Das Studienzentrum für internationale Analysen in Schlierbach/ Österreich initiiert derzeit einen internationalen Ideenwettbewerb, zu dem alle Abschlussklassen der europäischen Kunst- und Designhochschulen eingeladen werden. Mit den Wettbewerbsergebnissen sollen neue Möbellinien kreiert werden, die aus Edelhölzern der Nationalparkregion gebaut werden sollen. Die Umsetzung der Ergebnisse soll durch Tischlerbetriebe in der jeweiligen Region erfolgen.Als Projektpartner mit dabei: Das Möbel und Holzbau-Cluster Oberösterreich und die Bayerwald Marketing GmbH, der Träger des Netzwerks Forst und Holz Bayerischer Wald.

In enger Kooperation mit dem Management des Nationalparks Kalkalpen und der
Wirtschaftskammer Kirchdorf konnte das von der Europäischen Union finanzierte Interreg- Projekt gestartet werden. Die Ergebnisse verbleiben in der Region: als Beitrag zur Erzielung eines gerechten Holzpreises und als Beitrag zur Auslastung der heimischen Handwerksbetriebe.

Beim gemeinsamen Startschuss für das Projekt stellten sich die Projektpartner ihre Erwartungen vor. Ing. Jürgen Müller, Clustermanager des Möbel- und Holzbau-Cluster Oberösterreich, erwartet sich durch das Projekt einen zusätzlichen Innovationsschub für die regionalen Tischlerbetriebe. „Durch die Wettbewerbsergebnisse besteht die Chance, zukunftsweisende Möbeltrends zu erfassen und diese in der Region zu produzieren. Neben der hochwertigen Verarbeitung durch die regionalen Betriebe kann dem Markt innovatives Design angeboten werden, was zu einer maßgeblichen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit führen kann“.

Der Geschäftsführer des Nationalparks Oberösterreichische Kalkalpen, Dr. Erich Mayrhofer
betonte die Artenvielfalt der Region: „In kaum einer anderen Gegend kommen so viele
verschiedene Holzarten vor wie in unserer Region. Diese Artenvielfalt zu nutzen und gleichzeitig für eine weitere Ausbreitung in der Forstwirtschaft zu sorgen, ist Chance für die heimischen holzverarbeitenden Betriebe. Durch die Darstellung der Artenvielfalt wird für den Möbelkäufer Nachhaltigkeit erlebbar“. Gemeinsam mit dem Koordinator des Nationalparks, Herrn Ing. Hartmann Pölz, sieht er das Projekt als Chance, hochwertiges Handwerk als Botschafter unserer durch Artenvielfalt geprägten Region zu verwenden.

Der Bezirksstellen- Obmann der Wirtschaftskammer, Klaus Aitzetmüller, sieht den Ansatz und die Aufbereitung des Wettbewerbs sehr positiv und bewertet es als Chance für die
holzverarbeitende Branche in der Region: „Genau diese Art der positiven nachhaltigen Entwicklung sehe ich als Chance für die Betriebe, international am Markt anbieten zu können. Besonders den transnationalen Kooperationsgedanken heimischer Betriebe mit Betrieben aus dem bayerischen Wald finde ich gut, da hierdurch Produktions- und Marktpotentiale gemeinsam geschultert werden können. Die wissenschaftliche Aufarbeitung des Marktpotentials gepaart mit dem Know-how aus den internationalen Wettbewerbsergebnissen sehe ich als große Chance für die heimische Wirtschaft. Wichtig ist, dass sich die Tischlerbetriebe mit einbringen können, damit die Ergebnisse auch den tatsächlichen Produktionsanforderungen entsprechen“.

Das Projekt wird vom Studienzentrum für internationale Analysen (STUDIA) in Schlierbach
geleitet. Deren Obmann, Herr Dipl. Mathematiker Wolfgang Baaske fasste die Projektziele kurz und prägnant zusammen: „Um der regionalen Holzwirtschaft zusätzliche Impulse geben zu können, befassen wir uns wissenschaftlich mit den Absatzmärkten für Vollholzmöbel. Wir wissen, dass der Kundenwunsch nach Qualität, Nachhaltigkeit und anspruchsvollem Design stetig wächst.
Die Menschen wollen in ihrer unmittelbaren Umgebung „ehrliche“ Möbel. Die Absatzmärkte werden von uns genau analysiert, die Ergebnisse fließen in die Ausschreibungsunterlagen des internationalen Ideenwettbewerbs ein. Dank der Projektpartnerschaft mit dem
Oberösterreichischen Möbel- und Holzbau-Cluster und der Bayerwald Marketing GmbH gelingt es, wissenschaftliche Ergebnisse mit deren Fachkenntnis zu kombinieren“.

Der Leiter des Projekts, Karl Weller von der STUDIA, erklärte den Projektansatz so: „Eigentlich muss man nur dem Grundsatz folgen: mit Laptop und Lederhosen in die Welt hinaus! Das beschreibt das Vorhaben wohl am besten. Die Verbindung traditioneller Handwerkskunst mit modernen Fertigungsmethoden ermöglicht es, hochwertige
Möbel zu erzeugen, die sich durch zukunftsweisendes Design auszeichnen. So kann regionale Kompetenz auf internationalen Märkten positioniert werden“. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden der Öffentlichkeit im Herbst 2013 präsentiert. Danach soll die Umsetzung durch heimische Tischlerbetriebe umgehend starten.

Text:
Ing. Jürgen Müller/ Mag. Tamara Gruber
Cluster Manager - Möbel- und Holzbau-Cluster


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok