Der nachwachsende Rohstoff Holz als Baumaterial; Das war das Thema einer Lehrfahrt des Netzwerks Forst und Holz Bayerischer Wald am 18. Januar 2012 nach Oberbayern. Auf dem Programm standen eine Führung durch die aktuelle Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ in der Pinakothek der Moderne in München und die Besichtigung eines Hotels in Holzbauweise im Landkreis Erding. Die Teilnehmer der Fahrt zeigten sich begeistert von den modernen Objekten. Fazit: Die Zukunft des Holzbaus hat längst begonnen!


Über 25 Architekten, Vertreter der Branche Forst und Holz und sonstige am Holzbau interessierte Personen aus ganz Niederbayern waren der Einladung des Netzwerks Forst und Holz Bayerischer Wald gefolgt und machten sich am 18. Januar gemeinsam mit dem Bus auf in Richtung München. Dank der Unterstützung von proHolz Bayern, der neuen landesweiten Werbeinitiative für Holz, war die Fahrt für die Teilnehmer kostenlos.

Erstes Ziel war die  Pinakothek der Moderne, wo Dipl. Ingenieur Andreas Mayer, Holzbau-Experte von der Fakultät für Architektur an der TU München, durch die aktuelle Ausstellung  „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ führte. Dass die Verwendung von Holz als Baumaterial zum Klimaschutz beiträgt, wurde im ersten Teil der Ausstellung deutlich, speichert doch ein Kubikmeter Holz eine Tonne des klimaschädlichen Kohlendioxids! Und ausreichend Holz ist vorhanden: Ein Drittel der bundesweiten Jahres-Holzernte würde reichen, um sämtliche Neubauten in Deutschland in Holzbauweise zu errichten! Dass Holz als Baumaterial längst für sämtliche private, gewerbliche und öffentliche Bauaufgaben verwendet werden kann, zeigten Modelle von außergewöhnlichen Holzbauten aus aller Welt, so zum Beispiel des Sportstadions Odate Jukai Dome in Japan. Dort wird  eine Fläche von 157 auf 178 Meter von einer riesigen Holzkonstruktion überspannt! Sinnlich erlebbar wurde der Baustoff Holz in einem Raum ganz aus Buchenholz. Die Buche, nach Fichte und Kiefer die immerhin am drittstärksten vertretene Holzart in Bayern, ist nämlich keineswegs nur für Möbel und Treppen, sondern auch als Bauholz und für die Gestaltung von Böden und Wänden geeignet.

Nach dem Besuch der Pinakothek ging es weiter zum zweiten Ziel der Lehrfahrt, dem Biohotel im Apfelgarten in Hohenbercha im Landkreis Freising. Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer vor allem durch die trotz der modernen Gestaltung harmonische Einbettung des Hotels in das Ortsbild. Bei der Besichtigung eines der Zimmer fielen sofort das angenehme Raumklima und die behagliche Atmosphäre auf. Nach der gemeinsamen Einkehr in die angeschlossenen Tafernwirtschaft erläuterte die Familie Hörger, was sie dazu bewogen hat, ihr Hotel in Holzbauweise zu errichten. Ausschlaggebend war seinerzeit die durch den hohen Vorfertigungsgrad kurze Bauzeit. Außerdem wollten sie gestressten Geschäftsreisenden und Hochzeitsgästen ein ganz besonderes und erholsames Ambiente bieten. Dass dies gelungen ist, zeigt die positive Resonanz der Gäste und die Auszeichnung mit zahlreichen Architekturpreisen, unter anderem dem Europäischen Holzbaupreis 2011. Aber auch, was weniger gut geplant war und was sie heute anders machen würden, etwa die Steuerung der Heizung, erläuterten die Hörgers ihren Gästen.

Gegen 19:00 Uhr machte sich die Gruppe wieder auf in Richtung Heimat. Trotz vieler Diskussionen um den richtigen Umgang mit dem Baustoff Holz waren sich alle Teilnehmer einig: Bauen mit Holz hat Zukunft, auch und ganz besonders in der Holzregion Bayerischer Wald!