Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Im Jahr 2007 stiegen die Preise für Agrarrohstoffe an und lösten mit steigenden Anteilen von Biokraftstoffen die sogenannte „Teller-Tank“ Diskussion aus. Vor dem Hintergrund steigender Bevölkerungszahlen entstand in Deutschland mit der Einführung des Otto-Kraftstoffes E10 im Jahr 2012 neuerlich eine intensive Debatte, inwieweit auf Ackerflächen vor allem aus Agrarrohstoffen, die für Lebensmittelzwecke geeignet sind, wie z. B. Getreide und Biokraftstoffe hergestellt werden dürfen.

Tatsächlich ist die Thematik sehr vielschichtig, eine Beschränkung auf die Bereiche der Biokraftstoffe wäre zu kurzsichtig. Um eine nachhaltige Grundlage für die Erzeugung von Nahrungsmitteln zu schaffen (und diese ist an erster Stelle: „firstfood“) sind vor allem in Entwicklungsländern solide Programme zur Stärkung des ländlichen Raumes nötig. Gleichzeitig muss vor allem in den Industrieländern ein umfassender Dialog zu unseren energieintensiven Mobilitätbedürfnissen und zu unserem Umgang mit Lebensmitteln und tierischen Erzeugnisse stattfinden.

Weiterhin sollen in Zukunft verstärkt Rest- und Abfallstoffe zur Produktion von Biokraftstoffen herangezogen werden. Aus organischen Abfällen lässt sich Biomethan herstellen und auch landwirtschaftliche Reststoffe wie Stroh sollen in Zukunft verstärkt zur Produktion von Biokraftstoffen genutzt werden.

Bis vor 10 Jahren musste ein Bauer 10% seiner Ackerfläche „stilllegen“, um die Überschussmengen an Agrarrohstoffen in Europa abzubauen. Heute baut er auf der Fläche wieder Getreide an und beliefert damit eine Ethanolanlage. Ausblick: Morgen kann er auch einen Teil seines Getreidestrohs vermarkten. Daraus wird nun Ethanol hergestellt. Das Korn wird wieder stärker für Nahrungszwecke genutzt. Für Brotgetreide wird nun ein deutlich höherer Preis gezahlt.


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok