetzung von Kulturförderung im Betrieb und auch zum geplanten Konzerthaus in der Gemeinde Blaibach zeigten das Interesse der Zuhörer. Zu einem informellen Austausch und einer Brotzeit lud anschließend die WWK Firmenberatung bAV Vilsmeier ein.


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