Für Bauholz in tragender Funktion gilt seit Anfang des Jahres 2013 unter bestimmten Voraussetzungen die CE-Kennzeichnungspflicht. Am Samstag den 11. August nahmen vier Sägewerke aus der Region  an einer Schulung zum Thema in Hauzenberg teil und investierten damit in die Zukunft ihrer Unternehmen. Weitere Interessenten haben in einem weiteren Kurs im Herbst nochmals die Möglichkeit, die Berechtigung zur Anbringung des CE-Kennzeichens zu erwerben.

An den Fachkenntnissen fehlt es zumeist nicht, aber um selber das rechtlich verpflichtende CE-Kennzeichen anbringen zu dürfen, müssen die Sägewerker diese Kenntnisse nachweisen, ein Betriebstagebuch führen und von offizieller Stelle zertifiziert sein. In Bayerischen Wald führt das Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald mit seinen Partnern, der VHS Regen und Gutachter Hannes Dietl, Kurse zur Erlangung dieser Zertifizierung durch. Erster Termin war am Samstag den 11. August in Hauzenberg, mit vier teilnehmenden Betrieben aus den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau.

Im theoretischen Teil der eintägigen Schulung ging es um Hintergrundinformationen zur neuen Rechtslage und welche Vorbereitungen nötig sind, um diese in der Betriebspraxis umzusetzen. Danach ging man im Sägewerk Lenz in Hauzenberg zum praktischen Teil über und Referent Hannes Dietl zeigte den Teilnehmern die richtige Sortierung von Kantholz, Brettern, Bohlen und Latten nach DIN 4074. Nach der Teilnahme erstellte der Referent zudem für jeden Betrieb ein individuelles Betriebstagebuch zur notwendigen Dokumentation und vergab ein Teilnahmezertifikat. Damit können die Teilnehmer nun von der Holzforschung in München, die Berechtigung zur CE-Zertifizierung erlangen und somit die hohe Qualität ihrer Holzprodukte aus dem Bayerischen Wald dokumentieren.

Die Sägewerker zeigten sich begeistert von der Weiterbildung: „Jetzt sind mir einige Dinge, die mir in der Praxis klar waren, auch theoretisch erklärt worden. Das war sehr informativ!“ bestätigte ein Teilnehmer. Und ein anderer stellte fest: „Die Kriterien der DIN sind mit unseren Holzqualitäten des Bayerischen Waldes sehr leicht einzuhalten. Ich weiß jetzt, dass wir seit Jahren weit besser als von der DIN verlangt sortieren.“ „Auch Kleinbetriebe denken an die Zukunft und investieren in Weiterbildung“, freuten sich die Veranstalter und hoffen, dass das gute Beispiel aus Passau in der gesamten Region Schule machen wird.

Dass die Schulung und die Vorbereitung der Betriebe durch die VHS Regen, mit Geldern der Europäischen Gemeinschaft gefördert wird, wurde von allen Beteiligten sehr positiv bewertet. Der Kostenanteil der Teilnehmer für die eintägige Schulung beträgt jeweils 280 Euro (netto). In der Folge entstehen den Betrieben noch die (jährlichen) Kosten für die offizielle Notifizierung und für die Werkzeuge zur Sortierung und Kennzeichnung des Schnittholzes.

Im Landkreis Cham ist ein weiterer Schulungstermin zur Erlangung der CE-Zertifizierung im Herbst vorgesehen. Der Kurs steht Betrieben aus dem ganzen Bayerischen Wald offen und es sind noch Plätze frei. Der genaue Termin und der Schulungsort werden in Absprache mit den Teilnehmern festgelegt. Infos und Anmeldung beim Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald unter Telefon 09921 950-336 (Vormittags) oder per E-Mail an: .


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