Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 10. März 2016 (*hm*) Im niedersächsischen Schaufenster Elektromobilität untersuchen die Stadtwerke Hannover (enercity), wie sich Elektroautos systemstabilisierend ins Stromnetz einbinden lassen und welche neuen Geschäftsmodelle dazu entwickelt werden können. Insgesamt 40 Fahrzeuge standen im Praxistest mit eigens entwickelten intelligenten Ladeboxen, davon 30 unterschiedliche Elektroautos privater und gewerblicher Herkunft sowie zehn Wagen aus dem enercity-Fuhrpark. Im Dezember 2015 endete der Feldversuch und bietet Grundlagen für den Ausbau der Elektromobilität. „Rund 90 Prozent des Energiebedarfs wurden flexibel geladen und könnten die Stromnetze stabilisieren und entlasten. Die ersten Auswertungen bestätigen eine große Nutzerakzeptanz für netzgesteuertes Laden“, bewertet Projektleiter Matthias Röhrig die Praxistests.

In der ersten 18-wöchigen Referenzphase wurde aufgezeichnet, wie die Nutzer gewohnheitsmäßig das Auto luden. Die häufigsten Ladezeiträume lagen in der höchsten Stromnachfrage des Tages, zwischen 18 und 20 Uhr. Somit würde das ungesteuerte Laden von zukünftig massenhaft eingesetzten Elektrofahrzeugen zu noch höheren Lastspitzen führen, besonders in den Abendstunden. Die Grundidee des Projektes, also das Laden von Elektroautos stromnetzstabilisierend zu steuern, erwies sich deshalb als dringlich. Angepasst an die Einspeisung der erneuerbaren Energiequellen gab dann das Netz variable Zeitfenster für die Batterieladung vor. 90 Prozent der Ladevorgänge wurden in flexible Zeiten verschoben. „Das konkrete Wahlverhalten im Projektverlauf zeigte, dass gesteuerte Ladezeiten alltagstauglich sind“, sagt Röhrig. Am Ende des Projekts testeten die Forscher, wie sich Elektrofahrzeuge in virtuellen Kraftwerken nützlich machen können. Die Nutzer gaben die geplante Abfahrtszeit ein, zu der das Fahrzeug geladen sein sollte. Während der mehrere Stunden umfassenden Standzeit des Autos kann so schwankende Erzeugung oder Nachfrage durch das Laden oder Entladen ausgeglichen werden.

Das Projekt Demand Response ist eines von rund 30 Projekten im „Schaufenster Elektromobilität“ der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg. Es wird mit rund 640.000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der Schaufensterinitiative der Bundesregierung gefördert. Detaillierte Projektergebnisse will enercity nach Fertigstellung des Abschlussberichts im Sommer 2016 veröffentlichen.

Weitere Informationen unter: http://www.bine.info/index.php?id=39&no_cache=1&typ=30&artikel=3165&cHash=2f220aac7f2b7a5b3d391b961d080a83


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