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Straubing, 15. März 2017 * Batterien für Elektrofahrzeuge haben bisher ein eher negatives Image. Teuer, geringe Reichweite und lange Ladezeit sind Attribute, die häufig mit ihnen verbunden werden. Im BINE-Interview spricht Professor Dr. Martin Winter vom Batterieforschungszentrum MEET der Westfälischen-Wilhelms Universität Münster und des Helmholtz-Instituts Münster zum Thema Elektromobilität. Er berichtet davon, welche Hürden Batterien noch nehmen müssen und wie es gelingen kann in den nächsten Jahren die Zahl der Elektroautos deutlich zu erhöhen.

Professor Dr. Martin Winter betont, dass im Bereich Batterien generell noch großes Weiterentwicklungspotenzial besteht, denn auch Verbrennerfahrzeuge seien noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen. Elektrofahrzeuge stehen im Vergleich noch am Anfang ihrer Entwicklung, daher sei noch viel Luft nach oben. Die Fortschritte aus den letzten vier bis fünf Jahren insbesondere in Bezug auf Zuverlässigkeit, Sicherheit und Lebensdauer seien enorm und auch Kosten und Reichweite bekomme man langsam in den Griff, so Winter. Er zeigte sich daher optimistisch, dass auch Zweifler bald überzeugt sein werden.

 

Die Lösungen für die Oben genannten Problem haben sich bereits oder werden sich in Zukunft Schritt für Schritt klären. Ein letztes Fragezeichen dürfte hingegen die Rohstoffverfügbarkeit bleiben, denn „die Ressourcen der Erde sind endlich“.

Winter erläutert weiter, dass man Batterien und Brennstoffzellen nicht gegeneinander stellen könne, da sie an vielen Stellen komplementär zueinander stehen. „Ob wir eine große Batterie mit einer kleinen Brennstoffzelle oder eine große Brennstoffzelle mit einer kleinen Batterie kombinieren, wird unter anderem davon abhängen, wie reichweitenstark wir die Batterie hinbekommen und wie günstig die Brennstoffzelle noch werden kann.“ Im Moment funktionieren Batterien gut und zudem gibt es eine etablierte Massenfertigung. Ob eine Brennstoffzelle die „bessere Batterie“ ist, könne zumindest derzeit noch nicht entschieden werden, berichtet Professor Dr. Martin Winter.

Eine Prognose für die Mobilität der nächsten 10 bis 20 Jahre sei schwierig, da eine Reihe von Faktoren einen Einfluss darauf haben. Das Thema sei nicht nur technologieabhängig, sondern auch politisch und emissionsgetrieben. Vor allem der CO2-Ausstoß spiele eine entscheidende Rolle, da hier immer ambitioniertere Ziele gefasst werden. Sicher sei, dass es eine Übergangszeit geben wird, in der Verbrenner- und E-Fahrzeuge parallel fahren. Sollten die CO2-Grenzen nicht gehalten werden, könne diese Übergangsphase bis zu 20 Jahre dauern und damit auch noch sehr lange von Verbrennungsmotoren dominiert sein, beschreibt Winter ein mögliches Szenario.

Das erklärte Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen, ist noch fern. 2016 waren es 11.500 Elektroautos und 48.000 Hybridautos. Laut Professor Dr. Martin Winter spiegle diese Entwicklung insbesondere das geringe Angebot an Elektrofahrzeugen, aber auch die geringe Anzahl öffentlicher Ladestationen wieder. Er weist aber auch darauf hin, dass wirklich gute Batteriezellen erst seit wenigen Jahren zur Verfügung stünden. Bei gleichem Aussehen und Volumen enthalten Batterien heute drei- bis viermal so viel Energie wie vor 20 Jahren.

Insgesamt betrachtet seien eine Million E-Autos bis 2020 immer ein ambitioniertes Ziel gewesen. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet sei das Ziel aus Sicht von Professor Dr. Winter bis 2025 jedoch realisierbar. Generell wäre laut Winter eine aktive Förderung statt der bisher eher passiven, abwartenden Haltung wünschenswert. „Statt ankündigen und reagieren, müssten wir die Entwicklung anführen und machen.“

Das gesamte Interview mit Professor Dr. Martin Winter vom Batterieforschungszentrum MEET der Westfälischen-Wilhelms Universität Münster und des Helmholtz-Instituts Münster finden Sie unter: http://www.bine.info/index.php?id=39&no_cache=1&typ=30&artikel=3411&cHash=a1b4599b08a5fafa13f1960189aa7378


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