Welche Pflichten habe ich Waldbesitzer oder Forstdienstleister? Wie kann ich Haftungsfälle vermeiden und mich gegen Risiken absichern? Antworten auf diese Fragen gab es am Dienstag, den 04. September 2012, bei einem Seminar zum Thema „Verkehrssicherungspflicht im Wald“ in Straubing.

Rund 50 Teilnehmer waren der Einladung des Netzwerks Forst und Holz Bayerischer Wald und der beiden Forstwirtschaftlichen Vereinigungen Niederbayern und Oberpfalz gefolgt und ließen sich in drei Fachvorträgen über die oft schwierige Thematik der Verkehrssicherung im Wald informieren.

Jeder Waldbesitzer und insbesondere die forstlichen Zusammenschlüsse, die für ihre Mitglieder in den Bereichen Waldpflege und Holzernte tätig sind, sind mit umfangreichen Verkehrssicherungspflichten betraut. Diese reichen von der Absicherung von Waldgebieten während der Holzernte bis hin zu vorsorglichen Baumkontrollen, um entlang von öffentlichen Straßen, Parkplätzen teilweise auch Wanderwegen, Unfälle durch herabfallende Äste zu vermeiden. Ziel der Veranstaltung war es daher, einen Einblick in die Thematik Verkehrssicherungspflichten im Wald zu geben, den Teilnehmern pragmatische Lösungsansätze zur Risikovermeidung an die Hand zu geben sowie Ansprechpartner bekannt zu machen

Die Fachreferate der drei Referenten (Fachanwalt für Agrarecht Herr Jürgen Linhart von der Kanzlei BLTS in Regensburg und Cham; Andreas Michl von der Stabsstelle Juristen der Bayerischen Landesanstalt für Land- und Forstwirtschaft und Marcus Schneider von der AXA Versicherungsgruppe) machten deutlich, dass Risiken für alle Beteiligten, Waldbewirtschafter und Waldbesucher, real vorhanden sind und nicht ignoriert werden können. Die Diskussionsbeiträge der Teilnehmer griffen zahlreiche Situationen aus der täglichen Praxis auf, vom Umgang mit Waldkindergärten, über das Anlegen von neuen Wanderwegen bis hin zu Mountainbikern, die den Wald vermehrt für ihren Sport nutzen. Für alle Nutzungen, sei es wirtschaftlich oder zu Erholungszwecken, müssten Regelungen gefunden werden, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten, waren sich die Teilnehmer einig. Zudem sei es wichtig, im Schadensfall die Haftung für die Verantwortlichen zu begrenzen. 

„Ziel der Veranstaltung war es auch, den forstlichen Zusammenschlüssen Ansprechpartner für Rechtsrat, Rechtsvertretung und Versicherungslösungen  bekannt zu machen, so dass diese in Zukunft ihr Mitglieder noch besser beraten können.“, so Dr. Stefan Schaffner, forstlicher Berater der Fortwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern. Er empfiehlt Waldbesitzern und Forstdienstleistern zudem, sich bei Fragen zum Thema Verkehrssicherung an ihre zuständigen berufsständischen Vertretungen (Waldbesitzer- bzw. Bauernverband) zu wenden.                                                                                                 

 


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok